»Ein guter Standort«

Simone Adelwart aus Sindelsdorf fördert die Wirtschaft

Simone Adelwart an ihrem Arbeitsplatz.
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In Corona-Zeiten ist virtuell Trumpf: Simone Adelwart plant unter anderem mit Partnern eine große Online-Berufsmesse.
  • vonStephanie Novy
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Landkreis – Der Landkreis Weilheim-Schongau hat eine neue Wirtschaftsförderin: Simone Adelwart aus Sindelsdorf, gebürtige Penzbergerin. Die 34-Jährige hatte sich vor ihrer beruflichen Karriere einen Namen als Wintersportlerin gemacht.

Adelwart war etliche Jahre im Langlauf aktiv gewesen. Fünf Jahre lang gehörte die Sindelsdorferin sogar der Nationalmannschaft an. Nach dem Abitur am Sportinternat in Oberstdorf führte ihr Weg zur Bundeswehr als Sportsoldatin und nach dem BWL-Studium in die Sportartikelbranche. Dort war Adelwart bei einer Penzberger Firma im Langlaufbereich für Marketing und Vertrieb tätig. Nach knapp acht Jahren und einem kurzen Abstecher zu einem Grünwalder Start-up-Unternehmen wollte sie „raus aus der Sportbranche und was anderes machen“, wie die 34-Jährige dem Kreisboten erzählt.

Adelwart trat zu Jahresbeginn im Landratsamt die Stelle als Wirtschaftsreferentin des Landkreises an. Die Stelle war seit Längerem unbesetzt gewesen: Vorgänger Martin Weidehaas hatte die Position im Frühjahr 2019 übernommen, allerdings schon kurz darauf aus gesundheitlichen Gründen seinen Rückzug erklärt.

Mit dem Landkreis Weilheim-Schongau hat Adelwart nun einen „sehr vielfältigen Wirtschaftsstandort“ vor sich. Die Referentin hebt den „bunten Branchenmix“ hervor – zwischen Lech und Loisach bieten große Industriefirmen aber auch kleine und mittlere Familienbetriebe den Menschen Lohn und Brot. Die Region „ist handwerklich geprägt“, erklärt sie eines der klassischen Merkmale der unternehmerischen Struktur. Klare Aussage von Adelwart: „Das ist ein guter Standort.“ Auch wegen der guten Bildungsmöglichkeiten, verbunden mit einem hohen Freizeitwert und der vielen Natur, wie sie ergänzt.

Aufholbedarf beim Thema Infrastruktur

Als Wirtschaftsförderin will die 34-Jährige viel Wert auf eine „enge Zusammenarbeit“ mit Kommunen, Einrichtungen und Institutionen legen. Sie spricht von einem „guten Netzwerk“, das sie für Unternehmen aufbauen wolle. Bei aller Begeisterung für das neue Arbeitsumfeld räumt die Referentin durchaus auch Nachholbedarf in der Region ein. Vor allem „im Bereich der Infrastruktur“, sagt Adelwart mit Blick auf die Anschlüsse an wichtige Straßenverbindungen, gerade bei örtlichen Gewerbegebieten. „Da kann man was tun.“

Der Landkreis, aber auch das ganze Oberland, leiden seit Jahren unter einem zunehmenden Mangel an Fachkräften. Qualifiziertes Personal ist oftmals nur schwer zu bekommen. Die neue Referentin setzt deshalb auf ein besonderes Angebot vom 15. bis 19. März: Erstmals finden an diesen Tagen die bislang getrennte Job-Messe und das Hochschulforum gemeinsam statt – coronabedingt als Online-Event. Die Kreisentwicklung des Landratsamtes um Adelwart plant gemeinsam mit dem Arbeitskreis Schule-Wirtschaft sowie der Sparkasse Oberland, der Agentur für Arbeit, der IHK und der Kreishandwerkerschaft als Partner ein umfangreiches Angebot mit virtuellen Messeständen, Vorträgen und Videochats. 120 virtuelle Ausstellungsflächen soll es geben.

Von Andreas Baar

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