LEADER-Förderungen 

Fünf Projekte auf der Liste

Bürgermeister Markus Bader erläuterte die in Trägerschaft seiner Gemeinde Rottenbuch gemeinsam mit Wildsteig und Bad Bayersoien geplante Errichtung eines Infopavillons und Gedenkraums an der Echelsbacher Brücke. Links neben ihm LAG-Geschäftsführerin Elisabeth Gutmann sowie Landrätin Andrea Jochner-Weiß. Sie wurde zu Sitzungsbeginn zur Vorsitzenden des Lenkungsausschusses gewählt.
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Bürgermeister Markus Bader erläuterte die in Trägerschaft seiner Gemeinde Rottenbuch gemeinsam mit Wildsteig und Bad Bayersoien geplante Errichtung eines Infopavillons und Gedenkraums an der Echelsbacher Brücke. Links neben ihm LAG-Geschäftsführerin Elisabeth Gutmann sowie Landrätin Andrea Jochner-Weiß. Sie wurde zu Sitzungsbeginn zur Vorsitzenden des Lenkungsausschusses gewählt.

Schongau – „Ich vermute, dass es in der nächsten Zeit die letzte Sitzung sein wird“, sagte Landrätin Andrea Jochner-Weiß ganz unter dem Eindruck der gegenwärtigen Corona-Entwicklungen gleich zu Beginn der am 14. Oktober im Brauhaus Schongau anberaumten Sitzung des Lenkungsausschusses der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Auerberg­land-Pfaffenwinkel. Bereits in den zurückliegenden Monaten hatte dieser dank der Koordination durch LAG-Geschäftsführerin Elisabeth Gutmann alle erforderlichen Beschlüsse im Umlaufverfahren gefasst. Und nachdem im Juli die Vereinsgremien neu gewählt wurden, konnten an diesem Abend die mehrheitlich anwesenden Mitglieder des 30-köpfigen Lenkungsausschusses erstmals seit langer Zeit wieder zu einer öffentlichen Sitzung zusammenkommen. 

Bevor das Gremium sich über die LEADER-Förderung von insgesamt fünf förderungswürdigen Projekten beraten konnte, wurde in offener Abstimmung Landrätin Andrea Jochner-Weiß einstimmig zur neuen Ersten Vorsitzenden des Lenkungsausschusses gewählt. Sie trat damit die Nachfolge des früheren Altenstadter Bürgermeisters Albert Hadersbeck an, der nicht mehr zur Verfügung stand. Zu ihrer Stellvertreterin wurde die Geschäftsführerin des Tourismusverbands Pfaffenwinkel Susanne Lengger gewählt. Diese hatte das Amt schon in den zurück liegenden Jahren inne.

155 Projekte

Im Weiteren berichtete die aus Kempten angereiste ­LEADER-Koordinatorin Veronika Hämmerle vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) unter anderem über die Neuausrichtung der Landwirtschaftsverwaltung und deren Konsequenzen für LEADER. Die Bearbeitung der Förderanträge werde auch nach Wegfall der bisherigen neun Fachzentren weiterhin in Kempten in einem Sachgebiet durchgeführt. Insgesamt seien künftig sieben AELF vorgesehen. In der seit 2014 laufenden Förderperiode habe man allein im Kemptener Amt 155 Projekte mit einer Bewilligungssumme von rund zehn Millionen Euro bearbeitet. „Ungefähr ein Drittel der Projekte ist bereits abgerechnet, die anderen zwei Drittel befinden sich noch in der Umsetzung“, erläuterte die ­LEADER-Koordinatorin. Wichtig war ihr der Hinweis, dass auch die EU an LEADER festhalte.

Elisabeth Gutmann nutzte die Sitzung auch dazu, um sich bei allen Mitgliedern des Lenkungsausschusses für deren gute Zusammenarbeit bei den zahlreichen im Umlaufverfahren getätigten Maßnahmen zu bedanken. Im Weiteren führte sie in Worten, aber auch mittels umfassender ­PowerPoint-Darstellungen durch die weitere Veranstaltung.

In der jetzigen Förderperiode habe man bislang 16 Einzelprojekte und acht Kooperationsprojekte bewilligen können. Weitere zwei Einzelprojekte seien derzeit im Antragsverfahren. Alle 26 Projekte kämen insgesamt auf ein Fördervolumen von knapp 1,4 Millionen Euro, die in die Region geflossen seien beziehungsweise fließen werden. Das Gesamt­invest dieser Projekte läge bei knapp 3,8 Millionen Euro, so die LAG-Geschäftsführerin.

