Dienstversammlung der Kommandanten der Feuerwehren:

Rüdiger Sobotta ist alter und neuer Kreisbrandrat

Etwas warm ums Herz dürfte es Kreisbrandinspektor a. D. Anton Kappendobler (rechts) schon geworden sein, als ihm nach 48-jähriger Feuerwehrtätigkeit von Kreisbrandrat Dr. Rüdiger Sobotta (Mitte) und Kreisbrandinspektor Ludwig Fernsemmer das Bayrische Ehrenkreuz des Landesfeuerwehrverbandes e. V. verliehen und die Ernennungsurkunde zum Ehren-Kreisbrandinspektor ausgehändigt wurde.
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Etwas warm ums Herz dürfte es Kreisbrandinspektor a. D. Anton Kappendobler (rechts) schon geworden sein, als ihm nach 48-jähriger Feuerwehrtätigkeit von Kreisbrandrat Dr. Rüdiger Sobotta (Mitte) und Kreisbrandinspektor Ludwig Fernsemmer das Bayrische Ehrenkreuz des Landesfeuerwehrverbandes e. V. verliehen und die Ernennungsurkunde zum Ehren-Kreisbrandinspektor ausgehändigt wurde.
  • Manfred Ellenberger
    VonManfred Ellenberger
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Landkreis – Nach sehr langer Zeit konnte Kreisbrandrat Dr. Rüdiger Sobotta am vergangenen Donnerstag in der Deckerhalle in Herzog­sägmühle wieder einmal die Führungskräfte der Feuerwehren des Landkreises Weilheim-Schongau zur kombinierten Kommandanten-Dienstversammlung und Versammlung des Kreisfeuerwehr-Verbands (KFV-Versammlung) begrüßen. Die üblicherweise zweimal pro Jahr stattfindenden Kommandanten-Dienstversammlungen hatten im gesamten vergangenen Jahr als auch im ersten Halbjahr 2021 nicht durchgeführt werden können. 

Der wichtigste Teil der gemeinsamen Veranstaltung war zweifelsohne die gemäß dem Bayrischen Feuerwehrgesetz (BayFwG) alle sechs Jahre durchzuführende Wahl des Kreisbrandrates. Dieser wird von den Kommandanten der freiwilligen Feuerwehren (FF) und den Leitern der Werkfeuerwehren gewählt. Insgesamt gibt es 57 Feuerwehren im Landkreis.

Da der – wohlbemerkt ehrenamtliche – Dienstposten des Kreisbrandrates beim Landratsamt verankert ist und es sich somit um eine dem Amt zugeordnete dienstliche Wahl handelte, war die Einladung durch das Landratsamt ergangen und auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß war als Gastgeberin zugegen.

Dr. Sobotta, der erstmals im Jahr 2009 und im Jahr 2015 ein weiteres Mal zum Kreisbrandrat gewählt worden war, hatte als einziger für dieses Amt kandidiert. Folglich schlug ihn die Landrätin bei ihrer den Feuerwehrlern sehr zugewandten, nicht zuletzt aufgrund des folgenden umfangreichen Veranstaltungsprogramms recht kurzgefassten Begrüßungsrede neuerlich für dieses Amt vor.

Noch vor der Wahl wurde mit dem „Stillen Gedenken“ der verstorbenen Feuerwehrkameraden gedacht und Dr. Sobotta berichtete danach über das Einsatzgeschehen. Die zahlreichen Aktivitäten reichten aufgrund der drei ausgesetzten Dienstversammlungen zurück bis ins Jahr 2019. Neben zahlreichen Einsätzen bei Bränden, Hochwassern, Einstürzen und vor allem Unfällen berichtete er auch über Feuerwehrunterstützung bei Munitionsfunden und über Tierrettungen. Auch auf das neu hinzugekommene Personal in der Kreisbrandinspektion ging er ein. Da im vorletzten Jahr noch größere Übungen und Leistungswettbewerbe möglich waren, gab es auch über diese einiges zu berichten. Als später größere Zusammenkünfte nicht mehr möglich gewesen waren, hatten sich die Feuerwehren im Landkreis unter anderem mittels Videokonferenzen ausgetauscht. Es wurden und werden aber auch Atemschutzlehrgänge mit bis zum Jahresende insgesamt 120 erwarteten Lehrgangsabschlüssen durchgeführt. Neben weiteren Aktivitäten gab es im April dieses Jahr auch eine Corona-Sammelimpfung für Feuerwehren.

