FDP will zweistelliges Ergebnis

Martin Sielmann möchte lokale Themen in Bundespolitik einbringen

Martin Sielmann ist der Bundestagskandidat für den FDP-Kreisverband.
+
Martin Sielmann ist der Bundestagskandidat für den FDP-Kreisverband.

Landkreis – Rot-Rot-Grün verhindern. Das ist für Martin Sielmann, Bundestagskandidat des FDP-Kreisverbandes, ein wichtiges Ziel. Beim jüngst stattgefundenem Online-Neujahrsempfang der Partei kamen neben Sielmann noch einige andere Politiker zu Wort. Das vorherrschende Thema: Corona.

Sielmann bezeichnete in seiner kurzen persönlichen Vorstellung die FDP als „Partei der Freiheit“. „Das ist unsere Essenz.“ Derzeit würden aufgrund der Pandemie den Bürgern ganz wesentliche Freiheiten genommen. „Wir nehmen das notgedrungen hin.“ Doch es sei wichtig, dass diese Einschränkungen auch parlamentarisch kontrolliert würden. Zudem bezeichnete Sielmann die derzeitige Situation mit dem Impfstoff als „nationales Versagen.“ Die Impfstoffproduktion müsse hochgefahren werden. Zudem dürfe sich Deutschland nicht auf die EU verlassen.

Als Kandidat für den Bundestag äußerte sich der FDP-Mann, der im Gemeinderat von Garmisch-Partenkirchen sitzt, auch zur anstehenden Wahl. Es sei ein Richtungswahlkampf. SPD, Linke und die Grünen würden eine Rot-Rot-Grüne Koalition anstreben. Sielmann sehe die Aufgabe der FDP darin, dies zu verhindern. Denn: Mit solch einer Regierung werde es keinen Neustart für die Wirtschaft nach Corona geben. Als Grund nannte er den Widerstand der Parteien gegen die liberale Marktwirtschaft.Für Sielmann steht fest: „Alles ist besser als Rot-Rot-Grün. Wir wollen regieren.“

Dabei sei es ihm wichtig, die lokale Politik in die Bundespolitik zu tragen. Als Beispiel nannte er die von vielen kritisch gesehenen Aufenthalte des thailändischen Königs Rama X. in Garmisch. Zu diesem Thema hatte der FDPler vor nicht allzu langer Zeit ein Interview im Spiegel gegeben. Das habe dem lokalen Thema eine große Reichweite beschert, erklärte Sielmann.

Digitaler Wahlkampf

Was den aktiven Wahlkampf angeht, muss sich die FDP indes noch zurückhalten. Coronabedingt sind Gespräche mit BürgerInnen oder ähnliches derzeit nicht möglich. Stattdessen setzt die Partei auf ihren digitalen Auftritt. Helena Gebhard und Lasse Bahnsen vom Kreisverband berichteten vom Relaunch der Webseite. „Dem Anspruch, digitaler Vorreiter zu sein, wollen wir auch auf Kreisverbandsebene gerecht werden“, meinte Bahnsen. Social-Media-Plattformen gehören ebenfalls zur digitalen Offensive. Ab April sollen die neuen Inhalte online gehen.

Was die Chancen der FDP bei der Wahl im September angeht, zeigte man sich beim Neujahrsempfang optimistisch. Allen voran der Betreuungsabgeordnete im Bundestag Thomas Sattelberger. „Wir sind auf einem guten Weg, dass es zweistellig wird“, zeigte er sich zuversichtlich. Auch der Fraktionsvorsitzende des Kreisverbandes Klaus Breil machte Hoffnung. 2013 sei die dunkelste Stunde der FDP gewesen. Damals hatte die Partei die Fünf-Prozent-Hürde nicht erreicht und musste den Bundestag verlassen. Zu diesem Zeitpunkt habe der Kreisverband 43 Mitglieder gezählt. Jetzt seien es 73. Gründe für den stetigen Zuwachs an Mitgliedern sieht Breil darin, dass die FDP eine Partei der Marktwirtschaft sei, die Bürokratie abbauen wolle.

Kein Geld mehr da

Einen Rückblick auf das vergangene Jahr gab Saika Gebauer-Merx, die sowohl im Weilheimer Stadtrat, als auch im Kreistag sowie diversen Ausschüssen vertreten ist. „Wir sind pleite“, war sodann ihre Aussage zur finanziellen Situation des Landkreises. Sie prophezeite, dass „wir das an allen Ecken und Enden zu spüren bekommen werden.“ Doch Gebauer-Merx berichtete auch Positives. Das größte Projekt des Landkreises, der Bau der Berufsschule, gehe gut voran. Auch, dass das Radom erhalten bleiben könne, sei eine gute Nachricht.

Was die Stadt angehe, seien auch hier wenige Mittel vorhanden. Dennoch: Die Finanzierung des Hochwasserschutzes sei gesichert und der Ausbau des Radwegenetzes werde vorbereitet. Wobei nun kostengünstigere Varianten gefragt seien. So müssten Wege gekiest, statt geteert werden.

Auch zur Umfahrung äußerte sich die Politikerin. Diese müsse coronabedingt „hinten anstehen“. Um die geplante Bürgerbefragung durchzuführen, bräuchte es vorab eine öffentliche Sitzung im Stadtrat. Dabei sei mit einer großen Zahl von Bürgern zu rechnen. Wofür die Stadthalle jedoch zu klein sei. Abgesehen davon, dass solch große Menschenansammlungen derzeit sowieso nicht angemessen seien.

Von Stephanie Novy

Bilder, Videos und aktuelle Ereignisse aus Ihrer Heimat: Besuchen Sie den Kreisboten Weilheim-Schongau auch auf Facebook.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona im Landkreis Weilheim-Schongau: Aktuelle Meldungen und Zahlen zur Pandemie
Corona im Landkreis Weilheim-Schongau: Aktuelle Meldungen und Zahlen zur Pandemie
Heimliche Fotos unter den Rock: Gespräch mit der Beratungsstelle Weilheim und Oberland
Heimliche Fotos unter den Rock: Gespräch mit der Beratungsstelle Weilheim und Oberland

Kommentare