Ergebnisse und Reaktionen

So lief die Bundestagswahl im Wahlkreis Weilheim

Erststimmen Bundestagswahl 2021 Weilheim
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So verteilten die Wählerinnen und Wähler im Wahlkreis 226 ihrer Erststimmen. Durch die grauen Balken dargestellt: das Abschneiden bei der Bundestagswahl 2017.
  • Sofia-Leonie Wiethaler
    VonSofia-Leonie Wiethaler
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  • Rasso Schorer
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Landkreis – Es war eine spannende Wahl, bei der am Sonntag über die Bundesregierung der kommenden vier Jahre entschieden wurde. Der Wahlkreis 226 Weilheim war an den Stimmzetteln überdurchschnittlich fleißig. Lag Bayern mit 79,8 Prozent Wahlbeteiligung schon um 3,2 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt, so kamen die Landkreise Weilheim-Schongau (82,6) und Garmisch-Partenkirchen (80,9) gemeinsam mit 81,9 Prozent auf einen noch höheren Wert. Alexander Dobrindt (CSU) und Gerrit Huy (AfD), die beide im Wahlkreis antraten, erhalten Plätze im Bundestag.

Von „historischen Wahlergebnissen“ war auf Bundesebene oft die Rede. Die Grünen konnten zum Beispiel ein deutliches Plus von 5,8 Prozentpunkten verzeichnen (Stand 28. September, Vormittag) und kommen somit auf 14, 8 Prozent. CDU/CSU mussten dagegen ein Minus von 8,9 Prozentpunkten hinnehmen. Insgesamt erreichten sie 24,1 Prozent. Freuen durfte sich die SPD, welche mit 25,7 Prozent das stärkste Ergebnis aller Parteien einholte und 5,2 Prozentpunkte zulegte.

Die FDP gewann 0,7 Prozentpunkte dazu und liegt damit bei 11,5 Prozent. Punkte verloren (2,3) hat dagegen die AfD. Sie kommt auf 10,3 Prozent. Deutlich Federn lassen musste Die Linke. Sie verlor 4,3 Punkte und schafft es mit 4,9 Prozent nicht über die 5-Prozent-Hürde. Durch die Direktmandate ist die Linke jedoch trotzdem im Bundestag vertreten.

Doch wie geht es jetzt weiter? Die Wahlperiode des alten Bundestags endet mit dem Zusammentritt des neuen Gremiums. Die Konstituierende Sitzung ist auf der Seite des Bundeswahlleiters spätestens für Dienstag, 26. Oktober, angesetzt. Wie viel Zeit die Koalitionsverhandlungen der Parteien jedoch in Anspruch nehmen werden, ist nicht festgeschrieben. Bei der letzten Bundestagswahl 2017 vergingen zwischen dem Wahltag und der Wahl der Kanzlerin 171 Tage – ein Höchststand. Wer dieses Mal mit wem in eine Koalition gehen wird, ist noch unklar.

So entschieden die Wählerinnen und Wähler im Wahlkreis 226 bei der Abgabe ihrer Zweitstimmen.

Auf Ebene des Wahlkreises 226 Weilheim ging es zwischen Union und SPD weit weniger eng zu. Nah kam der CSU hier keiner, auch wenn sie bei den Zweitstimmen deutlich auf 35,1 Prozent – 2017 waren es 42,9 – einbrach. Auch bei den Erststimmen erreichte Alexander Dobrindt mit deutlichem Vorsprung das Ziel. Seine 41,9 Prozent bringen klar ein Direktmandat, im Vergleich zu den 47,9, die er 2017 einfuhr, aber auch einen erneuten Verlust. Die 59,4 Prozent, die der Peißenberger erreichte, als er 2002 erstmals für den Bundestag angetreten war, sind mittlerweile ein gutes Stück weg. Ebenfalls in den auf künftig 735 Abgeordnete zählenden Bundestag zieht Gerrit Huy für die AfD ein – Platz zwölf auf der Landesliste bringt sie dank bayernweiten 9,0 Prozent nach Berlin. Im Wahlkreis verlor die AfD sowohl an Erst- als auch Zweitstimmen.

