Für besseres Miteinander:

Aktion »Rücksicht macht Wege breit« in Böbing

Werben für Rücksicht: Dieter Schleiermacher vom ADFC,Kreisbäuerin Christine Sulzenbacher, Wolfgang Scholz Vizepräsident BBV, Susanne Lengger Geschäftsführerin Tourismusverband Pfaffenwinkel, Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Böbings Bürgermeister Peter Erhard (v. links).
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Werben für Rücksicht: Dieter Schleiermacher vom ADFC,Kreisbäuerin Christine Sulzenbacher, Wolfgang Scholz Vizepräsident BBV, Susanne Lengger Geschäftsführerin Tourismusverband Pfaffenwinkel, Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Böbings Bürgermeister Peter Erhard (v. links).

Böbing – Einige haben vielleicht schon auf Wirtschafts- oder Feldwegen die Aufschrift darauf gesehen: „Rücksicht macht Wege breit“. Unter diesem Motto veranstalteten der Bayerische Bauernverband und der Tourismusverband Pfaffenwinkel unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters von Böbing Peter Erhard eine Aktion, die allen Betroffenen die Problematik näher bringen und zur Deeskalation beitragen sollte. Veranstaltungsort war ein freies Feld nahe Böbing.

Anwesend waren die Landrätin Andrea Jochner-Weiß, die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Pfaffenwinkel Susanne Lengger, der Vizepräsident des Bayerischen Bauernverbandes Wolfgang Scholz, der Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbandes Weilheim Thomas Müller, die Kreisbäuerin Christine Sulzenbacher und vom ADFC Verband Weilheim Dieter Schleiermacher.

In seiner Ansprache wies Erhard darauf hin, dass viele Wirtschaftswege in den 60er Jahren im Rahmen der Flurbereinigung angelegt wurden, die Flächen dafür von den Landwirten zur Verfügung gestellt wurden und auch heute noch größtenteils von eben diesen Landwirten instand gehalten werden. Damals seien die Traktoren sehr viel kleiner als heute gewesen, als Beispiel wurde ein Hanomag Baujahr 1965 gezeigt mit rund 160 Zentimetern Breite und ein Claas 640 Baujahr 2020 mit etwa 280 Zentimetern Breite.

Begegnen sich so ein Traktor und ein Radfahrer, kommt es auf den schmalen Wegen oft zu Unstimmigkeiten. Erhard, selbst ein passionierter Radfahrer, wies darauf hin, dass eine gegenseitige Rücksichtnahme in Form eines freundlichen Grußes oder ein Zuwinken oft genüge, um sich ohne Differenzen zu begegnen. Der Freizeitradler hat es nicht eilig, muss nicht pünktlich um 5 nach zwölf zu einem Termin erscheinen, wogegen der Landwirt seiner Arbeit nachgeht, z. B. sein Heu noch rasch einführen muss, bevor es zu regnen anfängt. Mit gegenseitiger Rücksichtnahme könne man alle diese Situationen für alle Beteiligten zufriedenstellend lösen.

Bei dieser Gelegenheit beklagte Jochner-Weiß den Werteverlust der heutigen Gesellschaft: Ein freundlicher Gruß, ein Lächeln, ein Miteinander und Rücksichtnahme würden immer mehr in Vergessenheit geraten; der Zwist und Schuldzuweisungen gerieten immer mehr in den Vordergrund und würden fast schon zur Mode.

Susanne Lengger vom Tourismusverband Pfaffenwinkel wies darauf hin, dass in Abstimmung mit den landwirtschaftlichen Organisationen an einem Konzept gearbeitet wird, um ein besseres Miteinander von Landwirten und Radfahrern zu ermöglichen. Eine Online-Befragung von Landwirten und Radfahrern habe ergeben, dass die Mehrheit für eine gegenseitige Rücksichtnahme plädiert. Darauf soll die Kampagne „Rücksicht macht Wege breit“ hinwirken und das gegenseitige Verständnis fördern.

Schablonen für diese Aufschrift kann man entweder beim Bayerischen Bauernverband oder beim Tourismusverband Pfaffenwinkel erhalten. Das Auftragen auf den Wegen darf jedoch nur auf Anordnung der zuständigen Gemeinde erfolgen.

Heinz Seifried

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