700000 Euro Verlust

Die Investition in den neuen MühlenMarkt ist laut HSM-Direktor Wilfried Knorr nicht schuld am Defizit 2011. Foto: Peters

Das abgelaufene Jahr war kein gutes für das Diakoniedorf Herzogsägmühle – zumindest in finanzieller Hinsicht. 700000 Euro Verlust verzeichnete die Einrichtung, wie deren Direktor Wilfried Knorr auf der jüngsten Jahrespressekonferenz bekanntgab. Mit Einsparungen in allen Bereichen will man das Defizit nun schnellstmöglich wieder in den Griff kriegen.

Rund ein Prozent des gesamten Wirtschaftsvolumen von rund 70 Millionen Euro betrug der Verlust 2011. Dies sei zwar nicht dramatisch, doch müsse man die richtigen Konsequenzen ziehen, um wieder in die Gewinnzone zu kommen, sagte Knorr. Und das heißt vor allem sparen, sparen, sparen. Auch das Personal ist davon betroffen. Zwar gibt es laut Knorr keinen Einstellungsstopp, jedoch werden neue Mitarbeiter nur noch im Betreuungssektor eingestellt. In der Verwaltung dagegen wird Personal gestrichen. Nachbesetzungen erfolgen zudem ohne Überschneidungen, das heißt neue Leute fangen frühestens an, wenn die Vorgänger aufhören. Immerhin 150000 Euro will man dadurch einsparen. Auf dem Prüfstand steht auch die EDV. Lizenzen für Software sollen beispielsweise nicht erneuert werden, alle Drucker werden auf Schwarzweiß-Druck umgestellt. „Das spart zwar nicht viel, aber zumindest etwas“, begründete Knorr. Genau wie die Entscheidung, die bislang viermal pro Jahr erscheinende eigene Zeitung des Diakoniedorfs um eine Ausgabe zu kürzen und die Kulturtage ab 2012 abzuschaffen. Letztere schlugen bislang mit rund 10000 Euro zu Buche. Künftig will man in Herzogsägmühle nur noch als Veranstaltungsort für Künstler und nicht mehr als Veranstalter auftreten. Das Sparprogramm trifft ebenfalls längst geplante Projekte wie etwa die eigene Kneipp-Anlage. Diese hat der Peitinger Bauausschuss zwar bereits genehmigt. Rund 150000 Euro hätte das Diakoniedorf dafür investieren müssen nach Abzug der Fördermittel. „Es wäre schön gewesen, aber es geht leider nicht“, bedauerte Knorr. Die Gründe, warum die Einrichtung im vergangenen Jahr ins Minus rutschte, sind vielfältig. Weil die finanziell klammen Kommunen und Kostenträger in jüngster Zeit Hilfebedürftige lieber ambulant als stationär behandeln lassen, ging die Auslastung in Herzogsägmühle 2011 teilweise um bis zu 0,6 Prozent zurück. Bei manchen Posten wie dem Projekt „Boden unter den Füßen“ fiel die Förderung gleich ganz weg. Dazu kamen verzögerte Entgeltverhandlungen. Ein weiteres Problem: Während bei normalen Unternehmen eine Rendite von 3,5 Prozent als gesund gelte, erwirtschafte die Einrichtung in guten Jahren gerade einmal 0,5 Prozent Überschuss. „Die Kostenträger wollen natürlich, dass die Gewinnspanne so klein wie möglich ist“, erklärte Knorr, doch dadurch rutsche man selbst bei kleinen Schwankungen schnell ins Minus. Der neue MühlenMarkt, der im vergangenen Dezember eröffnet wurde, trage im übrigen keine Schuld an den schlechten Zahlen, betonte der Direktor. Schließlich habe der Bau nur die Liquidität des Diakoniedorfs belastet, das Defizit hingegen sei im laufenden Betrieb entstanden. Zumindest deutet sich bereits Licht am Ende des Tunnels an. Schon 2012 strebe man eine „rote Null“ an. Im Jahr darauf soll die Einrichtung erstmals wieder einen kleinen Gewinn abwerfen.

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