1 800 Tonnen CO2 gespart

Moorrenaturierung im Landkreis schreitet voran

Symbolfoto: Ein Moor in Deutschland.
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Die Moorrenaturierung im Landkreis schreitet voran.
  • vonStephanie Novy
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Landkreis – Moore sind echte Alleskönner wenn es um Klima- und Artenschutz geht. Sie speichern riesige Mengen CO2 und bieten etlichen Pflanzen und Tieren eine Heimat. Im jüngsten Umweltausschuss berichtete der Leiter der Bau- und Liegenschaftsverwaltung des Landkreises Florian Steinbach vom aktuellen Stand der Moorrenaturierung.

Bereits seit 2009 werden für Naturschutzmaßnahmen der Moore entsprechende Geldmittel in den Haushalt des Landkreises gestellt. „Unverzichtbarer und wesentlicher Bestandteil“ für den Schutz der Moore ist laut Landrätin Andrea Jochner-Weiß der Erwerb von Flächen. Wie Steinbach ergänzte, fördere der Freistaat hier „ganz massiv“. Grundstücksankäufe und dingliche Sicherungen werden mit 90 Prozent gefördert. Die Maßnahmenumsetzung, wie etwa Planung und Bau, sogar mit 100 Prozent. Rund 2,2 Millionen Euro haben der Erwerb und die dingliche Sicherung von Moorflächen bis dato gekostet. Durch die Unterstützung des Staates blieben für den Landkreis noch etwa 320 000 Euro Eigenanteil. Von dem Geld konnten bisher Moorflächen mit einer Gesamtgröße von circa 343 Hektar für die Renaturierung gewonnen werden. Die Moorflächen liegen in den Gemeinden Bernbeuren, Böbing, Hohenpeißenberg, Iffeldorf, Obersöchering, Peiting und Wildsteig.

„Ein Drittel konnten wir schon renaturieren“, erklärte Steinbach. Das heißt: von 343 Hektar an gesicherten Hochmoorflächen wurden rund 122 Hektar renaturiert. Steinbach geht aktuell von einer CO2-Einsparung von mehr als 1 800 Tonnen pro Jahr aus. Diese Angaben kamen bei den Ausschussmitglieder gut an. Prof. Dr. Stefan Emeis (Grüne) zeigte sich grundsätzlich zufrieden. Er sprach allerdings auch die Situation in Weilheim an. Die einzige Kommune im Landkreis, die kommerziellen Torfabbau zulässt. Die Reaktion seitens der Verwaltung war zurückhaltend. Man sei mit den Verantwortlichen in Kontakt getreten. Die Landrätin sagte zudem, dass es sich um ein staatliches Thema handele; „da können wir nichts machen.“

Romana Asam (FW) bat im Ausschuss darum, dass man bei den Maßnahmen auch die angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen im Blick behält. Asam nahm damit Bezug auf die Gefahr, dass landwirtschaftliche Flächen, die an renaturierte Moore angrenzen, ebenfalls verwässert werden könnten. Hier versicherte Steinbach jedoch, dass es eine „vernünftige Vorplanung“ gebe, um solchen Dingen vorzubeugen.

Von Stephanie Novy

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