Umbruch in der Schongauer Gastro-Szene

"Leider geschlossen"

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Vor verschlossenen Türen steht man seit zwei Wochen bei der Brasserie in der Weinstraße. Inhaber Tobias Schweinböck hat überraschend das Aus für das Lokal verkündet.

Schongau – Ein schnelles Frühstück in der Brasserie: Wer das in den letzten Tagen geplant hatte, stand in der Weinstraße vor verschlossenen Türen. Das kleine Lokal hat überraschend zugemacht. Warum, darüber kann auch die Verpächterin nur spekulieren. Auch an anderer Stelle steht die Gastronomie in der Schongauer Altstadt vor einem Umbruch.

Die Stühle und Tische im Inneren des kleinen, gemütlichen Bistros stehen noch genauso da wie immer. Jeden Moment, so scheint es, könnte Betreiber Tobias Schweinböck um die Ecke kommen und seine Brasserie aufsperren. Doch das wird nicht mehr passieren. Auf einem Zettel im Schaufenster teilt Schweinböck die sofortige Schließung mit – verbunden mit einem Dank an seine Gäste. Daneben hängt die Ankündigung eines Brasserie-Flohmarkts. Die gerade erst neu erworbenen Sonnenschirme hat der Betreiber bereits an das gegenüberliegende italienische Lokal abgegeben. 

Mit seiner Entscheidung, die Brasserie aufzugeben, hat Schweinböck nicht nur seine Stammgäste, sondern auch seine Verpächterin überrascht. „Ich bin noch ganz fassungslos“, sagt Rosmarie Wörnle-Giehl, der das Haus gehört. „Er kam zu mir und hat gesagt, dass er ab sofort zumacht.“ Den genauen Grund dafür kennt Wörnle-Giehl nicht. Dass es an der Wirtschaftlichkeit mangelte, bezweifelt sie, sei das Lokal ihrer Meinung nach doch eigentlich ganz gut gelaufen. Auch eine Pachterhöhung habe es nicht gegeben, erklärt sie. „Die ist seit sechseinhalb Jahren die gleiche.“ So lange hatte Schweinböck die Brasserie betrieben. 

Der Besitzer selbst führt auf Nachfrage des KREISBOTEN private Gründe für das Aus des Lokals an. Mehr wolle er dazu nicht sagen. Wie es weitergeht mit dem Bistro, weiß Wörnle-Giehl derzeit noch nicht. Drei Monate läuft der Pachtvertrag mit Schweinböck noch, bis dahin bleibt ihr Zeit einen Nachfolger zu finden. Keine leichte Aufgabe, ahnt sie schon jetzt. 

Auch an anderer Stelle in der Altstadt stehen die Zeichen auf Abschied. Petra Gleich, die seit zehn Jahren erfolgreich das Café Express am Marienplatz führt, hört Ende August auf. „Ich gehe in Teilzeitrente“, verrät sie. Anders als bei der Brasserie, wird das Café allerdings nicht leerstehen. Laut Gleich gibt es bereits eine Nachpächterin. Diese ist in der Schongauer Gastro-Szene eine alte Bekannte: Barbara Arnold betreibt bereits die Weinstube im Frauentor. 

Auch um den Traditionsgasthof „Blaue Traube“ kursieren derzeit Gerüchte, wonach Pächterin Rosmarie Keppeler aufhören will. „Alles Quatsch“, widerspricht sie. „Fakt ist, dass mein Pachtvertrag noch bis Ende 2014 läuft.“ Keppeler ist optimistisch, dass es auch danach weitergeht. Derzeit werde über einen neuen Vertrag verhandelt, erklärt sie. „Ich muss ja schon noch ein bisschen arbeiten.“

Christoph Peters

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