2000 Jahre Heimatgeschichte

Eröffneten die Ausstellung im Stadtmuseum: Altlandrat Manfred Blaschke (rechts im Vordergrund) und Kreisrat Klement Sesar (Mitte). Foto: Schmid

Interessante Daten und Fakten über die Geschichte und die Entwicklung des Altlandkreises Schongau vor der Gebietsreform im Jahr 1972 zeigt die neue Ausstellung „40 Jahre Landkreis Weilheim-Schongau – Die Altlandkreise Weilheim und Schongau“, die jetzt im Schongauer Stadtmuseum zu sehen ist. Zeittafeln erzählen fast 2000 Jahre Heimatgeschichte des Schongauer Landes. Zu den Exponaten zählen unter anderem alte Urkunden aus dem Schongauer Stadtarchiv und diverse Literatur aus dem Altlandkreis Schongau. Ebenso sind alle 24 Gemeinden des ehemaligen Schongauer Landkreises auf Postkarten dargestellt.

Bei der Ausstellungseröffnung zog Kreisrat Klement Sesar, der Landrat Friedrich Zeller vertrat, in seinen Grußworten eine positive Bilanz des Landkreises Weilheim-Schongau. In seinem Rückblick erinnerte er daran, dass die Bevölkerung Peitings sich vor der Gebietsreform bei einer Bürgerbefragung damals mit einem Votum von über 80 Prozent dafür entschieden hätte, dass Schongau mit Weilheim zusammen gehen sollte, nachdem klar geworden sei, dass der Altlandkreis Schongau nicht gehalten werden könnte. Im Gegensatz dazu hatte sich der Peitinger Marktgemeinderat damals für Füssen entschieden. Auch Altlandrat Manfred Blaschke blickte auf die Zeit vor der Gebietsreform zurück. Neben Weilheim sei damals auch eine Verbindung mit Landsberg oder Füssen im Gespräch gewesen. Nachdem jedoch der Raum Murnau zum Landkreis Garmisch-Partenkirchen gegangen sei, hätte Weilheim dieses Gebiet gefehlt und hätte daher den Altlandkreis Schongau noch als Erweiterung gebraucht. Die Ausstellung beschränkt sich aber nicht auf die Zeit unmittelbar vor der Landkreisreform, sondern informiert auch schon über die frühere Geschichte des Schongauer Landes: Die Zeittafeln beginnen im Jahre 15 vor Christus, als römische Truppen das Land nördlich der Alpen erreichten und die Provinz Rätien gründeten. Auch bedeutende Ereignisse wie die Landeserschließung in Welfischer Zeit oder der Verwaltungsaufbau unter den Staufern werden beschrieben – ebenso wie die Zeit danach, als das Schongauer Land 1268 nach dem Tod des letzten Staufers als Teil des „Staufischen Erbes“ an Wittelsbach fiel und damit zu Bayern kam. Interessante Informationen gibt es auch über die Grafschaft Peiting, die im 14. Jahrhundert eine selbständige, landesherrliche Burgherrschaft war. Diese „Peitinger Herrlichkeit“ war allerdings im Jahr 1490 zu Ende: Denn dann wurde Schongau nämlich der alleinige zentrale Verwaltungsort am oberen Lech und blieb diese auch, in einer einmaligen Kontinuität, bis zur Verwaltungs- und Gebietsreform im Jahr 1972. Die Ausstellung wurde vom Landratsamt Weilheim-Schongau konzipiert. Mit zusätzlichen Exponaten und Fotografien wird im Schongauer Stadtmuseum jedoch schwerpunktmäßig der Altlandkreis Schongau ins Bild gerückt. Die Exponate sind noch bis zum 23. September zu sehen. Die Öffnungszeiten sind: Mittwoch, Samstag, Sonntag und an Feiertagen jeweils von 14 bis 17 Uhr.

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