Gut aufgestellt

Krankenhaus GmbH informiert über Themen in der Pflege

Situation Pflege Krankenhäuser Weilheim und Schongau
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Berichten über die Situation der Pflege an den Krankenhäusern Weilheim und Schongau (v.li.): Sabrina Schuler, Susanne Weber, Thilo Rudloff, Sandra Buchner und Anne Ertel.
  • Stephanie Novy
    VonStephanie Novy
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Weilheim/Schongau – „Die Pflegesituation ist deutschlandweit katastrophal.“ Die Worte von Pflegedirektorin Anne Ertel sind nicht gerade aufbauend, würde da nicht noch ein großes Aber kommen. Denn: in den Krankenhäusern Weilheim und Schongau hat sich die intensive Personalakquise der vergangenen Jahre bezahlt gemacht.

Seit 2019 gibt es bei der Krankenhaus GmbH regelmäßig Aktionen, um neue Mitarbeitende zu gewinnen. Die Tatsache, dass die Krankenhaus GmbH keinen Mangel an Pflegekräften hat und auch während der Pandemie keine Betten gesperrt werden mussten, sei Sandra Buchner zu verdanken, wie Ertel sagt. Dabei ist die Methode der stellvertretenden Pflegedienstleiterin eigentlich ganz einfach: „Ich will, dass das Krankenhaus in den Köpfen ist.“ Besonders gut eignet sich dafür anscheinend die Social Media-Präsenz.

Personal findet die GmbH dabei auch im Ausland. Dafür wurden sogar zwei externe Firmen beauftragt. Die eine vermittelt Menschen aus Tunesien, die andere aus Serbien und dem Kosovo. Durch den Krieg kamen auch schon sechs ukrainische Bürger.

Für die Betreuung der ausländischen Mitarbeitenden wurde Thilo Rudloff, Leiter der Station zwei in Weilheim, zum Integrationsbeauftragten ernannt. Er erklärt, dass eines der drängendsten Probleme der Wohnraum sei. Deshalb habe die Krankenhaus GmbH mittlerweile rund 50 Wohnungen in Weilheim und circa zehn in Schongau angemietet. Zudem, so Rudloff, gebe es Integrationshelferinnen. „Die haben oft selbst Migrationshintergrund.“ Sie wüssten also, worauf es ankomme und sie sprechen unter Umständen dieselbe Sprache. Die Integrationshelferinnen begleiten die neuen Mitarbeitenden auch in ihrem Alltag. „Das fängt schon bei der Mülltrennung an“, erzählt Rudloff. Aber auch Behördengänge können so erleichtert werden.

In den Krankenhäusern arbeiten die neuen Fachkräfte von Anfang an mit. Unter den Fittichen der Mitarbeitenden packen sie vom ersten Tag an mit an. Was die fachliche Qualifikation angeht haben die meisten ein gutes Basiswissen, wie Pflegedirektorin Ertel berichtet. Sprachlich hätten sie meist das Niveau B1/B2. Rudloff sagt, dass die neuen Mitarbeitenden täglich Sprachunterricht nehmen würden. Circa sechs Monate dauere es im Durchschnitt, bis die ausländischen Fachkräfte ihre Anerkennung erhalten. Dafür ist eine Abschlussprüfung notwendig, die bisher alle bestanden haben. „Wir coachen die Leute da aber auch intensiv drauf hin. Und es ziehen dabei alle Mitarbeitenden mit“, so Rudloff.

Man lernt nie aus

Ob deutsches oder ausländisches Fachpersonal, die Akquise läuft in den Krankenhäusern. Wichtig ist dann aber auch, dass die neuen Mitarbeitenden bleiben. Dabei setzt die GmbH unter anderem auf das Thema Fort- und Weiterbildungen. Wie man im Krankenhaus Karriere machen kann, weiß Sabrina Schuler. Sie ist stellvertretende Leitung der Weilheimer Notaufnahme. Angefangen hat alles mit einem FSJ in der geriatrischen Reha in Schongau. Ein einjähriger Pflegefachhelferkurs und eine dreijährige Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin folgten, bis es sie letztlich in die Notaufnahme verschlug. Doch ihr Weg ist noch nicht zu Ende. Wie Schuler berichtet, steht jetzt ein Stationsleiterkurs an und danach soll die Fachweiterbildung Notfallpflege kommen.

Die Kurse für Führungspositionen machen alle Leitungen der beiden Krankenhäuser. Dafür gehen sie entweder nach München oder Kaufbeuren. Ertel beschreibt das dort Erlernte als ein „gutes Instrument für die Zukunft“. Und Buchner ergänzt, dass die Kursteilnehmenden sich anschließend mehr zutrauen würden und ein gestärktes Selbstbewusstsein hätten.

Ebenfalls einen interessanten beruflichen Weg hat Susanne Weber eingeschlagen. Sie hat wie Schuler die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin gemacht. Allerdings wollte Weber keinen Stillstand, wie sie selbst sagt. „Ich fordere mich gerne selbst heraus.“ Deshalb ist sie seit 2018 nun auch Praxisanleiterin und hilft so den Neuen auf ihrem Weg zum Abschluss. Zudem konnte ihr durch flexible Arbeitszeiten der Besuch einer Abendschule ermöglicht werden, um ihren Fachwirt für Gesundheit und Sozialwesen zu machen.

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es so einige bei der Krankenhaus GmbH. Für Schuler zählt aber noch etwas ganz anderes, nämlich das gute Miteinander. In den Krankenhäusern seien „alle gleich. Von der Reinigungskraft bis zum Chefarzt.“

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