Überhaupt: Insgesamt zeigten im Wahlkreis 226 Weilheim die Erst- und Zweitstimmen in ihrer Tendenz oft in die gleiche Richtung. Die CSU verlor bei beidem in etwa gleichem Maße, die SPD hielt ihren Erststimmenanteil auf ähnlichem Niveau und legte bei den Zweitstimmen zu. Die Grünen verzeichneten auf beiden Seiten des Stimmzettels eine gewachsene Zahl an Kreuzen, bei der FDP herrschte weitgehend Konstanz. Die Freien Wähler – 2017 ohne Direktkandidaten im Wahlkreis – legten stark zu. Als Gewinner kann sich auch Neuling dieBasis fühlen. Verlierer ist die Linke mit herben Verlusten bei Erst- und Zweitstimme – auch hier war der hiesige Wahlkreis im Vergleich zur Bundesebene keine große Ausnahme.

Nach der Wahl: Die Reaktionen der Kandidaten im Wahlkreis

Wie fällt Ihr Fazit ihres eigenen Abschneidens im Wahlkreis aus? Wie bewerten Sie das Ergebnis Ihrer Partei im Wahlkreis? Wie sehen Sie das Abschneiden Ihrer Partei auf Bundesebene? Diese Fragen haben wir allen hiesigen Kandidaten am Tag nach dem Wahlsonntag einheitlich und in immer derselben Reihenfolge gestellt und folgende Antworten bekommen:

Sigrid Meierhofer (SPD): „Bei der traditionellen Vorherrschaft der CSU in unserem Wahlkreis mit dem seit Jahren gleichen Kandidaten, war ein Direktmandat nicht realistisch. Wir haben einen engagierten Wahlkampf geführt und ich habe viel Zuspruch von Bürgerinnen und Bürgern im Wahlkampf erfahren. Es hat mir zunehmend Spaß gemacht. Für eine Erstkandidatur finde ich mein Ergebnis sehr respektabel.
Die SPD hat es geschafft, wieder die zweitstärkste Partei bei der Bundestagswahl im Wahlkreis zu werden. Es gibt einen Aufwärtstrend bei der SPD zu beobachten, der uns verstärktes Engagement in der nächsten Zukunft abverlangen wird um dies weiter zu entwickeln. Der Machtschwund der CSU hat sich auch dieses Mal fortgesetzt und zeigt, dass nur mehr jede/jeder Dritte mit deren Politik einverstanden ist. Besonders erfreulich ist auch, dass die AFD Federn lassen musste.
Das Abschneiden der SPD bei dieser Bundestagswahl ist phänomenal. Wir stellen die stärkste Fraktion im Bund. Unser Kanzlerkandidat hat voll überzeugt, was in den Zustimmungswerten deutlich zum Ausdruck kommt. Mit unserem Wahlprogramm haben wir offensichtlich auch die Probleme vieler Bürgerinnen und Bürger angesprochen, die sich auch eine Änderung in der Politik für die nächsten vier Jahre wünschen. Ich hoffe auf eine Ampel.“

Elisabeth Löwenbourg-Brzezinski (Grüne): „Wir haben einen tollen Wahlkampf geliefert. Als einzige Kandidatin habe ich stark bei den Erststimmen zugelegt und mein Zweistimmenergebnis liegt nahe am Bayernergebnis. Ein starkes Resultat für eine politische Newcomerin und Quereinsteigerin, und erst recht für eine junge Frau im Wahlkreis von CSU-Spitzenkandidat Alexander Dobrindt.
Bayern lag im Wahlergebnis deutlich unter Bund. Dennoch haben wir Grüne uns im Wahlkreis stark verbessert gegenüber den letzten Bundestagswahlen. Besonders freuen mich die Ergebnisse in meiner Heimat Weilheim, aber auch in Murnau, Seehausen und Bernried sowie neue grüne Akzente in Mittenwald. Ich freue mich auch sehr über die vielen neuen Mitglieder in den Kreisverbänden, die wir gewonnen haben.
Wir haben das beste Ergebnis der Grünen seit 40 Jahren eingefahren und uns massiv gesteigert seit der letzten Bundestagswahl, auch wenn wir für noch mehr gekämpft und gehofft haben. Nun konzentrieren wir uns auf die Koalitionsverhandlungen um eine starke Klimaregierung zu stellen und dem Mandat der Wähler:innen für Klima und Gerechtigkeit dienen zu können.“

