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Pflegeschule am Krankenhaus Schongau strebt Ausbildungsverbund an

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Von: Rasso Schorer

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Krankenhaus Schongau Pflege Ausbildungsverbund
Thomas Lippmann (Geschäftsführer Krankenhaus GmbH), Marie Orban (Koordinatorin der praktischen Ausbildung) und BFS-Leiter Thomas Schäfer. © Krankenhaus

Schongau/Landkreis – Um mehr Menschen für eine Ausbildung zu gewinnen und deren Rahmenbedingungen zu verbessern, strebt die Berufsfachschule für Pflege (BFS) am Schongauer Krankenhaus einen Ausbildungsverbund im Landkreis an. Ein Förderantrag für dessen Gründung ist vor zwei Wochen beim Landesamt für Pflege eingereicht worden.

Für Thomas Schäfer, seit Februar Schulleiter, und Marie Orban, seit Dezember Koordinatorin der praktischen Ausbildung, stellt die Gründung eines Ausbildungsverbundes im Landkreis eine wichtige Grundlage dar, um dem anstehenden Fachkräftemangel im Pflegebereich entgegenzuwirken und die Attraktivität des Berufsbildes zu stärken. Im April und Mai sollen Gespräche mit Betrieben für Kooperationsverträge stattfinden, zum Ausbildungsbeginn 2023 der Verbund seine Vorteile entfalten.

Die neue generalistische Ausbildung stelle die Pflegeschulen und die Träger der praktischen Ausbildung vor hohe organisatorische und strukturelle Herausforderungen, schilderten Schäfer und Orban. Kooperationen mit weiteren Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesen seien notwendig, sodass sich auch schulische und praktische Inhalte verändert haben. Wichtigstes Instrument sei die Sicherstellung der Praxis­anleitung im Umfang von zehn Prozent. Diese findet außerhalb des Stationsalltags statt und fordere kreative Lösungsmöglichkeiten innerhalb der Krankenhaus GmbH, um gleichzeitig eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung wie auch Berufsausbildung zu gewährleisten. „Wir knüpfen eine Verbindung, müssen aber die unterschiedlichen Bedürfnisse der Azubis und der Patienten berücksichtigen“, so Orban.

Azubis für kleine Betriebe

Ein Verbund könne da und in der Koordinierung von Ausbildungen helfen. Kleinen Betrieben ermögliche solch ein Netzwerk wieder Ausbildungsplätze anzubieten. Kooperation statt Konkurrenz sei die Losung, findet Schäfer. Die praktischen Träger in der Pflege stehen nicht untereinander, sondern im Buhlen um junge Kräfte mit anderen Ausbildungsrichtungen im Wettbewerb.

Hier für Nachschub zu sorgen, müsse im Interesse des ganzen Landkreises sein, findet Krankenhaus-Geschäftsführer Thomas Lippmann. „Es bringt nix, wenn wir als Krankenhaus super aufgestellt sind, aber kein Pflegedienst nach der Behandlung unsere Patienten übernehmen kann.“ Der Ausbildungscampus sei ein wichtiger Teil der Zukunft am Schongauer Standort. Man habe hier bereits einige Investitionen getätigt und eine deutlich aufstrebende Entwicklung an Ausbildungsplätzen erreicht.

Künftig 200 Schüler an der Berufsfachschule für Pflege (BFS) am Schongauer Krankenhaus?

Die Marke von 200 Schülern sei im Falle eines Zustandekommens der Verbunds realistisch, so Lippmann, Schäfer und Orban und könne bei Bedarf künftig noch erweitert werden. Wichtig könnte dabei das Thema Wohnraum werden. Wissend um die finanziellen Zwänge des Landkreises stellt Schäfer fest, dass das Wohnheim in die Jahre gekommen sei. Solange kein neuer Wohnraum entsteht, könne man nicht außerhalb des Landkreises um Auszubildende in der Pflege werben. „Die Gesellschaft muss ihre Prioritäten klären“, findet Lippmann.

 Derzeit sind es rund 130, aktuell noch fast ausschließlich eigene, Schüler, die die einjährige Ausbildung zur Pflegefachhilfe beziehungsweise die dreijährige zu Pflegefachfrau bzw. -mann absolvieren. An der BFS stehen pro Jahr rund 70 Ausbildungsplätze zur Verfügung.  

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