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18 Wohnmodule für bis zu 144 Geflüchtete in Peiting

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Von: Johannes Jais

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Dieses Gebäude an der Seestraße soll abgerissen werden; dort sollen die 18 Wohnmodule platziert werden. © Jais

Peiting – Mit 16:5 Stimmen haben Peitings Gemeinderäte ihr Einvernehmen gegeben, dass eine Gewerbehalle in Peiting-Ost abgebrochen und auf dem Grundstück 18 Wohnmodule aufgestellt werden, wo maximal bis zu 144 Geflüchtete Platz finden. Die Unterkunft ist vorwiegend für Menschen aus der Ukraine bestimmt. 

Bei dem Standort handelt es sich um die ehemalige Pelzfabrik. Das Gebäude auf einem Grundstück zwischen der Seestraße und der Hauser Straße soll abgerissen werden. Als Bauherr tritt Nico Osenstätter auf, Juniorchef der Firma Osenstätter Holz & Furnier in Schongau-Ost. Der Unternehmer wird die Module errichten lassen. Sie werden dann mehrere Jahre vermietet, und zwar an das staatliche Landratsamt.

Derzeit sind es im Landkreis Weilheim-Schongau 1.257 ukrainische Flüchtlinge, so Helmut Hartl vom Landratsamt in der Sitzung des Marktgemeinderates. 600 Kinder und Erwachsene sind in kleinen dezentralen Unterkünften untergebracht, 700 privat. Von letzteren benötigen ungefähr 500 eine andere, eine neue Bleibe. Die Aussicht sei gut; inzwischen stünde man bei Wohnraum für 400 Betroffene vor einem Mietvertrag, schilderte der Sachgebietsleiter für Asylleistung und Integration.

Laut Osenstätter soll jedes der Wohnmodule für bis zu acht Personen aus zwei Schlafzimmern, einem Gemeinschaftsraum mit Küche und einer Nasszelle bestehen. Osenstätter verwies auf die Energieeffizienz mit der Erdwärmepumpe und mit PV-Modulen auf dem Dach.

Eine zweistöckige Bebauung wäre möglich. Dies würde aber deutliche Mehrkosten mit sich bringen, erklärte Osenstätter. Herbert Salzmann (SPD) fragte nach der Größe der Zimmer und ergänzte, dass bei 23 Quadratmetern drei Schlafplätze – und nicht vier – das Maximum sein sollen. Tobias Eding (SPD) hatte nach den Vorgaben zur Raumgröße gefragt. „Sieben Quadratmeter pro Person“, antwortete Helmut Hartl vom Landratsamt.

Zu dem Bauvorhaben entwickelte sich eine lebhafte, einstündige Diskussion (siehe nebenstehend). Die Quintessenz ist, dass Platz für Gemeinschaftsräume mit Möglichkeit zu Besprechungen und Hausaufgaben geschaffen wird und dass der Spielplatz wohl nicht neben die vielbefahrene Seestraße oder in den Innenhof kommt, sondern auf die Rückseite zur Hauser Straße verlegt wird. Es kam auch das Signal, dass nicht die Maximalzahl (144 Personen) ausgeschöpft wird.

Gehört – notiert

„Wir sind mit dezentralen Unterkünften sehr gut gefahren… Wir finden die Unterkunft zu groß.“
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Asylhelferkreis noch mehr Menschen betreuen kann.“ (Sabine Haser vom Asylhelferkreis Peiting)

„Wir benötigen dringend weitere Helfer im Asylhelferkreis.“ (Bürgermeister Peter Ostenrieder)

„Das Gebäude macht den Eindruck eines Provisoriums. So eine konzentrierte Anlage ist sicher nicht das Optimum.“ (Thomas Elste, Grüne)

„Mir widerstrebt eine Kasernierung der Leute. So viel Leute auf engem Raum – da ist der Streit vorprogrammiert.“ (Hermann Mödl, Bürgervereinigung)

„Viele Leute tendieren zu Tiny-Häusern. Und das hier ist nix anderes.“ (Helmut Hartl, Sachgebietsleiter im Landrats­amt für Asyl und Integration)

„Mir ist das zu wuchtig. Für dezentrale Unterbringungen ist noch Potenzial da. Die Gemeinde selbst könnte zwei bis drei Bauplätze dafür zur Verfügung stellen.“ (Josef Sellmaier, Bürgervereinigung, war dafür, den Beschluss zum Bauantrag 14 Tage zu verschieben.)

„Das ist zu groß. Ich hoffe, dass die Unterkunft nicht voll belegt wird.“ (Marion Gillinger , ÖDP)

„Bis zu 144 Flüchtlinge – das entspricht einem Prozent der Bevölkerung Peitings. Meines Erachtens ist das zu viel. Wir sollten da abspecken.“ (Andreas Schmid, Bürgervereinigung).

„Den Spielplatz sollten man besser nach hinten an die Hauser Straße verlegen.“ (Claudia Steindorf, SPD, verwies auf starken Verkehr an der Seestraße)

„Das gefällt mir besser als das, was vor mehreren Jahren dort mal vorgesehen war.“ (Alex Zila, Unabhängige)

„Wenn jemand dagegen ist, soll er einen konkreten Standort vorschlagen.“ (Franz Seidel, Bürgervereinigung)

„Wir werden uns nicht wegducken können.“
„Wir haben im Landkreis schlechtere Unterkünfte.“ (Norbert Merk, CSU)

„Wir haben keine bessere Alternative.“ (Alfred Jocher, Unabhängige)

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