25 Jahre Förderverein Villa Rustica

"Geschichte zum Anfassen"

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Werner Schmitt vom Förderverein Villa Rustica führte durchs Programm.

Peiting – Seit 25 Jahren engagiert sich der Förderverein Villa Rustica für den Erhalt der Überreste des römischen Landguts in den Neukirchwiesen und hat eine touristische Attraktion geschaffen. Zur Jubiläumsfeier waren zahlreiche Gäste in den Sparkassensaal geladen.

Römisches Flair erwartete die Besucher, die von Mitgliedern des Vereins „Populares Vindelicenses“ in römischer Tracht empfangen wurden. Joe Sellmaier hatte römische Schmankerl zubereitet, die er zu Gewürzwein kredenzte. Und Werner Schmitt, der durchs Programm führte, drohte den Festrednern an, sie den seit acht Tagen hungernden Löwen im Circus Maximus zum Fraß vorzuwerfen, falls sie die vorgegebene Redezeit von fünf Minuten überschritten.

Das galt natürlich nicht für Vereinsvorstand Jakob Leicher, der einen Überblick über die Geschichte der Villa Rustica von der ersten Erwähnung 1837 bis heute gab. 1956 hatte eine erste Notgrabung unter der Leitung des Schongauers Wilfried Tietze den Grundriss eines großen römischen Wohngebäudes mit Badehaus zu Tage gebracht. Allerdings wurden in den 1980er Jahren eine Gasleitung und die B17 durch das Areal gelegt, was einen Teil der Anlage zerstörte. Am 20. Februar 1992 gründete Altbürgermeister Klement Sesar den Verein zum Schutz gegen weitere Zerstörungen. Das war auch der Auftakt der engagierten Bemühungen der Hobby-Archäologen, das Badehaus freizulegen, das inzwischen von einem verglasten Schutzhaus umgeben ist und durch einen römischen Kräutergarten sowie mehrere Informationstafeln ergänzt wurde. Neues Projekt des Vereins sind so genannte „Schaufenster in die Vergangenheit“, die einen Eindruck der vormaligen Anlage geben sollen, wie Leicher ausführte.

Lobende Worte gab es von Bürgermeister Michael Asam, der das kleine Freilicht-Museum als „Glanzleistung“ und „Attraktion für den Ort“ bezeichnete, die jedes Jahr zahlreiche Besucher und Schulklassen anlockt. „Wenn Leute etwas haben, wofür sie brennen, dann bewegen sie Welten“, meinte auch zweiter Landrat Karl-Heinz Grehl beeindruckt.

„Das Spannende ist, dass es jetzt schon über 25 Jahre klappt, dass der Verein nach der Anfangs-Euphorie das Projekt kontinuierlich weiterentwickelt hat“, so Walter Irlinger, Abteilungsleiter beim Bayrischen Landesamt für Denkmalpflege. Mutig fand er es, wie der Verein allen Unkenrufen zum Trotz den Schutzhausbau umgesetzt hat. „Ich hoffe, dass dieses Beispiel ehrenamtlichen Engagements Nachahmer in ganz Bayern findet“, so Irlinger, der betonte, dass so etwas gerne mit amtlichen Fördergeldern unterstützt werde.

„Schlachtross und Ritter der Heimatgeschichte“

Kreisheimatpfleger Helmut Schmidbauer, der den Vereinsvorsitzenden Jakob Leicher als „Schlachtross und zugleich Ritter der Heimatgeschichte“ bezeichnete, würdigte ebenfalls die Leistung des Vereins. Mit „Herz und Hand sei hier Geschichte zum anfassen“ geschaffen worden. Für die Zukunft hat er schon neue Betätigungsfelder auf dem Schlossberg ausgemacht. Dort legen Untersuchungen nahe, dass es sich um einen Römischen Tempelberg handeln könnte.

Für den heiteren Teil des Abends sorgte Karl Wilhelm mit Versen von Marcus Valerius Martialis, die er frei und mit einer Portion Humor ins Bayerische übertragen hatte. Und Vereinsmitglied Hans Piehler, der mit seinen Peitinger Holzbläsern die Veranstaltung musikalisch umrahmte, hatte dem rührigen Vorstand Jakob Leicher sogar die Komposition „Am Jackl Seiner“ gewidmet.

fro

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