Kritische Stimmen

In Folge wurden dem Lenkungsausschuss die Beratung und Abstimmung der vorliegenden Projekte vorgestellt. So trug Rottenbuchs Bürgermeister Markus Bader vor, dass in Trägerschaft seiner Gemeinde gemeinsam mit den weiteren Anliegergemeinden Wildsteig und Bad Bayersoien die Konzeption eines Infopavillons und eines Gedenkraums an der Echelsbacher Brücke als Kooperationsprojekt mit der LAG Zugspitzregion geplant sei. Der bei der Brücke befindliche Busumstieg solle damit aufgewertet und umfassende Informationen zu Tourismus, dem Naturraum Ammer und dem Brückenbauwerk bereitgestellt werden.

Bevor das Gremium dem zustimmte, gab es aber mehrere kritische Stimmen zu der Errichtung eines Gedenkraums. Ein Touristenhotspot und eine Gedenkstelle ständen im Widerspruch, so das wesentliche Argument. Markus Bader hatte sich zu dem strittigen Thema aber bereits informiert und beraten lassen. Er konnte daher gemeinsam mit dem Wildsteiger Bürgermeister Josef Taffertshofer die Vorbehalte einiger zumindest halbwegs entkräften. Gleichwohl versprach er, sich in der Sache nochmals zu beraten. Der Beschluss über die Kosten wird den Mitgliedern des Lenkungsausschusses noch im Umlaufverfahren übermittelt. Der aktuellen Erhebung zufolge betragen diese etwa 32.000 Euro, wovon knapp 19.000 Euro gefördert werden sollen.

Sechs Standorte

Aus einer Elterninitiative entstanden und im vergangenen Jahr bereits vom Gremium befürwortet, hatte die Stadt Weilheim zwischenzeitig die Trägerschaft für das Vorhaben Spielplatzrunde Marnbach-Deutenhausen übernommen. Dies machte eine erneute Beschlussfassung erforderlich. Die Weilheimer Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt erläuterte, dass an sechs verschiedenen Standorten eine fußläufige Runde mit unterschiedlichen Spielplatzelementen insbesondere für Kinder und junge Familien, aber auch generationsübergreifend geschaffen werden solle. Von den 140.899 Euro Gesamtkosten werden auf Grundlage des Gremienbeschlusses nun 59.201 Euro gefördert.

Miteinander-Füreinander

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Raisting möchte unter dem Motto Miteinander-Füreinander eine nachhaltige Sozialbegleitung für Senioren und junge Familien in der Gemeinde einrichten. Dies solle auch die ehrenamtlichen Strukturen entlasten und diese stärken, erläuterte Stefan Franzke von der örtlichen AWO. Auf Grundlage der sich im Laufe von drei Jahren ergebenden Gesamtkosten in Höhe von 24.238 Euro wurde der beantragten Förderung in Höhe von 11.937 Euro zugestimmt.

Wie vor 100 Jahren

Alte Bausubstanz erhalten, traditionelles Lebensmittelhandwerk weitergeben und auch ein neues Freizeitangebot schaffen. Das ist das Ziel von Brücke Oberland e.V. mit dem Projekt „Backen wie vor 100 Jahren – Wiederbelebung des Backhauses am Gmünder Hof“. Michael Reinfelder, Vorstand bei Brücke Oberland e.V., stellte das Projekt anhand zahlreicher Bilder mit dem derzeit bedauernswerten Zustand des Gebäudes vor. „Es braucht einiges, um es wieder nutzbar zu machen“ resümierte er.

Weiterhin erklärte er, dass sich der Verein als gemeinnütziger, anerkannter freier Träger bereits seit 1984 mit inzwischen rund 70 Mitarbeitern neben dem Landkreis Weilheim-Schongau auch in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen der Kinder-, Jugend- und Familienarbeit widme. Derzeit erreiche man zirka 350 Familien im Jahr. Der Schwerpunkt der Arbeit seien dabei Hilfen für straffällig Gewordene, gefährdete Jugendliche und sozial benachteiligte Kinder. Die Gesamtkosten des Projekts betragen knapp über 132.000 Euro. Die davon beantragte Fördersumme in Höhe von 52.158 Euro wurde einmütig gebilligt.

Für die Lokale Aktionsgruppe Auerbergland-Pfaffenwinkel e.V. selbst stellte LAG-Geschäftsführerin Elisabeth Gutmann einen Folgeantrag für das Projekt Unterstützung Bürgerengagement. Sie erläuterte, dies habe zum Ziel, auch weiterhin kleine Einzelmaßnahmen unterstützen zu können. Von den beantragten 20.000 Euro könne man zudem die Gesamtausgaben noch nicht beziffern, da damit auch solche Maßnahmen direkt über die LAG Unterstützung fänden.

Manfred Ellenberger

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