Die Wahl

Matthias Seitz, Abteilungsleiter Sicherheit und Ordnung, Kommunale Angelegenheiten im Landratsamt Weilheim hatte nach seinem ersten Einsatz als Wahlleiter im Jahr 2015 diese Aufgabe auch heuer für die geheim durchzuführende Wahl übernommen. Insgesamt waren die Kommandanten/Leiter von 49 Feuerwehren und damit weit mehr als die für die Wahl erforderlichen mindestens 50 Prozent gekommen. Sie alle wurden hernach in alphabetischer Abfolge der Orte zur Wahl nach vorn gebeten, bekamen dort jeweils einen Stimmzettel und hatten hinter einer Abtrennung die Wahl, darauf mit ‚Ja‘ oder auch ‚Nein‘ über die Wahl von Dr. Sobotta zu befinden und danach den Zettel in die aufgestellte Wahlurne einzuwerfen. Die anschließende Auszählung ergab, dass alle 49 Stimmzettel gültig waren. Auf 45 davon stand das Kreuz beim ‚Ja‘, was annähernd 92 Prozent aller Stimmen für den alten wie auch neuen Kreisbrandrat Dr. Rüdiger Sobotta entspricht.

Dem Kreisbrandrat obliegt es, zu seiner Unterstützung Kreisbrandinspektoren und Kreisbrandmeister zu bestellen. In Abhängigkeit von der Größe des Landkreises gibt es in Weilheim-Schongau zwei Kreisbrand­inspektoren und 14 Kreisbrandmeister. Dieses Gefüge wird insgesamt als Kreisbrandinspektion bezeichnet. Die Dienstposten sind ebenfalls beim Landratsamt verankert und genauso wie der Kreisbrandrat sind auch deren Inhaber ehrenamtlich tätig.

Verabschiedungen und Ehrungen

Da dies nach langer Zeit die erste Versammlung größere Feuerwehrveranstaltung war, nutzte Dr. Sobotta die Gelegenheit, zahlreiche zwischenzeitig ausgeschiedene Kommandanten und stellvertretende Kommandanten nochmals offiziell zu verabschieden.

Außerdem wurde Klaus Edenhofer von der Freiwilligen Feuerwehr Penzberg nach dessen fast 21 Jahren dauernden Tätigkeit als Schiedsrichter verabschiedet. Hinzu kamen mit Kreisbrandinspektor Anton Kappendobler und den Kreisbrandmeistern Werner Hoffmann und Bastian Eiter gleich drei bereits außer Dienst befindliche Mitglieder der Kreisbrandinspektion. Ersterer wurde zum Ehren-Kreisbrand­inspektor und der inzwischen als Bürgermeister der Gemeinde Wallgau tätige Bastian Eiter zum Ehren-Kreisbrandmeister ernannt. Werner Hofmann wurde zum Ehren-Mitglied ernannt.

Eine Ehrung erhielten auch der bislang als Fachberater Behördenwesen und Katastrophenschutz tätige Walter Weber, der zum Weilheimer Ordnungsamt wechselt sowie der Leiter des in Peißenberg befindlichen Impfzentrums Weilheim-Schongau Christian Achmüller, und dessen ärztlicher Leiter Dr. Christoph Wittermann als Anerkennung für die Unterstützung der Feuerwehren in der Corona-Krise.

