Änderung des Bebauungsplans

Indirekt grünes Licht für große Gartenhütte in Altenstadt 

PantherMedia 22936313
+
Statt eines "Neins" sandte der Gemeinderat ein "Ja, aber".

Altenstadt – Eine Gartenhütte möchte der Besitzer eines Hauses im Bereich Gänsbichl/Hochstraße errichten und bittet den Altenstadter Gemeinderat dafür um eine Befreiung vom dort geltenden Bebauungsplan. Denn der Begriff „Hütte“ passt hier kaum: das Volumen des Gebäudes soll deutlich größer werden.

Die Fahrräder der Hausbewohner, aber auch diverse Kleinkrafträder möchte der Antragsteller in seiner geplanten Gartenhütte unterbringen, den Gehsteig vor dem Anwesen im Bereich Gänsbichl/Hochstraße damit von Fahrzeugen freihalten. Ein lobenswerter Ansatz, wie der Gemeinderat zunächst befand.

Weniger begeistert zeigte sich das Gremium dagegen vom Ausmaß der sogenannten „Hütte“: rund 25 Kubikmeter Raumvolumen soll sie einnehmen, die im Bebauungsplan festgeschriebene Kubatur damit deutlich überschreiten. Auch die Platzierung der Gartenhütte unmittelbar an der Straße brachte die Räte in Diskussionsbedarf. So könnte ein in die Straße ragender Giebel eine potenzielle Gefahrenstelle für Fußgänger oder Verkehrs­teilnehmer werden.

Um seine Gartenhütte im gewünschten Ausmaß errichten zu können, hatte der Antragsteller um eine sogenannte „isolierte Befreiung von Festsetzungen des Bebauungsplanes Nr. 3 Gänsbichl I/Hochstraße“ gebeten. Genau diese isolierte – sprich: individuelle – Befreiung jedoch gefiel den Räten überwiegend gar nicht.

Ob man damit nicht ein Art Präzedenzfall schaffe, befürchteten einige Ratsmitglieder. Könnte diese Ausnahme doch schnell zur Regel werden, würden weitere Eigentümer innerhalb des Gebiets ihren Anspruch geltend machen.

Eine Änderung des geltenden Bebauungsplanes anstelle einer Sonderregelung gefiel den Räten dann deutlich besser, obschon der Antragssteller dann eine Wartezeit in Kauf nehmen müsste, bevor er sich an die Errichtung seiner Hütte machen kann. Dennoch wäre dies die „sauberste Lösung“ und der Antragsteller dennoch in Bälde am Ziel, meinte ein Ratsmitglied.

So sollte es kommen: Zunächst einigte sich das Gremium – bis auf fünf Stimmen – auf die Ablehnung des Antrags auf Isolation, um dann seine Zustimmung zur Änderung des dort geltenden Bebauungsplans zu geben. Ist diese vollzogen, darf die Gartenhütte errichtet werden; wenn auch unter der Auflage, dass ein Vordach ins Garteninnere zeigen muss.

pae

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Alkohol am Steuer: 19-Jähriger landet auf dem Bernbeurer Dorfbrunnen
Alkohol am Steuer: 19-Jähriger landet auf dem Bernbeurer Dorfbrunnen
Eindrücke aus dem Gottesdienst zur Installation von Pfarrerin Julia Steller
Eindrücke aus dem Gottesdienst zur Installation von Pfarrerin Julia Steller
Neueröffnung in Schongau: Elfhundert Quadratmeter Leidenschaft für Sport
Neueröffnung in Schongau: Elfhundert Quadratmeter Leidenschaft für Sport
Sichtschutzwände: Bauausschuss greift im Forchet durch
Sichtschutzwände: Bauausschuss greift im Forchet durch

Kommentare