Vom Infostand bis zur Modenschau

Aktionstag "Inklusion (er)leben": Sehen statt hören

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Haben sich was zu sagen: Barbara Niese (links), Elfi Doll (Mitte) und Gebärdendolmetscherin Jimena Sauer (rechts) am Infostand zur Hörbehinderung.

Schongau – Dass Interessierte ein Ohr haben für die Belange der Menschen, die gehörlos bzw. schwerhörig sind: Dazu sollte ein Infostand beitragen, der am Samstag beim Aktionstag „Inklusion (er)leben“ in Schongau aufgebaut war.

Als Betroffene gab Barbara Niese (47) aus Schongau Passanten gerne Auskunft. Und zwar über Gebärdendolmetscherin Jimena Sauer. Sie war auch im Einsatz, als sich bei der Modenschau 70 Kinder und Erwachsene mit oder ohne Handicaps auf den langen roten Teppich begaben, der zwischen Ballenhaus und Marienbrunnen ausgerollt war. 

Aktionstag "Inklusion (er)leben"

Bei dieser viel beachteten Präsentation vor mehreren hundert Zuschauern sagte Farb- und Typberaterin Sabine Osenstätter auf der Bühne die Models an und gab Tipps zu der Kleidung, die aus 13 Schongauer Mode- und Sportgeschäften stammte und von elegant bis sportiv reichte. Derweil stand Gebärdendolmetscherin Jimena Sauer neben ihr und „übersetzte“ für gehörlose bzw. schwerhörige Menschen in der Gebärdensprache. 

Was „Sehen statt hören“ bedeutet, kann Niese am besten erklären. Mit fünf Jahren hatte sie eine schwere Gehirnhautentzündung. Folge war der Verlust des Gehörs. Sie kann sich nicht mehr daran erinnern, wie es ist, wenn man hört.

Die Mutter einer 15-jährigen Tochter arbeitet seit zehn Jahren als technische Zeichnerin in einer Firma in Peiting. Für bestimmte Anlässe nimmt sie einen Dolmetscher in Anspruch; zum Beispiel bei langen Besprechungen bzw. bei wichtigen Arztbesuchen. Froh ist Barbara Niese darüber, dass ihre Tochter mit Gehör die Gebärdensprache „drauf hat“. 

Der Infostand der Gehörlosen am Schongauer Marienplatz war einer von mehreren beim Aktionstag „Inklusion (er)leben“. Organisiert wurde das Programm vom Verein Rolliwelten, deren Sprecherin Christine Kuisel aus Schwabbruck sitzt, die selbst auf den Rollstuhl angewiesen ist.

Johannes Jais

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