Martin Sielmann (FDP): „Die FDP kämpft vor allem um Zweitstimmen. Das letzte Direktmandat holte Uwe Lühr 1990 in Hans-Dietrich Genschers Heimatstadt Halle. Der Direktkandidat der FDP, und das durfte ich 2017 und 2021 sein, ist als Gesicht und Stimme der Wahlkampagne wichtig. Ich gratuliere Alexander Dobrindt zur Wiederwahl und freue mich, dass unser Wahlkreis von Wahl zu Wahl weniger schwarz wird.
Am Sonntag konnten wir mit 10,4 Prozent das gute Ergebnis von 2017 wiederholen. Das ist historisch und zeigt die Stärke der FDP. Die Wähler wollen, dass die FDP als korrigierende Kraft regiert, Reformen antreibt und dabei auf das verträgliche Maß achtet. Die Wahlentscheidung für die FDP war das Votum für die soziale Marktwirtschaft, gegen die lähmenden Jahre der GroKo, also für dringende Reformen. Es ist auch das Votum, linke und grüne Träumer zu moderieren.
Ich freue mich ungemein und bin sicher, dass die FDP in einer Dreierkoalition exzellent regieren wird. Wir haben uns vier Jahre lang vorbereitet. Ich wünsche mir, dass es der FDP gelingt durchzusetzen, wofür wir hier seit Jahren kämpfen: Den Halbstundentakt und die Verbesserung unserer Eisenbahnen, den Bau des Wanktunnels oder das Ende der Grenzkontrollen der Bundespolizei bei der Einreise aus Österreich, die am Autobahnanfang in Füssen alle nur nerven.“

Alexander Dobrindt (CSU; zum allgemeinen Ergebnis der CSU/CDU auf der Pressekonferenz nach der CSU-Vorstandssitzung): „Es ist ein sehr sehr schwieriges Ergebnis und eine der unnötigsten Niederlagen der vergangenen Jahrzehnte. Der Schlussspurt hat gut funktioniert, aber nicht ausgereicht, um die SPD einzuholen. Danke an alle, die im Wahlkampf unterwegs waren. Der Kampfgeist war enorm.
Wir haben das Thema des drohenden Linksrutschs sehr deutlich formuliert, Rot-Rot-Grün hat keine Mehrheit. Es gibt nun verschiedene Optionen für die Regierungskoalition. Dazu muss sondiert werden und wir haben ein Angebot unterbreitet.
Uns kommt dabei in der Fraktion eine wichtige Rolle zu. Die CSU hat in der Fraktion an relativem Gewicht gewonnen. Die Fraktion insgesamt ist nun 50 Mandate kleiner, 49 davon gehen im CDU-Teil ab. Die CSU steht damit an dieser Stelle in höherem Maße in der Verantwortung. Das Koalitionsangebot an FDP und Grüne ist kein Angebot zur Selbstaufgabe oder unseren inneren Entkernung. Gespräche müssen fair und auf Augenhöhe verlaufen. Wir haben der Übernahme von Verantwortung keine Absage erteilt. Ein Bündnis kann funktionsfähig gestaltet werden. Die Gespräche dazu kann keiner allein führen. Die Entscheidungen, wer in die Koalitionsgespräche geht, müssen binnen weniger Wochen getroffen werden.“

Maiken Winter (ÖDP): „Ich freue ich mich und bin sehr dankbar, dass das Wahlergebnis in unserem Landkreis das beste in ganz Deutschland war. Ganz besonders freue ich mich über einzelne Orte, wo ich fast 10 Prozent der Erststimmen erzielte – vorneweg Raisting. Das bestärkt mich sehr. Nun hoffe ich, dass sich vor Ort ein Stammtisch bildet, mit dem zusammen wir notwendige Veränderungen vor Ort vorantreiben.
Auch hier haben wir das beste Ergebnis. Trotzdem ist es nicht befriedigend. Denn angesichts der Klimakatastrophe und des Artensterbens sind ernsthafte Änderungen dringend notwendig. Dass in dieser Zeit dennoch die althergebrachten Parteien gewählt werden, ist mir unerklärlich. Angst sollten wir nicht vor Veränderung haben, sondern vor dem, was kommt, wenn sich zu wenig zu langsam verändert.
Hier ist unser Abschneiden ungenügend. Wir sind weiterhin zu wenig bekannt. Am meisten tut uns die 5-Prozent-Hürde weh und das sogenannten taktische Wählen. Unser Programm ist wohl zu anspruchsvoll; da müssen wir noch daran arbeiten, unsere Ziele klar und leicht verständlich zu formulieren.“

