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Koordinationsstelle gegen den Hebammen-Mangel

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Von: Stephanie Novy

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Hebammen-Koordinationsstelle des Landkreises Weilheim-Schongau
Klären über die Hebammen-Koordinationsstelle des Landkreises auf (v.li.): Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Leiterin Magdalena Graml und Petra Regauer (stellvertretende Sachgebietsleiterin Gesundheitsförderung). © Novy

Landkreis – Sie haben sicherlich einen der erfüllendsten Berufe, die es gibt. Jeden Tag sind Hebammen dabei, wenn Eltern zum ersten Mal ihr Kind in den Armen halten. Jedoch ist es auch ein Beruf, der aufgrund der Arbeitsbedingungen in den vergangenen Jahren zunehmend unattraktiver für viele wurde. Die Folge: akuter Hebammen-Mangel. Werdende Mütter im Landkreis werden bei ihrer Suche nach einer Geburtshelferin oder einem Geburtshelfer von der Hebammen-Koordinationsstelle unterstützt.

Der 5. Mai ist der Internationale Tag der Hebamme. An diesem Tag wird von der Unesco das Wissen und Können der Hebammen gewürdigt. Und dass dies mehr in die Öffentlichkeit gerückt wird, scheint dringend notwendig. Landrätin Andrea Jochner-Weiß sprach bei einem Pressetermin von einer „Hebammen-Not“. „Das ist ein Riesenproblem, dass da auf uns zu kommt.“ Seit Oktober 2020 gebe es deshalb die Hebammen-Koordinationsstelle des Landratsamtes. Seit Oktober 2021 ist Magdalena Graml die neue Leiterin. Die 51-Jährige hat ursprünglich eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht, wie sie selbst erzählte. Dann ging es allerdings in eine vollkommen andere Richtung. Graml machte ein Studium zur Diplom-Geologin. Ihr „bunter Lebenslauf“ habe sie dann während der Corona-Pandemie ans Gesundheitsamt Weilheim geführt und schließlich zu der noch relativ neuen Koordinationsstelle.

Ihre Aufgabe sei es „Ressourcen optimal zu nutzen“ und dabei zu helfen, dass sich „Hebammen untereinander vernetzen“. Die seien normalerweise „richtige Einzelkämpfer“, weiß auch Petra Regauer, stellvertretende Sachgebietsleitung Gesundheitsförderung des Landkreises. „Das ist schon eine echte Kunst, die zusammenzubringen.“ Regauer berichtete weiter, dass Graml auch spezielle Erste Hilfe Kurse für Hebammen sowie Fortbildungen zu bestimmten Themen auf die Beine gestellt habe.

Für werdende Mütter wird es zunehmend schwerer, Geburtshelfer zu finden. Nicht nur, weil es weniger gibt. Hebammen arbeiten zum Beispiel oftmals nur in einem bestimmten Radius. Auch die Kontaktaufnahme kann sich mitunter schwierig gestalten. Nicht alle haben eine eigene Website.

Gynäkologen legen mittlerweile dem Mutterpass die Flyer der Koordinationsstelle bei. Dann können sich die Frauen dort melden und Graml sucht über einen Verteiler die „passende Hebamme“. Für die Sommermonate gibt es heuer erstmalig ein besonderes Angebot. In den Monaten von Juli bis September sei der „Hebammen-Mangel ganz eklatant“, sagte Graml. Das liege daran, dass viele von ihnen dann selbst Urlaub machen würden. Um dem entgegenzuwirken, wird es spezielle Hebammensprechstunden geben. Für alle Mütter, die keine Hebamme finden, werden Sprechstunden in Weilheim, Peiting, Peißenberg, Penzberg und Seeshaupt angeboten. Diese finden in diversen Praxen statt. Dort bekommen Eltern die nötige Unterstützung. Mit dem Unterschied, dass keine Hausbesuche möglich sind.

Wer auf der Suche nach einer Hebamme ist, oder an den Sommer-Sprechstunden teilnehmen möchte, kann sich bei Graml unter Tel. 0881/6811797 melden oder eine E-Mail an gesundheitsfoerderung@lra-wm.bayern.de schreiben.

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