Nach schlimmem Brand im September:

Regens Wagner Rottenbuch bedankt sich bei Einsatzkräften

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Ein Abend des Danks wurde nach dem verheerenden Brand in Rottenbuch nun den Einsatzkräften vor Ort zuteil.

Rottenbuch – Zu einem Abend der Begegnung hat die Regens Wagner Stiftung Rottenbuch alle Feuerwehr-, Rettungs- und Hilfskräfte eingeladen, die miteinander bei dem verheerenden Brand Hand in Hand gegen die Flammen gekämpft haben. Damit sollte ein Zeichen des Dankes gesetzt werden. Bei einem gemeinsamen Gottesdienst und dem nachfolgenden Beisammensein wurde an die schweren Stunden des Einsatzes erinnert.

„Wir machen weiter: Hand in Hand“, steht mit großen Buchstaben auf dem Banner zu lesen, das am Baugerüst über dem Eingang des stark geschädigten „Bräuhaus“ hängt. Dazu ein übergroßes „Danke!“ mit ganz dickem Ausrufezeichen. Dies ist ein weit sichtbares Dankeschön an all die Feuerwehren und Hilfskräfte, die in der verheerenden Brandnacht vom 18. auf den 19. September hier vor Ort waren. Sie alle sind an diesem Abend wieder hier her gekommen, um mit den Bürgern der Gemeinde einen Dankgottesdienst zu feiern.

Wie Pfarrer Dr. Rainer Remmele in seiner Predigt erinnert, war der renovierte Bau fast fertig gestellt. „Alle hätten aufatmen können. Die Arbeiter, Architekten und Handwerker hatten wunderbare Arbeit geleistet. Die Belegung des Gebäudes stand kurz bevor“, so Remmele. Doch dann die Katastrophe. Was man in Jahren liebevoll restaurierte, wurde in Stunden zu Asche.

Es kam zu einem beispiellosem Einsatz der Feuerwehren, Polizei, Rettungsdienst, THW und Bürgern von Rottenbuch. „All die Menschen gaben ihr Bestes. Menschen, die erst an die anderen denken und dann erst an sich. Bewundernswert, dass es so etwas heute gibt. Rottenbuch hat es gezeigt“, sagt Remmele. Und ergänzt, dass dieser Ort durch alle, die angepackt und geholfen haben, in dieser Nacht geheiligt wurde. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst durch die Band „Faks-Katz“ der Fachakademie.

Von der Stifts­kirche begeben sich an die 300 Rettungskräfte in den Festsaal des Fohlenhofes. Der Saal macht seinem Namen Ehre. Stilvoll gedeckt, Tischreihe an Tischreihe. Auch auf den Speisekarten nicht zu übersehen das dick gedruckte „DANKE!“ an die Helfer der Brandnacht und der Tage danach. Dazu als Bild der beiden Hände, die das „Hand in Hand“ symbolisieren und Momente der Katastrophe in Bildern festgehalten.

Hausherr Achim Gerbig, Gesamtleiter von Regens Wagner in Rottenbuch, bittet erst zu Tisch, bevor er seine Rede und Dankesworte spricht. Quasi erst gut verdauliche schmackhafte Kost zu schwer verdaulichen Tatsachen. Gerbig lässt seine Eindrücke der Nacht Revue passieren: „Abgesperrte Straßen, ein Flammenmeer, Feuerwehrfahrzeuge und überall Feuerwehrler mit Schläuchen, Anweisungen und Zurufe, Gruppen die sich vorbereiten, Betonmischer und Güllewagen – alles in ruhiger und gespenstischer Atmosphäre. Drumherum Menschen im Betrieb und Schaulustige.

Achim Gerbig bezeichnet es als überwältigend, wie viele plötzlich einfach da waren und sich um das Haus gemüht haben. „Ein Dankeschön ist eigentlich viel zu wenig – aber mir fällt nichts Großartigeres ein als ein schlichtes, kleines ernst gemeintes Dankeschön aus tiefstem Herzen“, so ein bewegter Hausherr. Dabei vergisst er nicht, gerade die örtliche Feuerwehr mit ihrem Kommandanten Werner Herbst lobend zu erwähnen, die mit den Kameraden aus Schönberg und Nachbarwehren noch sieben Tage und Nächte lang nachgelöscht haben. „Viele haben Freizeit und Urlaub geopfert, um das zu bewältigen“, so Gerbig. Dank ging auch an die beiden Hausmeister Schilcher und Heitler, die den Feuerwehren als „Technischer Dienst“ wegen ihrer Ortskenntnisse immer zur Verfügung standen.

Durch Brand und Löschwasser sind gewaltige Schäden bis in den Keller entstanden. Das bedeutet, dass nicht nur das Dach, sondern auch große Teile des Innenbaus erneuert werden müssen. Im Klartext: Erst kommen Trockenmaschinen zum Einsatz, dann müssen Estriche und Putz entfernt werden. Im Moment wird das Dach komplett geräumt, dann wird ein Winterdach aufgebracht. Dadurch soll weiterer Eintritt von Wasser verhindert werden. Die weiteren Arbeiten werden – grob geplant –drei Jahre in Anspruch nehmen. Was die Brandursache betrifft, gibt es noch keine Erkenntnis. Das Ergebnis der Spurensuche der Kripo liegt bis heute noch nicht vor.

Bürgermeister Markus Bader, der den Brand über Internet in seinem Urlaub in Griechenland mitverfolgen musste, ist mit Achim Gerbig einer Meinung: „Das kriegen wir wieder hin – gemeinsam – Hand in Hand.“

hh

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