Träume vom Wandel

Doppelter Grund zum Feiern in Rottenbuch

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Mit jeweils 1.000 Euro wurden von der Stiftung ScheuKlappen bedacht: Susanne Karg und Johannes Eisner (5. und 4. v. rechts), Sophia Bader (3. v. rechts) sowie Schüler der Fachakademie für Sozialpädagogik in Rottenbuch.

Rottenbuch – Doppelten Grund zum Feiern gab es am Donnerstag in Rottenbuch: Die Schüler der Fachakademie für Sozialpädagogik erhielten ihre Abschlusszeugnisse und die Stiftung ScheuKlappen verlieh ihren diesjährigen Preis an drei Projekte von engagierten jungen Menschen.

Gesamtleiter Achim Gerbig stellte bei der Verabschiedung der Studierenden auf die familiäre Atmosphäre in der Rottenbucher Schule ein und wie wertvoll deren christlich-sozialen Werte seien. „Diese Achtung und dieser Respekt enden nicht in Rottenbuch oder Böbing – und auch nicht am Mittelmeer“, verwies Gerbig auf die aktuelle politische Situation. Auch was den Fachkräftemangel angeht, der auch die Erzieher stark betrifft, würde er sich mehr Unterstützung von der Politik wünschen, sagte der Gesamtleiter in seinem Grußwort.

Auf den dramatischen Erzieher-Mangel ging auch Schulleiter Stefan Eblenkamp ein. „Sie sind hochbegehrt auf dem Arbeitsmarkt“, versicherte er den Absolventen. Nicht nur die Kinder würden nach ihnen rufen, sondern auch die Eltern sowie sogar die Politik und Wirtschaft. Er verwies die jungen Menschen außerdem darauf, wie wichtig es sei zu träumen, denn „Träume entwickeln Realitäten“, so Eblenkamp. Er riet den frischgebackenen Erziehern, Kreativität und Durchsetzungsvermögen in ihren Träumen zu suchen. Die besten Lehrmeister seien dabei die Kinder selbst: „Kinder können perfekt träumen“, so der Schulleiter. Aufgabe der Erzieher sie es, die Träume der Kinder mitzuträumen.

Die Einladungskarte zur Abschlussfeier nahm sich Rottenbuchs Bürgermeister Markus Bader in seinem Grußwort vor. Dabei handelte es sich um eine Musikkassette, das Motto lautete: „Children of the 90s“. Anhand der Kassette und der Entwicklung über die CD bis hin zum Smartphone, ging Bader auf den Wandel der Zeit ein. Nicht nur im technischen, auch im gesellschaftlichen Wandel sei eine Beschleunigung eingetreten, so das Gemeindeoberhaupt. Mit diesem Druck von außen müssten die Absolventen nun umgehen können. „Sie müssen das reparieren, was in zerrütteten Elternhäusern misslungen ist“, verwies er die Erzieher auf ihre Verantwortung. „Aber wir sind dem Wandel nicht nur ausgeliefert, wir können ihn auch lenken“, betonte Bader.

Die Studierenden der Fachakademie feierten ihren Abschluss.

Etwas bewegen und verändern will auch die Stiftung Scheuklappen, die im Rahmen der Abschlussfeier ihre Preisverleihung 2018 vornahm. Deren Vorsitzender Erwin Höpfl hat die Stiftung vor etwa 15 Jahren gegründet, um „einen kleinen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten“, wie er den Zuhörern ausführte. Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr drei Projekte, die dazu beigetragen hätten, Vorbehalte gegen fremde Dinge abzulegen. Die Preisträger wurden jeweils mit 1.000 Euro bedacht.

Susanne Karg und Johannes Eisner, ein junges Paar aus München, durften zuerst ihren Preis in Empfang nehmen. Die beiden haben einige Zeit in Nepal, unweit von Kathmandu, verbracht. Mit den Besitzern des Hotels, in dem sie in dieser Zeit untergekommen sind, habe sich eine innige Freundschaft entwickelt. „Ehrliche Begegnungen macht man am besten fernab vom Tourismus“, so die beiden. Johannes hat während dieser Zeit im Rahmen seiner Masterarbeit ein Wasserrad zur Stromerzeugung gebaut, Susanne hat ein Volunteering an der Kathmandu University absolviert und dort unterrichtet.

Auch eine Klasse der Rottenbucher Fachakademie konnte einen Preis der Stiftung entgegennehmen. Sie haben sich für die „Müllstadtkinder Kairo“ engagiert und dort beim Aufbau eines Spielplatzes geholfen.

Der dritte Preis ging an Sophia Bader. Für ein W-Seminar war sie nach Israel gereist, nach dem Abitur engagierte sie sich in Marokko. Zuletzt ist sie mit einem Wahlmobil durch Deutschland gefahren, um junge Menschen zu informieren. „Wir müssen zuhören und die Scheuklappen ablegen“, sagte sie, „und wir müssen dem Populismus etwas entgegensetzen.“

Passend zum 90er-Motto sorgte der Schulchor bei der Veranstaltung für musikalische Begleitung. Nach einer Brotzeit konnten die Absolventen ihre Zeugnisse entgegennehmen. 

asn

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