"Einfacher als in Schongau":

Was im Juze angesagt ist

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Junge Leute vom Juze im Dialog mit den lokalen Politikern – ein Schnappschuss, aufgenommen nach der Gemeinderatssitzung.

Peiting – Dass zwei Drittel der Burschen und Mädchen, die im Peitinger Jugendzentrum „Go in“ ein- und ausgehen, die Mittelschule besuchen, dass die meisten davon in der Marktgemeinde zu Hause sind, dass heuer zwei Konzerte mehr als letztes Jahr organisiert werden (zehn statt acht), dass ein Bandcontest stattfinden soll oder dass – nach drei Jahren Pause – wieder der Zirkus „Schweinsgalopp“ kommt und ein fünftägiges Mitmachprogramm bietet: All das und noch viel mehr erfuhren die Peitinger Marktgemeinderäte, als der Jahresbericht für 2017 gegeben wurde und zudem auf die Aktivitäten 2018 vorausgeblickt wurde.

„Ich hab schon das Gefühl, dass es hier in Peiting einfacher ist als in Schongau“. Diesen Satz sprach Jürgen Schaffarczik aus, der seit sechs Jahren das Jugendzentrum an der Lorystraße leitet. Er freue sich, dass die Einrichtung im benachbarten Schongau seit einem halben Jahr wieder offen habe und eine Kollegin dort in der offenen Jugendarbeit tätig sei.

Rückblickend auf 2017 resümierte Schaffarczik, gut 3.500 Burschen und knapp 2.000 Mädchen seien in das Haus an der Lorystraße gekommen. Der offene Betrieb bilde den Schwerpunkt. Wenn man Konzerte und Aktionen hinzu zähle, seien es 7.500 junge Leute gewesen.

Zum Vergleich: Im Jahr 2016 wurden knapp 9.000 Besucher registriert. Zu bedenken ist freilich, dass damals in Schongau geschlossen war. Schaffarczik geht davon aus, dass sich die Zahlen zwischen 7.000 und 8.000 jungen Leuten einpendeln werden. Die meisten jungen Leute dort sind zwischen 15 und 18 Jahre.

Im Ausblick auf 2018 erwähnte der Juze-Leiter, dass eine weitere „Fortbildung für Selbstöffner“ vorgesehen sei. Damit sind volljährige Burschen und Mädchen gemeint, die auf- und zusperren, wenn er selbst oder seine Mittarbeiterin nicht anwesend seien. Schaffarczik betonte im Gemeinderat den Auftrag, dem er bei der Arbeit im Juze nachkommen wolle: nämlich heranwachsende junge Leute zur Selbstbestimmung zu befähigen. Sie sollten im Juze Impulse zur Mitverantwortung und zu sozialem Engagement erhalten – ebenso wie das in Vereinen der Fall sei.

Sebastian Kosler vom Konzertkreis schilderte, dass letztes Jahr 789 Leute zu den acht Konzerten kamen, im Schnitt waren es also 100 Leute. Gestemmt werden die Acts (Metal- und Akustikkonzerte) von neun ehrenamtlichen Helfern im Konzertkreis, die sich um Vieles kümmern: von der Medienarbeit und vom Booking über Ton und Licht bis zur Kasse und zum reibungslosen Ablauf. Den Eintrittspreis von fünf Euro wolle man nicht erhöhen; dies sei für 14- und 15-Jährige viel Geld.

Heuer soll ein Bandcontest in Peiting über die Bühne gehen. Insgesamt sind zehn Konzerte geplant, zwei mehr als letztes Jahr. Auch werde sich der Peitinger Konzertkreis beteiligen, wenn das „Hammersound“-Festival in Peißenberg steigt – Termin ist am Freitag, 27. Juli, auf dem Volksfestplatz. Zu diesem Event sind junge Leute aus vier Juzes im Landkreis in die Organisation eingebunden.

Annalena Merkle aus Rottenbuch und Steffen Lamprecht aus Peiting kündigten an, dass heuer wieder das fünftägige Zirkusprogramm „Schweinsgalopp“ an der Dreifachturnhalle in Peiting Station macht – mit einer abschließenden kleinen Gala. Dies sei Bestandteil des Peitinger Ferienprogramms. Erfahrungsgemäß seien da 60 Kinder zwischen sieben und 14 Jahre dabei. Die letzten beiden Jahre fand dies am Walchensee statt – eingebettet in das Zeltlager des Bezirksjugendringes. Heuer ginge es „back to the roots“, also zurück zu den Wurzeln in der Marktgemeinde.

Aus dem Gemeinderat kam viel Lob von allen Seiten für die offene Jugendarbeit. Norbert Merk (CSU) regte schließlich an, dafür einen „gewissen Betrag“ mal im Haushalt der Gemeinde zu berücksichtigen.

Alex Zila (SPD), der selbst als Sozialpädagoge beim Jugendamt arbeitet und früher Leiter der Einrichtung war, sagte dazu: Im Juze sei „immer was los“. Jugendliche würden gern reingehen. Peter Ostenrieder (CSU) sprach von einer „Pfundsgeschichte“. Wäre die Arbeit im Juze Mitte der neunziger Jahre noch kritisch beäugt worden, seien Angebote und öffentliche Präsenz zunehmend besser geworden. Das Juze sei in der Mitte Peitings angekommen.

Einig sind sich die Gemeinderäte, dass für das Juze eine andere Bleibe gefunden werden muss und das Gebäude an der Lorystraße, wo es manchmal nass neigeht, auf Dauer nicht mehr tragbar sei. Wo die Einrichtung künftig ein Dach über dem Kopf haben kann, ist noch offen. „Habt Vertrauen, dass wir was Vernünftiges anbieten können“, gab Bürgermeister Michael Asam den jungen Leuten mit auf den Weg. 

Johannes Jais

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