1.200 Quadratmeter:

Weg fast frei für Feneberg in Steingaden

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Die Kellerwiese am nordöstlichen Ortsrand Steingadens. Im Bildhintergrund verläuft die Schongauer Straße. Auf Kritik stieß das fehlende Satteldach. Ein Bau mit Flachdach passe nicht hierher, so einige Gemeinderäte. Auch wenn der Bau inmitten Steingadens liegt, gehört das Areal zur Gemarkung Urspring.

Steingaden – Wenn die vorgelegten Pläne mit dem Bebauungsplan übereinstimmen, könnten noch im Herbst die Bauarbeiten für den neuen Verbrauchermarkt in Steingaden beginnen. Als künftiger Betreiber will die Kemptener Firma Feneberg auf gut 1.200 Quadratmeter Verkaufsfläche in Teilen das verloren gegangene Angebot in Steingaden wiederherstellen. Für Bürgermeister Xaver Wörle eine „rundherum gute Geschichte“, wie er gegenüber dem Kreisboten meinte.

Fast noch druckfrisch lagen die Pläne für den neuen Verbrauchermarkt an der Schongauer Straße den Gemeinderäten vor. Erst am Vortag habe man diese erhalten, so Bürgermeister Xaver Wörle. Weshalb die zuständige Verwaltungsmitarbeiterin auch noch keine Gelegenheit gehabt hätte, so Wörle, die Pläne durchzusehen und auf Konformität mit der Bauleitplanung zu überprüfen. Erst dann werde man die Pläne weiterleiten an das Landratsamt. So oder so gefiel dem Gros der Räte, was sie zu sehen bekamen. Denn mit der Lärchenholz-Verschalung kam die Firma Feneberg, die den Verbrauchermarkt betreiben wird, den Gemeinderäten entgegen.

Als Negativbeispiel hatte der eine oder andere Gemeinderat den Feneberg-Markt in Bad Wörishofen vor Augen, wo große farbige Elemente die Fassade dominieren und der Markt damit deutlich aus der Landschaft hervorsticht. Am Kellerberg unterhalb des historischen Sommerkellers wollte man ein so auffälliges Gebäude keineswegs. Deshalb auch hätte es vor allem den Gemeinderätinnen gefallen, wenn das geplante Flachdach begrünt werden würde, während Bürgermeister Wörle eine PV-Anlage ins Spiel gebracht hatte und der Markt somit den Stromverbrauch mittels erneuerbarer Energien hätte decken können.

Knackpunkt Dach

Insbesondere bei den Landwirten stieß die geplante Dachform aber auf Ablehnung. Sie hatten sich ein „normales Satteldach“ gewünscht, ein wahres Ungetüm, so Xaver Wörle angesichts der Ausmaße von 50 auf 30 Meter. Zudem wäre das Gebäude durch das spitze Dach fünf bis sechs Meter höher geworden, wo dann wiederum der Denkmalschutz auf den Plan gerufen worden wäre. Zwar hätte der Markt den Sommerkeller nicht überragt, derzeit ist das historische Gebäude auch durch die grünen Bäume nicht zusehen. Dennoch hatte der Denkmalschutz schon vor einem zu großen Gebäude gewarnt.

Auf den Plänen sieht man ein zu 90 Prozent mit Holz verschaltes Gebäude, wobei mit den grauen Farbtönen (auf die Distanz) wohl auf die Verwitterung des Lärchenholzes angespielt wird. Sollte der Markt so wie vorgesehen gebaut werden – im Scherz meinte Xaver Wörle, dass man ihn dann Ende April einweihen könnte – wird der bisherige Standort im Ortskern gegenüber der Raiffeisenbank aufgegeben. Man tausche 500 Quadratmeter gegen 1.200, so Xaver Wörle. „Das ist für die Nahversorgung Steingadens für die nächsten 30 Jahre schon super“, meinte Wörle gegenüber unserer Zeitung. Zum einen, weil man keine drei verschiedenen Discounter im Ort habe wie andernorts. Aber vor allem freut sich Wörle, dass die Firma Feneberg auf der nun deutlich angewachsenen Grundfläche verlorengegangene Angebote wieder nach Steingaden bringt. „Das ist eine gute Lösung, dafür muss man auch zu Kompromissen bereit sein“, so Wörle.

Vor allem der Verlust eines Drogeriemarktes vor einigen Jahren und gerade erst die Aufgabe eines kleinen Schreibwarengeschäftes hat die Steingadener geschmerzt. Beides, also Drogerieangebot sowie eine Schreibwarenabteilung, will Feneberg am Kellerberg anbieten; dazu kommen die bekannten und vor allem regionalen Produkte von Feneberg sowie preislich attraktive Produkte von Edeka. Natürlich soll auch hier das Angebot im Vergleich zum bisherigen Standort deutlich erweitert werden, so Wörle.

Die Mindelheimer GeBaWe übernimmt den Bau des Gebäudes, die Firma Feneberg den Ausbau des von einer Bauträgergesellschaft erstellten Gebäudes. Wie Wörle erfuhr, stehe die Baufirma bereit, mit den Arbeiten anzufangen. Mit ihrer Zustimmung (bei vier Gegenstimmen) zu den Plänen machten die Gemeinderäte den Weg für einen frühen Baubeginn frei, sollten alle Auflagen erfüllt worden sein.

Oliver Sommer

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