Corona-Ausbruch am Schongauer Krankenhaus

Nach Abschlussfahrt der Krankenpflegeschule in Corona-Hotspot: »Es gab keinen Superspreader«

Luftbild Krankenhaus Schongau
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Nach den zahlreichen Corona-Infektionen unter Mitarbeitern des Schongauer Krankenhauses ist man auf Ursachenforschung. Dass ein Zusammenhang mit der Berlin-Abschlussfahrt einer Klasse der Krankenpflegeschule bestehen könnte, weist die Klinik vehement zurück.

Schongau – Die zweitägige Abschlussfahrt der Krankenpflegeschule nach Berlin steht nach dem Corona-Ausbruch im Schongauer Krankenhaus in der Kritik. Könnte es sein, dass sich das Virus so unter den Mitarbeitern verbreitete? Die Klinik weist das entschieden zurück.

17 Absolventen des 3. Kurses der Krankenpflegeschule, Schulleiter Klaus Fenzl, Krankenhaus GmbH-Geschäftsführer Thomas Lippmann und Pflegedirektorin beider Krankenhäuser Anna Ertel machten sich am Nachmittag des 7. Oktober auf den Weg nach Berlin. Der Anlass war zum einen der Abschluss der Schüler, zum anderen die Verabschiedung von Schulleiter Klaus Fenzl, der in den Ruhestand geht. Und das, obwohl zu diesem Zeitpunkt die Infektionszahlen in der Hauptstadt bereits wieder in die Höhe schnellten.

„2019 ging die Abschlussfahrt ebenfalls nach Berlin mit Besuch des Bundestags“, begründet Krankenhaussprecherin Susanne Heintzmann die Entscheidung auf Nachfrage des Kreisboten. Berlin gelte immerhin als wichtiger Punkt der Gesundheitspolitik. Während der gesamten Fahrt seien außerdem Masken getragen worden. Man habe sich gedacht, man sei „safe“. Aber: Mit dem heutigen Wissen hätte man eine andere Entscheidung getroffen, versichert Heintzmann.

Bei der Rückkehr am 9. Oktober seien alle Teilnehmer der Fahrt ohne Umwege getestet worden. Eine Ausnahme war eine Absolventin, die aus privaten Gründen erst zwei Tage später zurückkehrte. Sie wurde noch am selben Abend ebenfalls mittels PCR-Test getestet und vom Dienst freigestellt, bis das Ergebnis vorlag. Alle diese Tests seien zu diesem Zeitpunkt negativ gewesen, so die Pressesprecherin.

Nach dem Corona-Ausbruch unter den Mitarbeitern der Schongauer Klinik sei dort am 23. Oktober mit der Serientestung begonnen worden, so Heintzmann. Zwei Teilnehmer der Abschlussfahrt erhielten dabei ein positives Testergebnis, eine Woche später folgte ein weiterer.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Abschlussfahrt ursächlich für den Corona-Ausbruch im Schongauer Haus ist, hält Heintz­mann dennoch für „äußerst gering“. Einerseits hätte es dann eine gewisse Dynamik in der Gruppe gegeben, andererseits hätten die Absolventen, die teilweise auch im Schwesterhaus in Weilheim arbeiten, die Infektionen auch dorthin getragen. „Aus unserer Sicht gab es keinen Superspreader“, erklärt die Pressesprecherin. Wie genau es zu den Infektionen im Schongauer Krankenhaus gekommen ist, bleibe weiterhin unklar. Heintzmann: „Das macht die Situation so unfassbar schwer.“

Astrid Neumann

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