Schluss mit "Schlechtreden"

Aktuelle Ergebnisse des Schongauer Einzelhandelskonzepts

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Seit 2016 besteht die Fußgängerzone in der Schongauer Altstadt. Eine Umfrage unter den Gewerbetreibenden rund um den Marienplatz soll nun die Stimmung wiedergeben.

Schongau – Lange war es still um das Schongauer Einzelhandelskonzept. Eigentlich sollte der Stadtrat alle drei bis vier Monate über den aktuellen Stand der Maßnahmen informiert werden. Wegen dem Weggang der Wirtschaftsförderin Yvonne Voigt aus familiären Gründen, geschah das zuletzt aber nicht. Ihre Nachfolgerin Meike Petro, die seit Mai im Amt ist, holte dies nun nach und konnte dabei schon einiges an Positivem berichten.

Das Einzelhandelskonzept ist in fünf sogenannte Handlungsfelder untergliedert. Es geht unter anderem um Flächenmanagement, Image und Marketing sowie um das Stadtbild an sich. Petro befasst sich seit Mai mit den seit 2016 erzielten Ergebnissen.

In Sachen Kernöffnungszeiten konnte Petro bereits einen Fortschritt verkünden: Rund die Hälfte der Läden in der Altstadt hat bereits über die Mittagszeit geöffnet. Hier zählte die Wirtschaftsförderin neben Bäckereien und Apotheke auch die Modeläden am Marienplatz auf. „Bleibt zu hoffen, dass die anderen diesem guten Beispiel folgen“, ist Petro zuversichtlich. Sie habe bereits viele Einzelgespräche mit den Gewerbetreibenden in der Altstadt geführt und werde das auch weiter tun.

Damit in Zusammenhang stehen auch die Leerstände in der Altstadt. Nach der letzten Erhebung im Mai konnten noch 15 gewerbliche Leerstände verzeichnet werden. Einige davon seien aber bereits überplant oder im Umbau, betonte die Wirtschaftsförderin in der Stadtratssitzung. Zwei Neueröffnungen – ein Bistro und ein Eiscafé – konnte Petro ebenfalls vermelden. Damit Gebäude attraktiver werden, muss beispielsweise auch Barrierefreiheit gegeben sein. Hier wurde kürzlich beispielsweise der Zugang zur Bücherei entsprechend ausgestaltet.

Für das allgemeine Stadtbild ist seit 2016 schon einiges passiert. Das Parkraumkonzept, das von Yvonne Voigt ins Leben gerufen wurde, werde gut angenommen. Auch die Pflanzkübelaktion habe sich bewährt: Insgesamt 50 dieser Kübel seien rund um den Marienplatz von den Gewerbetreiebenden aufgestellt worden.

Ein Thema, das in den letzten Wochen in den Sitzungen des Gremiums immer wieder auftauchte (der Kreisbote berichtete), war der Müll. Hier konnte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich die Neubesetzung der Altstadtreinigung bekannt geben. Diesbezüglich habe ihn auch bereits positives Feedback erreicht.

Aktuell in Planung hat die Wirtschaftsförderin die Müllkam­pagne „saubere Altstadt“. Petro würde gerne ein ReCup-System – ein Pfandsystem für Kaffeebecher – einführen. Etwa 800 Stellen in Deutschland würden dieses System bereits nutzen, weiß Petro. Dabei können die Geschäfte die spülmaschinenfesten Becher aus Recyclingmaterial erwerben, der Kunde „kauft“ diesen dann ebenfalls für einen Euro. „Somit handelt es sich um einen durchlaufenden Pfandposten“, so die Wirtschaftsförderin. Eine Kooperation mit Weilheim sei zudem diesbezüglich angedacht.

Als erfreulich bewertete Stadtbaumeister Dietrich außerdem den fertiggestellten Stadtaufgang am Bahnberg sowie die Parkplätze am Buchenweg und am Lechberg. In Bearbeitung befände sich derzeit die Neugestaltung des Stadtmauerumfelds. Dazu gehört indirekt auch die Sanierung des Münzgebäudes, die für 2019 angesetzt ist.

Ein Thema, das die Wirtschaftsförderin in den nächsten Wochen umtreiben wird, ist eine Umfrage zur Fußgängerzone. Petro will einen Evaluierungsbogen erstellen, auf dem die Gewerbetreibenden ihre Meinung zur 2016 eingeführten Fußgängerzone kundtun sollen.

Für das Image der Stadt dürfte der Film über Schongau einiges beitragen. Ein weiterer Imagefilm sei bereits in Produktion, kündigte Petro an. Das neue Logo der Lechstadt ist seit Kurzem beschlossen (wir berichteten) und soll die neu geplante Homepage zieren. Petro plant zudem, einen Einkaufsführer mit Gutscheinen einzuführen. Sie hofft, dass ihr das noch vor Weihnachten gelingen wird.

Das Wichtigste für die Außenwirkung der Stadt sei jedoch nach wie vor eine positive Darstellung der Menschen, so Petros Plädoyer am Ende ihrer Präsentation. „Das Image der Altstadt – und auch ganz Schongaus – kann nur gestärkt werden, wenn das ‚Schlechtreden‘ endlich aufhört“, ist die Wirtschaftförderin überzeugt.

„Wir sollten anfangen, das Positive zu sehen und herauszuheben.“ Dem konnte Stadträtin Kornelia Funke (CSU) nur zustimmen: Eine positive Darstellung der Stadt durch alle Beteiligten sei von extremer Wichtigkeit. 

Astrid Neumann

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