Aus Kiesgrube wird Ackerland

+
Es war einmal eine Kiesgrube: Die Fläche südöstlich vom Lamprecht wird mit Aushub von der Umgehungsstraßen-Baustelle verfüllt.

Peiting – Die große Menge von zirka 100 000 Kubikmeter Aushub hat das Unternehmen Erd- & Tiefbau Schneider von der Umgehungs-Baustelle bei Hohenpeißenberg auf ein Feld beim Lamprecht im Süden von Peiting verfrachtet. Dort wird eine Kiesgrube verfüllt. Das Material sei „völlig unbedenklich“, betont Firmenchef Georg Kees im Gespräch mit dem Kreisboten. Der Auftraggeber, das Staatliche Bauamt, habe das Material durch einen Gutachter aus Starnberg 2015 und 2016 mehrfach beproben lassen.

Durchaus kritisch sieht die Verfüllung der Kiesgrube Gemeinderat Andreas Barnsteiner. Denn die Kiesgrube liege in der äußeren Zone des Wasserschutzgebietes für Peiting. Die Ablagerungen im Schutzgebiet waren für Barnsteiner ebenso wie die Auflagen der Behörde bei der Sanierung der früheren Hausmülldeponie Anlass zur Forderung, dass er einen Vertreter des Wasserwirtschaftsamts mal im Gemeinderat haben möchte, „der Rede und Antwort steht“.

Bürgermeister Michael Asam meinte dazu, das kläre man zuerst auf dem Verwaltungsweg. Dessen Stellvertreter Franz Seidel hält es im Gespräch mit dem Kreisboten für angezeigt, mal nachzuschauen, was dort passiert. Die großen Fahrzeuge brächten Aushub nicht nur von der Umgehungsstraße bei Hohenpeißenberg, sondern auch woanders her.

Kees erklärt, der allergrößte Teil werde von der Umgehungsstraße herangefahren. Es sei immer das Bestreben, so eine ehemalige Kiesgrube „wenn möglich aus einer Entnahmestelle“ zu verfüllen. Doch auch wenn kleine Mengen von anderen Baustellen herangekarrt würden, müsse auch dieses Material zuvor beprobt werden, fügt der Geschäftsführer hinzu.

Kees sieht in der Verfüllung ohnehin einen Vorteil. Das Loch der bis zu acht Meter tiefen Kiesgrube, die früher von der Firma Dobler ausgebeutet worden war, habe unten an der Sohle eine „Angriffsfläche“ geboten. Gülle könnte zum Beispiel dort hinein gelangen. Die Verfüllung bedeute, dass eine „Wunde“ verschlossen werde.

Das meiste Material sei inzwischen von der Umfahrungs-Baustelle zu der gut ein Hektar großen Kiesgrube beim Lamprecht verfrachtet worden. Die oberen Schichten, die Rotlage und der Humus, stammen laut Kees von anderen Baustellen der Firma. 2018 sollen die Erdarbeiten abgeschlossen werden. Danach können die zwei Grundstückseigentümer Hetterich und Holl, wenn Humus und Rotlage gesackt sind, die Felder über der früheren Kiesgrube bewirtschaften. 

jj

Auch interessant

Meistgelesen

Beim "Sauren Max"
Beim "Sauren Max"
Erst 2020 barrierefrei
Erst 2020 barrierefrei
Schnittpunkt zwischen Gleis und Straße
Schnittpunkt zwischen Gleis und Straße
Digitale Ergänzung kommt an
Digitale Ergänzung kommt an

Kommentare