Kulturelles Bindeglied

Landkreis soll einen Integrationsbeirat erhalten

Youkhanna Herrmann Integrationsbeirat
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Adel Youkhanna und Jost Herrmann (v. links) nehmen es in die Hand: Sie wollen einen Integrationsbeirat für den Landkreis gründen.
  • Astrid Neumann
    VonAstrid Neumann
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Landkreis – Der Landkreis soll einen Integrationsbeirat bekommen. Dieser ist Teil eines Integrationskonzeptes, welches fast 40 Maßnahmen umfasst. Derzeit werden Interessierte gesucht, die sich in dem Beirat engagieren möchten.

Im Landkreis leben Menschen aus 130 Ländern. Etwa 20 Prozent der Bevölkerung haben eine Migrationsgeschichte. Diese Zahlen nennen Jost Herrmann und Adel Youkhanna beim Pressegespräch vergangene Woche zur Vorstellung des geplanten Beirates. „Die Interessen aller Menschen sollen gehört werden, Teilhabe soll für alle ermöglicht werden“, begründen die beiden ihr Vorhaben.

Unter Integration verstehen Youkhanna und Herrmann, die beide mit fast 200 Experten seit drei Jahren an dem Konzept arbeiten, ein gutes Zusammenleben von Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte. Das betrifft alle Bereiche des Lebens. „Integration heißt nicht anpassen“, macht Youkhanna deutlich. Vielmehr soll es ein wechselseitiger Prozess sein.

Was will der Integrationsbeirat bewirken? Er soll Ansprechpartner für Migrantinnen und Migranten und Geflüchtete sein. „Ein Brückenbauer zwischen Verwaltung, Politik und Menschen mit Migrationsgeschichte“, sagen Herrmann und Youkhanna. Zudem soll der Beirat Initiator für interkulturelle Begegnungen und Unterstützer von Teilhabe und Gestaltung am politischen, kulturellen und sozialen Leben sein. Kurzum gesagt, eine „Stimme gegen Vorurteile, Diskriminierung und Rassismus“, verdeutlichen die beiden.

Dabei habe man sich für eine Zwischenstufe entschieden, erklärt Herrmann im Pressegespräch. Zunächst soll also ein Übergangsbeirat geschaffen werden, der die offenen Fragen klärt und am Ende eine Geschäftsordnung erstellt.

Fragen, die geklärt werden wollen von diesem Übergangsbeirat, sind beispielsweise wie die Wahl ablaufen soll und wer überhaupt wahlberechtigt ist. Zudem steht zur Diskussion, wie sich der Beirat zusammensetzen soll. Die Möglichkeiten sind vielfältig: Nur Personen ohne deutschen Pass, Personen mit ausländischem Pass, ein gemischtes Gremium? Sollen Menschen ohne Migrationshintergrund dem Beirat angehören?

Dazu kommen noch die unterschiedlichen Nationalitäten.Der Übergangsbeirat muss beispielsweise klären, wie hier die Zusammensetzung erfolgen soll. Denkbar wäre, die Ländervertreter je nach Bevölkerungsstatistik auszuwählen. „Die einzelnen Gruppen sollen angemessen repräsentiert sein“, so Herrmann dazu.

Gebildet werden soll der Übergangsbeirat bis zum 30. November, danach soll er zwei Jahre im Amt sein. Das feste Gremium wird dann voraussichtlich zum 30. September 2023 gewählt und in Kraft treten.

Wer Lust hat, an dem Beirat mitzuwirken, kann sich bis zum 20. August an integrationsbeirat.wm.sog@gmail.com wenden. Die Expertenrunde wählt dann unter den Bewerbern aus. „Wir hoffen, dass sich etwa 20 Leute bewerben, so dass zwölf davon im September starten können“, so die beiden.

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