Raus aus dem Stillstand

Tourismusverband Pfaffenwinkel: Mit "Ausflugsticker" aus der Corona-Krise

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Zweiter Vorsitzender des Tourismusverbands Pfaffenwinkel ist künftig Thomas Dorsch (Hohenpeißenberg, 3. v. rechts). Geschäftsführerin Susanne Lengger, Vorsitzende Andrea Jochner-Weiß sowie die weiteren Mitglieder des Verbandsausschusses Gisela Kieweg (Bad Bayersoien) (vorne, v. links), Max Bertl (Steingaden) und Peter Ostenrieder (Peiting) (hinten, v. links).

Landkreis – 2019 war ein touristisch gesehen sehr gutes Jahr, wie Susanne Lengger, Geschäftsführerin des Tourismusverbands Pfaffenwinkel bei dessen Ausschusssitzung in der vergangenen Woche erklärte. Doch dann kam Corona und schlug voll zu. Welche wirtschaftlichen Auswirkungen das auf die Region hatte, aber auch welche Chancen in der Notlage stecken, darum drehte sich ihr Geschäftsbericht.

Umsätze von über 200 Millionen Euro hat der Tourismus 2019 in der Region ausgelöst. Davon entfallen fast 60 Prozent auf die Tagesreisen. Im vergangenen Jahr führten davon etwa 5,9 Millionen in die Region. Zwar habe man im Vergleich zum Vorjahr 2019 leichte Rückgänge zu verzeichnen gehabt, so Lengger. Was aber 2020 folgen sollte, damit hat wohl niemand gerechnet.

Von März bis Mai herrschte quasi Stillstand im Tourismus-Sektor. Der Umsatzausfall allein für März und April liegt bei 21 Millionen Euro, sagte die Geschäftsführerin in der Sitzung. Mittlerweile sei aber wieder eine gute Belegung von Ferienwohnungen und Urlaub auf dem Bauernhof zu verzeichnen. Eine gute Nachfrage – beispielsweise von Radfahrern – vermelden auch die Gasthöfe und Hotels derzeit wieder.

Trotz Stillstand gab es für den Tourismusverband dennoch reichlich zu tun. Ab Mitte März mussten zahlreiche Stornierungen abgewickelt werden. Gäste, Touristinfos und Gastgeber wollten mit Informationen versorgt werden. Zusätzlich fungierte man als „Kummerkasten“ für die Gastgeber, so Lengger. Es fanden regelmäßige Online-Stammtische des Tourismus Oberbayern München statt, zahlreiche persönliche Treffen wurden auf Videokonferenzen umgestellt.

Die Ausgangsbeschränkungen haben schließlich dazu geführt, dass die Menschen vermehrt Ausflüge in der näheren Umgebung unternommen haben. „An den Osterseen war es besonders gravierend“, so die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes. Das hat zur Einrichtung des „Pfaffenwinkel-Ausflugstickers“ geführt. Dieser ist auf der Webseite des Verbandes abrufbar und informiert beispielsweise über volle Parkplätze oder gibt Tipps für Ausflüge. „Es geht bei dem Ticker vor allem um die Besucherlenkung“, so Lengger.

Aktuelle Projekte sind die Konzepterstellung für dem Freizeitradverkehr (wir berichteten), die Umsetzung des Naturtourismuskonzeptes Ammer. Die Maßnahmen zum Regionalmarkt „Puregio“ wurden Corona-bedingt zunächst auf Eis gelegt, eine Wiederaufnahme stehe nun aber an, so Lengger. Ein Infopavillon an der Echelsbacher Brücke ist ebenfalls geplant. Dieser soll gemeinsam mit den Gemeinden Bad Bayersoien, Rottenbuch und Wildsteig sowie dem Staatlichen Bauamt Weilheim entstehen.

Neuer Vorsitzender

Neben dem Geschäftsbericht stand auch die Neuwahl des zweiten Vorsitzenden sowie die Bestellung der Verbandsmitglieder auf der Tagesordnung der Sitzung. Erste Vorsitzende ist und bleibt Landrätin Andrea Jochner-Weiß. Ihr Stellvertreter war zuvor Bernrieds Bürgermeister Josef Steigenberger, der im März jedoch nicht mehr als Gemeindeoberhaupt kandidierte. Sein Nachfolger beim Tourismusverband wird nun Hohenpeißenbergs Rathauschef Thomas Dorsch. Ihn wählte das Gremium mit 121 von 136 Stimmen zum zweiten Vorsitzenden. Acht weitere Mitglieder des Verbandsausschusses wurden bestellt. Es sind: Markus Loth (Weilheim), Falk Sluyterman (Schongau, Stefan Korpan (Penzberg), Peter Ostenrieder (Peiting), Frank Zellner (Peißenberg), Gisela Kieweg (Bad Bayersoien), Georg Malterer (Bernried) sowie Max Bertl (Steingaden).

Das geplante Hotspot-Projekt „Gut leben und wirtschaften im Pfaffenwinkel“ (wir berichteten) wurde dem Gremium noch von Wolfgang Hug vom WWF vorgestellt. Der Tourismusverband Pfaffenwinkel fällte einstimmig die Entscheidung, das Projekt weiterverfolgen zu wollen. Klappt bis dahin alles, könnte es zum 1. Juni 2021 starten, blickte Hug voraus. 

asn

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