Gerrit Huy (AfD): „Ich hätte mir natürlich ein besseres Abschneiden gewünscht. Mein Kreisverband hat einen exzellenten Wahlkampf geführt, wofür ich mich auch auf diesem Wege noch einmal bedanken möchte. Mein Dank geht auch an die Bürger, die uns ihre Stimme gegeben haben. Sie können sicher sein, dass ich Ihre Anliegen im Bundestag mit allem Nachdruck vertreten werde.
Meinen Weilheimer und Garmisch-Partenkirchener Partei­freunden, die ihre Freizeit für diesen Wahlkampf geopfert haben, hätte ich ein noch besseres Wahlergebnis gewünscht. Durch die starke Position der Freien Wähler in Bayern und neue Parteien wie die Basis mit ähnlichen Positionen zur Corona-Krise war es dieses Jahr für uns besonders schwierig. Ein wichtiges Ziel haben wir immerhin erreicht: ich bin in den Bundestag gewählt worden.
Auf Bundesebene hat sich unsere Partei trotz der jahrelangen Stigmatisierung in den öffentlich-rechtlichen Medien erstaunlich gut geschlagen. Wir sind zweistellig geblieben und werden daher weiter der Stachel im Fleisch der Altparteien sein. Wir wollen faule Kompromisse und Fehlentscheidungen der nächsten Regierung ins Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen und die Regierung dadurch auf einen besseren Weg für uns alle bringen.“

Rolf Walther (Die Linke): „Wenn ich auf die Kommunalwahl vor einem Jahr blicke, hat sich die Zahl der Wähler, die mir ihre Stimme gegeben haben, verdoppelt. Wenn ich auf das Ergebnis unseres Direktkandidaten vor vier Jahren blicke, dann haben sich die Stimmen für die LINKE im Wahlkreis Garmisch-Partenkirchen/Weilheim-Schongau genau so reduziert wie im Land und im Bund insgesamt. Unbefriedigend, aber nicht wirklich persönlich verursacht oder beeinflussbar.
Unser Kreisverband umfasst drei Wahlkreise, und wir haben fast identische Ergebnisse. Wir hatten im Land und im Bund einen Trend, dem auch wir uns vor Ort nicht entziehen konnten. Die Erklärungen für diese Halbierung der Wählerschaft sind vielfältig, das muss sich wohl noch etwas setzen. Der Wahlkampf der LINKEN war engagierter und präsenter als jemals zuvor. Am mangelnden Engagement hat es nicht gelegen.
Das Ergebnis auf Bundesebene und in Bayern ist ein ziemliches Desaster, nahezu eine Halbierung der Stimmen gegenüber 2017. Auch in der Vergangenheit gab es Schwankungen, in Bayern zwischen 2,1 (Landtagswahl 2013) und 6,5 Prozent (Bundestagswahl 2009). Diese Schwankungen tangieren nicht unsere Arbeit vor Ort. Bis wir in der Mehrheit der Gemeinderäte und Stadträte vertreten sind, das wird noch ein Jahrzehnt in Anspruch nehmen.“

Arnold Reuss (Freie Wähler): „Leider haben wir im Bund die Fünfprozenthürde nicht übersprungen, ich freue mich aber über die Steigerung zur letzten Bundestagswahl und den gewaltigen Rückenwind aus Bayern. Allein die Tatsache, dass wir FREIE WÄHLER von Laschet und Söder immer wieder namentlich genannt wurden im Hinblick auf angeblich verschenkte Stimmen, zeigt deutlich, wie gespannt die Nerven der Union beim Gedanken an unsere Sachpolitik waren. In Bayern haben wir deutlich zugelegt. Das ist eine starke Leistung! Mein gutes Ergebnis und das meiner Partei im Wahlkreis freut mich besonders! Hier ist ganz deutlich die gute kommunalpolitische Arbeit der FREIEN WÄHLER angekommen. Eins ist klar: Die Bayern würden die Freien Wähler gerne im Bundestag sehen. Wir machen weiter mit unserer sachlichen und unaufgeregten Politik und danken den Wählerinnen und Wählern für das Vertrauen.“

