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Weilheim-Schongau: Zensus-Befragung abgeschlossen

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Von: Sofia-Leonie Wiethaler

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Eine Frau öffnet einem Mann die Tür. Dieser hält ein Tablet in der Hand.
Bildagentur PantherMedia kuprevich YAYMicro.jpg © Symbolbild: Bildagentur PantherMedia / kuprevich (YAYMicro)

Landkreis – Von Mai bis August 2022 fand deutschlandweit die Zensus-Haushaltsbefragung statt. Auch im Landkreis Weilheim-Schongau waren rund 220 sogenannte Erhebungsbeauftragte unterwegs. Sie holten in etwa 14 500 Haushalten, die vom Bundesamt für Statistik nach dem Zufallsprinzip ausgewählt waren, Daten von 34 600 Landkreisbürgerinnen und -bürgern ein. Nun wurde die Zensus-Erhebungsstelle im Landkreis geschlossen.

Zur organisatorischen Durchführung war im Landratsamt Weilheim eine Zensus-Erhebungsstelle eingerichtet worden. In der „heißen Phase“ wurde diese durch eine Außenstelle am Landratsamt Schongau unterstützt. In Spitzenzeiten war die Erhebungsstelle mit bis zu acht Mitarbeitern besetzt. Zu deren Aufgaben gehörte es, ehrenamtliche Erhebungsbeauftragte zu finden, diese für ihre Aufgabe zu schulen, diesen Helfern Befragungsbezirke zuzuweisen und sie mit Tablets und Unterlagen auszustatten. Darüber hinaus waren zahlreiche telefonische und schriftliche Nachfragen der Bürger zu beantworten und auf die Einhaltung des Datenschutzes zu achten. Ab Mitte August übertrug die Zensus-Erhebungsstelle dann die Daten in die Datenbank des Bundesamts für Statistik.

Bei den Befragungen kamen zwei unterschiedliche Fragebögen zum Einsatz. Die kleinere HH1-Befragung dauerte in der Regel weniger als fünf Minuten pro Person. Sie diente vor allem der Feststellung der amtlichen Einwohnerzahl. Wer für die größere HH2-Befragung ausgewählt wurde, musste zur Beantwortung der zusätzlichen 30 Fragen mit weiteren zehn Minuten rechnen. Die bei HH2 erhobenen soziodemografischen Merkmale – dazu gehörten Fragen zum Bildungsgrad und zur Berufstätigkeit – werden künftig als wichtige Planungsgrößen für politische und administrative Entscheidungen genutzt.

Der Erhebungsstelle wurden durch das Bayerischen Landesamt für Statistik einige hundert Prüffälle gemeldet: Diesen Unstimmigkeiten mussten die hauptberuflichen Mitarbeiter schließlich in einer zweiten Begehung nachgehen. Dabei konnte es vorkommen, dass etwa ein als leerstehend gemeldetes Gebäude doch von mehreren Personen bewohnt war. „Insgesamt sind wir mit der Arbeit unserer ehrenamtlichen Erhebungsbeauftragten sehr zufrieden“, sagt Andreas Ginger, Leiter der Zensus-Erhebungsstelle. „Von wenigen Ausnahmen abgesehen haben diese in einem schwierigen Umfeld in relativ kurzer Zeit sehr gute Ergebnisse erzielt.“

Insgesamt positiv bewertet Ginger auch die Mitwirkung der Befragten. „Natürlich sind bei einem Zensus-Interview von den Auskunftspflichtigen keine Begeisterungsstürme zu erwarten. Die große Mehrheit erkannte jedoch deren Sinn oder zumindest deren Notwendigkeit und gab bereitwillig Auskunft.“ Fast jeder Erhebungsbeauftragte berichtete aber auch von schwierigen Begegnungen, die von einer einfachen Verweigerung, über Beschimpfungen bis hin zur Androhung von körperlicher Gewalt reichen konnten. Letzteres zum Glück nur in wenigen Einzelfällen. Gegen knapp hundert Personen, die auch nach mehreren Aufforderungen ihrer Auskunftspflicht bis heute nicht nachgekommen sind, wurden nun Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Sie müssen mit der Verhängung von Bußgeldern rechnen.

Die andere Seite der Medaille: Nicht selten berichteten die Interviewer auch von Mitbürgern, die anscheinend nur wenige Außenkontakte haben und daher froh über diese Abwechslung und über das an ihnen gezeigten Interesses waren.

Die Zensus-Erhebungsstelle ist zwar offiziell geschlossen. Dringende E-Mail-Anfragen an zensus@lra-wm.bayern.de werden aber noch bis 28. Februar beantwortet. Mit den Ergebnissen der bundesweiten Zensus-Erhebung wird bis zum Ende des Jahres 2023 gerechnet.

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