Vorsitz um eine Stimme verfehlt

Wahldrama beim Kreisjugendring

Online-Versammlung des Kreisjugendrings
+
Bei der Online-Vollversammlung des KJR fiel der Technik in Weilheim eine wichtige Aufgabe zu. Hier sind Herbert Haseitl (vorn) und Martin Lehner im Gespräch mit der Noch-Vorsitzenden Katrin Jungmeier.

Landkreis – Bis auf Weiteres wird der Kreisjugendring Weilheim-Schongau ohne eine oder einen ersten Vorsitzenden auskommen müssen. Bei der kürzlich erforderlich gewordenen Herbstversammlung konnte die vorgeschlagene Kandidatin Sonja Merkle statt der nötigen 24 Ja-Stimmen von 47 Delegierten nur 23 holen. 

Zum Hintergrund: Bei der Wahl im Frühjahr gab es Unstimmigkeiten um die Anzahl der abgegebenen Stimmen sowie den zweiten Wahldurchgang, der gar nicht hätte stattfinden dürfen. Um dieses Mal alles richtig zu machen, überwachte die Referentin für Jugendringe und ehrenamtliches Engagement des Bezirksjugendrings, Esther Detzel, die Versammlung und besonders die Wahl.

Spannend wurde die Versammlung auch, weil sie aufgrund der Corona-Hygienebestimmungen erstmals online durchgeführt wurde. Das führte beim Einloggen der Delegierten und bei Abstimmungen zu Verzögerungen, die aber durch die Zuständigen für die Technik, Herbert Haseitl und Martin Lehner, schnell behoben wurden.

Insgesamt mussten 13 Tagesordnungspunkte behandelt, beziehungsweise abgestimmt werden. Die Versammlungsleitung hatte die bisherige erste Vorsitzende Katrin Jungmeier inne, die aufgrund der ungültigen Wahl bis zur Neuwahl im Amt verblieb. Jungmeier wollte nicht erneut kandidieren und erhielt vor und nach der Wahl viel Lob und Dank für ihr Engagement. „Das ist meine letzte Vollversammlung als Vorsitzende. Es war mir eine Ehre. Ich habe viele Erfahrungen gesammelt und bin stolz auf das Erreichte. Aber ich habe mich für einen Neustart entschieden. Ich wünsche der Versammlung einen guten Verlauf“, sagte sie. Dank für ihren Einsatz kam auch von den Grußwortrednern Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Karl-Heinz Grehl, die die Entscheidung nachvollziehen konnten.

Eine Stimme zu wenig

Der mit Spannung erwartete Punkt Neuwahl des ersten Vorsitzenden hatte es in sich. Zunächst wurde ein Antrag auf Abberufung des gesamten Vorstands aufgrund rechtlicher Bestimmungen abgelehnt. Bei der entscheidenden Abstimmung mit Aus- und neu Einloggen der Delegierten – es galt die präzise Anwesenheit festzustellen – verfehlte dann Kandidatin Merkle die notwendige Stimmenanzahl. Das Amt des Vorsitzenden wird deshalb bis auf Weiteres von Stellvertreter Andreas Nebel wahrgenommen.

Es gab aber auch erfreuliche Punkte für den KJR. So zum Beispiel, dass die Änderung der Zuschussrichtlinien für Freizeitmaßnahmen mit Stimmenmehrheit beschlossen werden konnte. Die Änderung sieht vor, dass künftig Maßnahmen ab zwei Tagen zuschussfähig sind. Dabei zählen An- und Abreise bereits für einen Tag. Mehr als 15 Tage pro Maßnahme sind nicht möglich.

Über den Tagesordnungspunkt neun – Beschluss des Haushaltsplans 2021 – wurde lebhaft diskutiert. Streitpunkt war, ob Freizeitmaßnahmen mit Defizit geplant werden dürfen oder im Ausnahmefall auf die Rücklagen zugegriffen werden darf. Nach reger Aussprache wurde der vorliegende Plan ohne Änderungen genehmigt.

Für zwei größere Projekte im kommenden Jahr – 75 Jahre KJR Weilheim-Schongau, 30 Jahre Zeltplatz an der Ammer – wurden die Planungen bereits aufgenommen.

Von Georg Müller

Bilder, Videos und aktuelle Ereignisse aus Ihrer Heimat: Besuchen Sie den Kreisboten Weilheim auch auf Facebook.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kommentare