Jede Menge Baustellen

Neues Nahverkehrskonzept: Ist-Analyse legt viele Mängel frei

Karte des Landkreises mit eingezeichneter ÖPNV-Netzstruktur.
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Ein grober Entwurf: Grün sind die Hauptkorridore, blau die Ergänzungskorridore. Dazu gibt es im Landkreis verteilt mehrere Verknüpfungspunkte.
  • Stephanie Novy
    VonStephanie Novy
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Landkreis – Es gibt noch viel zu tun. So könnte man das Fazit des Berichts über das Nahverkehrskonzept im Landkreis zusammenfassen. Welche Baustellen es beim Thema ÖPNV gibt, hat Felix Kühnel vom beauftragten Planungsbüro plan:mobil den Kreisräten kürzlich in einer Sitzung erläutert.

Das Positive vorweg: Es gibt eine gute Anbindung mit der Bahn nach München. Das „Grundgerüst“ in Sachen Schienenverkehr ist laut Kühnel gut. Doch viel mehr hatte der Verkehrsleiter nicht an guten Nachrichten. Bei der Analyse der aktuellen Situation bemängelte er die Verbindungsdefizite vom Osten des Landkreises in den Westen. Auch eine Anbindung der kleineren Gemeinden fehle. Insbesondere rund um Penzberg und Schongau.

Der Busverkehr sei momentan stark „auf den Schülerverkehr ausgerichtet“. Außerhalb der Schulzeiten gibt es wenig Angebote. „Das mindert die Attraktivität des ÖPNV“, so Kühnel. Zudem gebe es „keine guten Umsteigebedingungen“ und wenige Linien mit Taktverkehr und einer „weitgehend einheitlichen Linienführung“. So sei es für die Fahrgäste schwer nachzuvollziehen, mit welchem Bus sie wann wo hinkommen.

Beim Thema Bus kam er zudem auf die Haltestellen zu sprechen. Gesetzlich sei es vorgeschrieben, dass diese barrierefrei sein müssten. Bei den Haltestellen im Landkreis sei die „Qualität sehr unterschiedlich“. Auch was die Ausstattung angeht. Manche hätten ein Dach oder eine Sitzmöglichkeit; andere nicht. „Es empfiehlt sich, es einheitlich zu gestalten“, sagte Kühnel.

Auch brauche es eine Echtzeit-Info, damit die wartenden Fahrgäste wissen, ob der Bus Verspätung hat und wenn ja, wie lange er noch braucht. Auch einen Ausbau des elektronischen Tickets, dass dann via Smartphone genutzt werden könnte, schlägt der Verkehrsplaner vor.

Positiv stellte Kühnel allerdings den einheitlichen Streckentarif heraus, der seit dem 1. Januar 2021 gelte. Dabei wird der Fahrpreis je nach zurückgelegtem Kilometer berechnet. Auch befürwortete er Angebote, wie das Umweltticket der RVO, die Königscard und die geplante elektronische Gästekarte in Steingaden.

Wenn es um Tarife geht, kommt unweigerlich auch die Frage nach dem MVV auf. Der Beitritt wird ja schon länger diskutiert (wir berichteten). Hier erläuterte Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU), dass die Basisstudie des MVV noch laufe. 2023 soll diese abgeschlossen sein und der Kreistag müsse dann entscheiden, „ob wir dem MVV-Tarifgebiet beitreten wollen, falls sie uns denn haben wollen“.

Ein attraktives Netz

Ein ebenfalls wichtiger Punkt ist der Ausbau des ÖPNV-Netzes. Kühnel unterscheidet dabei Haupt- und Ergänzungsnetze. Ersteres bestehe aus „Metropol- und Hauptkorridoren“ sowie bestehenden Verbindungen im Schienenpersonennahverkehr. Konkret: Der Verkehrsplaner schlug vor, die größten Städte und Gemeinden im Landkreis zu verbinden. Das wären: Weilheim, Schongau, Peißenberg, Peiting und Penzberg. Diese würden in regelmäßigen Abständen angefahren.

Bei dem Ergänzungsnetz geht es laut Kühnel um Freizeitkorridore und Erschließungsverkehre. Zusätzlich gibt es sogenannte Verknüpfungspunkte, die ein „Fahren im System“ erleichtern sollen. Sprich: Einfaches Umsteigen zwischen Zug, Bus oder auch Park & Ride.

Wie geht es weiter?

Die Ist-Analyse ist abgeschlossen. Als nächsten Schritt nennt Kühnel die „Erarbeitung von Maßnahmen und Prüfaufträgen“. Soll heißen: Momentan werden die einzelnen Maßnahmen zusammen mit dem Landratsamt erarbeitet. Im Winter dieses Jahres soll der Entwurf stehen, dann werde man auch die Gemeinden, Städte, Verkehrsunternehmen, Institutionen und weitere Planungspartner ins Boot holen. Im Frühjahr 2022 könnte der Kreistag, wenn alles nach Plan läuft, die Maßnahmen beschließen.

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