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Landkreis Weilheim-Schongau ist regionaler Hotspot

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Von: Stephanie Novy

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Corona Impfung
Geimpft oder nicht – in den Krankenhäusern Weilheim und Schongau macht das den Zahlen nach gerade durchaus einen Unterschied. Die Belastung dort ist hoch. Weil nun auch die Sieben-Tages-Inzidenz im Landkreis die Marke von 1.000 übersprungen hat, gilt ab morgigem Freitag der Hotspot-Lockdown. © Symbolbild: Bildagentur PantherMedia / Waldemar Thaut

Landkreis - Der Landkreis Weilheim-Schongau hat ab heute den 7-Tages-Inzidenzwert von 1000 überschritten und gilt somit als regionaler Hotspot. Damit gilt ab morgen, 3. Dezember, der Lockdown mit Beschränkungen des öffentlichen Lebens, um die Kontakte zu reduzieren.

Mit diesem Schritt erfolgt der Vollzug der 15. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vom 23. November. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) beträgt die Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen tagesaktuell 1115,1. Zudem werden vom RKI sechs neue Corona-Tote vermeldet. An diesen Schwellenwert der 7-Tage-Inzidenz ist ein regionaler Hotspot-Lockdown mit unterschiedlichen Beschränkungen geknüpft. Ab Freitag gelten nun diese Maßnahmen im Einzelnen:

• Gastronomiebetriebe schließen (Abholung und Lieferservice sind noch möglich)
• Beherbergungsbetriebe dürfen nur für zwingend erforderliche, unaufschiebbare nicht-touristische Aufenthalte zur Verfügung gestellt werden
• Freizeit-, Sport- und Kulturveranstaltungen entfallen
• Sport- und Kulturstätten dürfen keine Präsenzangebote erbringen
• Betriebe der körpernahen Dienstleistungen schließen mit Ausnahme der Friseure
• Hochschulen bieten ausschließlich digitalen Betrieb an, ebenso Angebote beruflicher Aus-, Fort- und Weiterbildung
• Archive, Bibliotheken und Kulturstätten haben geschlossen

Die Ausnahmen sind:

• Schulen und Kindertagesstätten bleiben geöffnet
• Bei Friseuren gilt die 2G-Regelung. PCR-Test und Schnelltest reichen also nicht mehr.
• Der Handel bleibt offen. Die Zugangsbeschränkung sind pro 20 Quadratmeter nur ein Kunde• Medizinische, therapeutische und pflegerische Leistungen bleiben ohne Vorlage von Impf-, Genesenen- oder Testnachweis zugänglich.

Weitere Informationen sind auf der Website des Landkreises zu finden.

Krankenhäuser Weilheim und Schongau

Die Krankenhaus GmbH gab einen Einblick in die kritische Situation auf ihren Intensivstationen. Zum Donnerstag wurden im Schongauer Krankenhaus 30 Patienten mit Covid-19 behandelt, in Weilheim waren es 18. Insgesamt zwölf – jeweils sechs in den beiden Häusern – lagen auf der Intensivstation. „Dreiviertel der Corona-Intensivpatienten sind ungeimpft, bei einem Viertel handelt es sich um Impfdurchbrüche“, informierte Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhold Lang, Ärztlicher Direktor und Pandemiebeauftragter im Krankenhaus Schongau. Nach Wochen der hohen Belegung sei derzeit kein Ende der Anspannung in Sicht, fasste Krankenhaus-Sprecherin Isa Berndt zusammen.

In Weilheim seien die Beatmungskapazitäten erweitert, in Schongau neue Überwachungsbetten für Nicht-Covid-Patienten geschaffen worden, fuhr Prof. Lang fort. Der Puffer an Betten sei in beiden Kliniken klein, bei Pflegekräften und Ärzten keine Reserve mehr vorhanden. „Wir haben das komplette planbare Programm entsprechend der Anordnung der Regierung von Oberbayern heruntergefahren (wir berichteten, Anm. d. Red.). Wir können gerade noch Notfälle behandeln“, sagt Prof. Dr. Andreas Knez, Ärztlicher Direktor und Pandemiebeauftragter im Krankenhaus Weilheim.

„Wir kümmern uns um die Kranken, das ist unser Auftrag“, sprechen die Ärztlichen Direktoren für die Beschäftigten. „Die Menschen liegen uns am Herzen, aber wir kommen an unsere Grenzen.“

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Von Kreisbote

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