Peitinger Feldweg-Anlieger:

Ärger über Staub in der Sandgrube

Sandgrube Peiting Staub
+
Keine Asphaltierung: Der Feldweg am östlichen Ortsrand von Peiting auf Anhöhe Sandgrube soll zukünftig durch einen dichten Grüngürtel von der Wohnbebauung abgegrenzt werden. Einstimmig votierte das Peitinger Gremium für den Kompromissvorschlag der Bauverwaltung.

Peiting – Mit teils ungewöhnlichen Mitteln hatten Anlieger des Wohngebiets Sandgrube in Peiting versucht, den an ihren Grundstücken vorbeiführenden Feldweg staubfrei zu bekommen – was nur bedingt von Erfolg gekrönt war. Nun haben sie sich an die Gemeinde gewandt. Ihr Wunsch: den landwirtschaftlichen Verbindungsweg versiegeln zu lassen. Die hält jedoch dagegen, allein schon wegen unnötiger und auch kostspieliger Flächenversiegelung. Eine Staudenhecke soll nun Abhilfe schaffen.

Die Lage der Grundstücke am östlichen Ortsausgang Peiting könnte schöner nicht sein. Dort, am Rande des Wohngebietes Sandgrube, fällt der Blick über weite Felder; freie Sicht bis zum Ortsteil Hausen ist sowieso garantiert. Bei schönem Wetter erstreckt sich der Blick bis zum Hohen Peißenberg und weiter noch.

Gerade bei Schönwetter hat das Wohnen dort aber auch Schattenseiten, meinen die Anlieger. Denn ein Feldweg trennt die Grundstücke vom freien Ackerland – und bei Schönwetter wird dieser Weg regelmäßig von landwirtschaftlichen Fahrzeugen frequentiert; nach Meinung der Anlieger mit bis zu 30 Fahrten pro Tag, mit immer schnellerem Tempo. Und das wirbelt Staub auf, jede Menge Staub.

Darin sehen die Anlieger nicht nur ein kosmetisches Ärgernis, wenn der Schmutz auch auf dort geparkten Autos liegenbleibt und es hinein in die Häuser schafft. Auch von gesundheitlichen Problemen ist die Rede, denn eingeatmet werden würde dieser Staub wohl auch. Mehrmals hatten Bewohner der Grundstücke dort versucht, der Aufwirbelung von Staub durch Wasser Herr zu werden, aufgespritzt auf den Weg, um Schmutz zu binden. Auch das Streuen eines Magnesiumpulvers sollte Effekte erzielen. Allein, nichts half wirklich.

Nun hat die Bauverwaltung den Antrag der Anlieger auf „Aufbringen eines staubfreien Belags“ geprüft, daraufhin aber auch empfohlen, ihn abzulehnen. Denn rund 700 Quadratmeter Fläche zu versiegeln, stehe in keinem Verhältnis – und könnte womöglich weitere Anträge nach sich ziehen, sagte Bürgermeister Peter Ostenrieder. „Wenn wir bei einer Straße anfangen, werden weitere folgen“, zeigte er sich überzeugt.

Abhilfe soll nun ein Kompromiss schaffen. Der betroffene Streckenabschnitt werde durch einen dichten Grüngürtel, etwa einer Staudenhecke, von der Wohnbebauung abgetrennt, sagte Ostenrieder, um der Staubeinwirkung so entgegentreten zu können. „Gleichzeitig wird dadurch unser Ortsbild begrünt“, hängte er an. Eine Art Win-Win-Situation entstehe.

Dem Vorschlag von Bürgermeister und Bauverwaltung folgten auch die Räte. Den Wunsch nach Versiegelung könne er nachvollziehen, sagte Michael Deibler (CSU), der dort öfter mit seinem Hund unterwegs sei. Die von den Anliegern eingebrachte Anzahl von etwa 30 Durchfahrten landwirtschaftlicher Fahrzeuge pro Tag könne er dagegen nicht erkennen. Eher fallen ihm dort abgestellte Autos auf, woraus er schließen müsse, dass das Verkehrsaufkommen dort wohl eher selbstverursacht sei. Eine Heckenlösung könne er begrüßen, diene diese doch zeitgleich sowohl als Sicht- als auch als Lärmschutz.

Ein wenig in die Bresche für die Landwirte sprang auch Andreas Barnsteiner (BV). So handele es sich bei diesem Feldweg eindeutig um einen „saisonalen, untergeordneten Weg“, sagte er. Dieser werde nur zu bestimmten Zeiten von der Landwirtschaft vermehrt genutzt, und sei ansonsten „koa Wanderweg!“. Er regte an, anstelle von Bepflanzung („die ja auch gepflegt werden müsste“) Fräsgut von gemeindlichen Baustellen aufzutragen, um den Feldweg befestigen zu können.

Warum dort überhaupt Privatfahrzeuge parken, wollte Herbert Salzmann (SPD) wissen, worauf Ostenrieder bescheinigte, dass der Weg tatsächlich „kreativ verwendet“ werde. Ein überdurchschnittlich hohes Aufkommen von landwirtschaftlichen Fahrzeugen konnte auch Marion Gillinger (ÖDP) nicht erkennen, die selbst in dieser Ecke Peitings wohnt. Mit Thomas Elste begrüßte letztlich ein Vertreter der Grünen den Vorschlag der Verwaltung. „Jede Flächenversiegelung ist abzulehnen“, sagte er. Mit ihm votierte das Gremium anschließend einstimmig für die Pflanzung eines Grüngürtels.

Regine Pätz

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Weg mit dem Gehsteig an der Friedhofstraße?
Weg mit dem Gehsteig an der Friedhofstraße?
Auf Einkaufstour durch die Schongauer Altstadt: Kreativer Laden-Mix, der Überraschendes bietet
Auf Einkaufstour durch die Schongauer Altstadt: Kreativer Laden-Mix, der Überraschendes bietet
Weihnachtsbaum für Münchner Marienplatz kommt aus Steingaden
Weihnachtsbaum für Münchner Marienplatz kommt aus Steingaden
Bald verstärkt Blitzer in Rottenbuch
Bald verstärkt Blitzer in Rottenbuch

Kommentare