Krankenhaus Weilheim nimmt mobilen Computertomographen zur Corona-Diagnose in Betrieb

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So funktioniert der mobile CT: MdB Alexander Dobrindt, Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Krankenhaus GmbH-Geschäftsführer Thomas Lippmann (v.li.) im Container.

Weilheim – In der Anfahrt zur zentralen Notaufnahme am Krankenhaus fällt ein blauer Container mit der Aufschrift „Schnelle Kiste“ ins Auge. Von außen nicht erkennbar handelt es sich dabei um ein neues Diagnostiksystem zur Bekämpfung des Corona-Virus.

Der erste von bayernweit 34 mobilen Computertomographen (CT-Scan-Unit von Canon Medical) aus dem Corona-Hilfspaket des Freistaats ist in Weilheim stationiert. „Ein großer Tag“ nicht nur für Krankenhaus GmbH-Geschäftsführer Thomas Lippmann, der dem MdB und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt für seine Intervention bei der Staatsregierung dankte.

„Der Freistaat hat uns nie im Regen stehen lassen“, sparte auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß nicht mit Lob und erinnerte an „aufreibende Wochen mit schlaflosen Nächten, die hinter uns liegen“. Corona-Patienten könnten nun „wohnortnah mit Spitzenmedizin versorgt“ werden. Braucht ein kleines Krankenhaus wie Weilheim so eine Spitzenmedizin? Dem Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Andreas Knez sind solch kritische Fragen bekannt. Zu Beginn der Pandemie, erklärte er, „hatten wir in Weilheim eine sehr schnelle Ansammlung von schwerstkranken Patienten, mit der wir nicht gerechnet haben“. Krankenhaus-Teams, Gesundheitsamt und weitere Organisationen hätten sehr engagiert zusammengearbeitet. „Wir haben jetzt die Chance, bestens vorbereitet zu sein“, sagte Knez im Hinblick auf eine mögliche zweite Infektionswelle. In der Bevölkerung sei zwischenzeitlich eine gewisse Sorglosigkeit zu beobachten. Prof. Knez warnte davor, Corona „auf die leichte Schulter“ zu nehmen, denn: „Wir haben junge Leute gesehen, die um ihr Leben gekämpft haben.“

Der neue CT ist für eine schonende Diagnostik der infektiösen Lungenerkrankung COVID-19 in einem frühen Krankheitsstadium ausgestattet und liefert in wenigen Sekunden, noch vor dem Corona-Laborbefund, CT-Aufnahmen des Brustkorbs. Prof. Knez wies darauf hin, dass „der Test nicht hundertprozentig sicher ist und negativ sein kann, obwohl der Patient erkrankt ist“. Mit der mobilen CT-Lösung können Patienten vor einer stationären Aufnahme bei geringer Strahlenbelastung untersucht und ein Lungenversagen schnell erkannt werden. Der CT, machte Prof. Knez deutlich, ersetzt nicht den Test, sondern kommt in Kombination mit ihm zum Einsatz. Es dürfe nicht übersehen werden, dass nicht jeder Infizierte die typischen Symptome aufweist.

Der mobile CT hat laut Andreas Henneke von Canon Medical Systems mehrere getrennte Zugänge, auch Fernbefunde der Bilder sind möglich. Das Weilheimer Krankenhaus ist telemedizinisch mit dem Universitätsklinikum rechts der Isar in München verbunden. Sind weitere Behandlungsschritte nötig, so können diese auf kurzem Weg eingeleitet werden.

Für einen „Glückstag für das Krankenhaus und die Gesundheitsregion“ hielt Dobrindt den Starttermin des CT-Hochleistungsscanners in Weilheim.

Von Maria Hofstetter

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