Juina Wessel (dieBasis): „Dafür, dass ich weder vorher bekannt noch politisch in irgendeinem Amt aktiv war, bin ich sehr zufrieden. Ich möchte mich bei allen Wählern bedanken, die mir ihre Stimme gegeben haben. Es ist vor allem das Ergebnis von uns allen aus dem Kreisverband, die sich viele Stunden unermüdlich dafür eingesetzt haben.
Wenn man bedenkt, dass sich unser Kreisverband erst im Februar mit 13 Menschen gegründet hat, so ist es eine enorme Leistung. Die meisten von uns sind Politik-Neulinge, gehen oft einem normalen Arbeitsalltag nach. Es zeigt sich, dass sich ein guter Zusammenhalt und viel Herzblut auszahlen.
Mit über 734.000 Erststimmen bundesweit haben wir für einen ersten Antritt zur Bundestagswahl nach einem Jahr Gründungsphase Großartiges erreicht. Ich sehe das als Anfang für uns und weiß, dass alle von uns motiviert sind, begeistert weiterzumachen. Ich glaube, dass Basisdemokratie der einzige Weg ist, um die Politik zu verbessern und unsere Kinder zu schützen.“

Werner Knigge (Volt): „Meine Kandidatur war ein erster Test, aus dem ich viele Erfahrungen mitnehme. Als unbekannter Neuling habe ich das gleiche Ergebnis wie Volt auf der Bundesebene erreicht. Danke an die über 500 Wähler, die mir Ihre Stimme gegeben haben. Bereits vor der BTW haben wir mit den Vorbereitungen für die nächsten Wahlen in Bayern begonnen.
Wir sind mit dem Ergebnis nicht zufrieden, wissen aber, dass eine junge, unbekannte Partei gerade in dem Umfeld dieses Wahlkreises viel Ausdauer und Unterstützer benötigt. Für Volt war die BTW eine wichtige Möglichkeit, bekannt zu werden. Da wir uns nicht nur als Partei, sondern auch als Bewegung verstehen, werden wir auch nach der Wahl den Kontakt zu den Menschen anbieten.
Politischen Erfolg zu erreichen, bedeutet für eine Partei wie Volt, sich auf einen Marathon zu begeben. Unser erstes Ziel auf dieser Strecke waren die 0,5 Prozent. Wir sind um 0,1 Prozent daran gescheitert. Das bedauern wir natürlich. Da wir von unseren Inhalten, Starkes Europa, Mehr Lebensqualität für Alle, Neue Art der Politik, überzeugt sind, wird Volt diesen Marathon fortsetzen.“

Johann Gattinger (Bayernpartei): „Mein eigenes Abschneiden sehe ich sehr positiv. Besonders freut mich, dass ich so viele, treue Anhänger habe.
Das Ergebnis für die Bayernpartei könnte natürlich noch besser sein, wenn wir über die Zweitstimmen mehr Unterstützung bekommen hätten.
Bundesweit könnte natürlich ein besseres Wahlergebnis mehr Aufmerksamkeit für Bayern und unsere Interessen wie Eigenstaatlichkeit, Kultur und Traditionen von Vorteil sein.“

Rick Ryssel (parteilos): „Auch wenn ich mich über mehr Stimmen gefreut hätte, bin ich sehr zufrieden mit meinem Ergebnis bei der Wahl. Ich habe ohne die Mittel einer Partei auf Anhieb fast 1.000 Erststimmen bekommen. Damit hatte ich von allen Direktkandidaten das viertgrößte Wachstum gegenüber 2017. Gerade die Direktkandidaten der etablierten Parteien haben in großem Maß Stimmen verloren. Das bestärkt mich auf meinem Weg.
Ich habe mich dafür entschieden, parteifrei zu kandidieren, gehöre also keiner Partei an. Dadurch kann ich sicherstellen, dass ich nur den Wählern und meinem Gewissen verpflichtet bin und keinem Fraktionszwang. Trotzdem – oder gerade deshalb – habe ich mehr Erstimmen bekommen als 15 kleinere Parteien jeweils Zweitstimmen. Und bei den Erststimmen konnte ich sogar einen Parteivertreter überholen.
Bundesweit gab es dieses Jahr ca. 20 parteifreie Direktkandidaten. Es könnten 299 - also für jeden Wahlkreis einer - sein. Keiner davon konnte über das Direktmandat in den Bundestag einziehen. Die Stimmzahl lag zwischen 164 und 9.360 Stimmen bzw. 0,1 Prozent und 7,1 Prozent. Mein Ergebnis liegt im oberen Drittel. Das zeigt mir, dass die Menschen in unserem Wahlkreis offen für eine partei­freie Alternative sind.“

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