Abiturfeier am Schongauer Welfen-Gymnasium

Eine glatte Eins und die schwarze Null

+
Direktor Wolfgang Gebler mit den besten Absolventen (bis zur Note 1,5). Friederike Nägelsbach, Jennifer Gromes, Andrea Engel, Regina Stein (1,1), Eva Kriwan, Verena Knofe, Oliver Voigt, Anna Kvindt (1,2), Martin Schwab, Lisa Eicher, Simon Michael Wohlfahrt, Elisabeth Keller (1,0) und Belgin Ustahüseyin.

Schongau – Jede Mengen Zahlen hatte Schulleiter Wolfgang Gebler, der einge-fleischte Mathematiker, bei der Abiturfeier 2015 parat, zu der Eltern, Schüler, Eltern, Geschwister und Lehrer am Freitag in die Lechsporthalle kamen. Bei der 49. Entlass-Feier des Welfengymnasiums Schongau wurden 129 jungen Frauen und Männern die Reifezeugnisse ausgehändigt. Acht Zwölftklässler haben das Ziel nicht erreicht. Eine glatte Eins schrieb Elisabeth Keller aus Apfeldorf; sie hat eine 1,0 im Zeugnis stehen. Zwölf weitere Abiturienten haben einen Schnitt von 1,1 bis 1,5.

Der Direktor nahm vor den 500 Leuten auch den Begriff von der schwarzen Null in den Mund. Gemeint ist freilich nicht eine Schülerleistung. Sondern die Tatsache, dass die Abiturfeier des Welfengymnasiums erstmals in der großen Lechsporthalle stattgefunden hat und dabei trotz des organisatorischen Aufwands dank Sponsor und Entgegenkommen der Stadt die Schule nichts draufzahlen müsse. In den vergangenen Jahren hatte die Abiturfeier im Haus der Vereine in Hohenpeißenberg stattgefunden. 

Die 129 Schülerinnen und Schüler bedeuten einen neuen Rekord in Schongau. 2014 waren es zwei weniger. Nächstes Jahr sollen es noch mehr werden. Danach nimmt die Zahl der Absolventen nach den Worten Geblers leicht ab. Zum Vergleich ein Blick an die beiden anderen Gymnasien im Landkreis: In Penzberg sind es heuer 130 Absolventen; in Weilheim, das zu den größten Gymnasien in Oberbayern zählt, sind es gar 185. An den vier Gymnasien im Landkreis Landsberg sind es jeweils weniger Abiturienten als in Schongau.

Der Notendurchschnitt beim Abitur am Welfen-Gymnasium liegt heuer bei 2,28. Das ist exakt der gleiche wie im Vorjahr. Unter den 129 Absolventen sind 15 junge Erwachsene, die nach der Realschule über eine Einführungsklasse den Weg in die Oberstufe gefunden haben. Ihr Schnitt ist mit 2,22 sogar leicht besser, wie Gebler bei der Feier hervorhob. Er wünschte den Absolventen einen „tollen, erfolgreichen Lebensweg“ und auch mal eine „nostalgische Rückbesinnung“ auf die Schulzeit. 

Bürgermeister Falk Sluyterman bewertete das Abitur als eine gute Ausgangsposition. „Starten Sie durch“, rief er den Absolventen zu. Er wolle den jungen Leuten am Ende der Rede bewusst „Auf Wiedersehen“ sagen. Denn des Gefühls, frei, befreit, erwachsen, mitunter auch unsicher oder ratlos zu sein, sollen die Schülerinnen und Schüler den Kontakt zur Stadt und zum Umland nicht abreißen lassen, sondern nach Studium oder beruflichem Start fern der Heimat gern wieder zurückkehren. 

Kreiskämmerer Norbert Merk – er vertrat Landrätin Andrea Jochner-Weiß – erwähnte auch die „Risiken auf der Überholspur“. Damit meinte er, dass es eine Gefahr sei, den beruflichen Erfolg über alles zu stellen. Die Gymnasiasten sollten auch privat und in der Gesellschaft „bereichernde Elemente“ sein, sagte Merk bei der Feier, die von der Bigband des Welfen-Gymnasiums und der Musikschule sowie vom Schulchor gestaltet wurde.

Gleichsam direkt von der Notaufnahme des Krankenhauses zur Abiturfeier kam Corinna Konstas, die Kursleiterin in Deutsch, die – wie schon 2014 – heuer für die Lehrer-Rede ausgewählt worden war. Sie hatte sich beim Abiturstreich einen Tag zuvor bei einem Sprung das Kreuzband gerissen. Konstas blickte vor den Zwölftklässlern zurück, sie hätten viele Sprachen gelernt, auch die Formelsprache in Fächern wie Mathematik Physik oder Chemie. Nun sollen die Absolventen von dem vermittelten Handwerkszeug Gebrauch machen. „Das Beste kommt noch. Alles Gute“, sagte sie zum Schluss. 

Die Abschiedsworte der Abiturienten waren diesmal Sache von Judith Horner aus Altenstadt und Nadire Öz aus Peiting. Sie interpretierten das WGS (Welfen-Gymnasium Schongau) als „Wolfis galaktischen Schuppen“ und lobten andererseits das Engagement des „Oberstufen-„Papis“ Klaus Priewich. 

Bei der knapp dreistündigen Feier wurden zahlreiche Preise von Firmen an Absolventen mit besonderen Leistungen überreicht. Elisabeth Keller aus Apfeldorf, die beste Schülerin, erhielt von Walter Pischel den mit 1000 Euro verbundenen Preis der Frank-Hirschvogel-Stiftung überreicht. Frank Hirschvogel war Schüler am Welfen- Gymnasium; er war im Mai 2006 tödlich verunglückt.

Johannes Jais

Auch interessant

Meistgelesen

"Wildschweinbestände drastisch reduzieren"
"Wildschweinbestände drastisch reduzieren"
Neuer Förderverein unterstützt Krankenhäuser im Landkreis
Neuer Förderverein unterstützt Krankenhäuser im Landkreis
Nachwuchs des Bezirksverbands Oberland spielt auf
Nachwuchs des Bezirksverbands Oberland spielt auf
Das Pizzakarton-Problem
Das Pizzakarton-Problem

Kommentare