Im Zuge der gemeinsamen Versammlung fanden auch die Wahlen des Schatzmeisters und der zwei Kassenrevisoren des KFV statt. Ulrich Weiß (Ehren-Kreisbrandmeister aus Steingaden) gibt das Amt des Schatzmeisters nach jahrzehntelanger Tätigkeit ab. Die für seine Nachfolge vorgeschlagene 35-jährige Martina Wieland (FF Schongau) wurde auf Vorschlag des Kreis­ausschusses in offener Abstimmung von den Teilnehmern einstimmig gewählt. Während sich der bisherige Kassenrevisor Gerold Grimm (Kreisbrandmeister) erneut zur Wahl gestellt hatte und in offener Wahl erneut als solcher bestätigt wurde, hatte der zweite Kassenrevisor Peter Abt (Ehren-Kreisbrandmeister) dieses Amt aufgegeben. Der für seine Nachfolge vorgeschlagene Klaus Straub (Kommandant FF Peiting) wurde ebenfalls in offener Wahl einstimmig mit der Aufgabe betraut.

In seinem letzten Bericht als Schatzmeister erläuterte Ulrich Weiß den Kassenstand des KSV in Höhe von 36.525 Euro zum 31.12.2020. Neben der fast summengleichen Aufteilung auf ein Geschäftsgiro- und ein Geldmarktkonto sind 17.100 Euro in einem Sparkassenbrief verbucht. Mit dem Hinweis, dass dieser mit 0,02 Prozent verzinst sei, konnte Ulrich Weiß zum Ende seines Berichts auch noch für etwa Belustigung bei den Zuhörern sorgen.

Aufgaben

Nach seiner Wiederwahl wird für den 56-jährigen mittlerweile zwölf Jahre im Amt des Kreisbrandrats befindlichen Dr. Rüdiger Sobotta auch in den nächsten sechs Jahren die Beratung des Landratsamtes, der Gemeinden und der Feuerwehren in allen Fragen des Brandschutzes und der Technischen Hilfeleistung zu den wesentlichen Aufgaben gehören. Er hat auch Sorge dafür zu tragen, dass die Feuerwehren einen möglichst guten und einheitlichen Ausbildungsstand haben.

Vielfach werde der Kreisbrandrat als oberster Feuerwehrler oder Chef im Landkreis bezeichnet, so Sobotta. Das stimme aber nur bedingt, weil die Strukturen dezentral und föderalistisch seien. Jede Kommune und jeder Kommandant sei zunächst für die eigene Feuerwehr selbst verantwortlich.

Am ehesten trifft wohl zu, dass der Kreisbrandrat eine Aufsichtsfunktion über die Feuerwehren hat. Dr. Sobotta versteht sein Amt so, dass er die Feuerwehren, insbesondere die Kommandanten in einer Weise unterstützt, dass „im gemeinsamen Wirken das bestmögliche Ergebnis erreicht wird“. Dazu gehört beispielsweise das Ermöglichen notwendiger Lehrgänge für die Feuerwehren bei einer Feuerwehrschule und die Unterstützung bei der Beschaffung von Gerätschaften. Die Prüfung und Klärung möglicher staatlicher Zuschüsse bei der Regierung von Oberbayern oder sogar im zuständigen Innenministerium zählen ebenfalls zu den Aufgaben.

In Stunden kann Sobotta seine wöchentlichen Einsatzzeiten nicht so genau beziffern, weil dies sehr unterschiedlich ist. Pro Jahr ist er zwischen 1.200 und 1.400 Stunden ehrenamtlich in seiner Funktion tätig. Und dass, obwohl er als selbständiger Bauingenieur an zwei Standorten gemeinsam mit zwei Partnern auch noch ein Ingenieurbüro mit 13 Mitarbeitern leitet.

Übrigens sollten sich alle, die einen Faible für die Feuerwehr haben, bereits jetzt den 24. September 2022 vormerken. Da soll nämlich die so benannte „Lange Nacht der Bayrischen Feuerwehren“ stattfinden.

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