Als eine der ersten Realschulen weltweit:

Zwei Roboter für die Pfaffenwinkel-Realschule

Roboter Realschule
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Ein Stückchen Zucker in den Kaffee des Ministerialbeauftragen Ernst Fischer (rechts): Bei der Übergabe zeigten die Schülerinnen und Schüler, was sie in den bisherigen noch wenigen Stunden Wahlunterricht schon am Roboter „Panda“ (Mitte) gelernt haben.

Schongau – Wahrscheinlich ist sie die erste Realschule in Bayern, womöglich sogar unter den ersten dreien bis fünfen weltweit. Ganz unabhängig davon, welche Platzierung die Schongauer Pfaffenwinkel-Realschule in diesem Ranking genau einnimmt: Sie ist vorne mit dabei, wenn es darum geht, Roboter in ihren Unterricht zu integrieren. Das wurde am Dienstag deutlich, als die beiden Geräte UR3e und Panda übergeben wurden.  

Er habe Gänsehaut, schilderte Realschulleiter Armin Eder. Abgesehen von Berufsschulen sei seine Schule die erste weiterführende in Bayern und vielleicht in ganz Deutschland, die „dieses Projekt realisieren konnte“, war er eingangs überzeugt. Andrea Alboni, Regional Sales Manager bei Universal Robots, dem Hersteller des UR3e, präzisierte: Er sehe die Pfaffenwinkel Realschule unter den „Top drei bis fünf der Welt“. „Das ist schon nochmal eine andere Hausnummer“, befand Eder angesichts dessen.

„Pfaffenwinkel-Realschule unter den Top-Drei bis -Fünf der Welt“

Andrea Alboni, Regional Sales Manager bei Universal Robots

In seiner Prioritätenliste seien die Roboter weit oben gestanden – den UR3e schaffte der Landkreis an, den Panda leiht der Mittelstandscampus Sauerlach kostenlos für die Dauer des Schuljahrs aus. Wer die Schülerinnen und Schüler nur zu Usern mache, als zum Gebrauch von Technik anleite, mache sie zu „Bildungs-Losern“, so Eder. Es gehe darum, sie zu kreativen Experten reifen zu lassen. „Sie lernen, die Maschine zu beherrschen – und nicht umgekehrt.“

„Was nützt es und worin liegt der Mehrwert, wenn alle Schüler und die Lehrkräfte ein Tablet haben und in unseren Schulen in jedem der Klassenräume die neuesten digitalen Tafeln hängen?“, fragte Eder. „Beschaffungsdrang hat an sich noch keinen Mehrwert.“ Dieser sei aber doch entscheidend. Seine Pfaffenwinkel-Realschule wolle deshalb einen Schritt weiter gehen: „In der Robotik, wie wir sie ab heute anbieten können, steckt enorm viel Mehrwert.“

Beschaffungsdrang hat an sich noch keinen Mehrwert.

Realschul-Leiter Armin Eder.

Es sei schon verrückt, wie sich die Schule verändert hat, seit er selbst in ihren Fluren unterwegs war, sagte Fabian Bremauer, Leiter des Mittelstandscampus in Sauerlach. Damals sei ihm die Zweigwahl mangels Einblicken ins Berufsleben schwer gefallen. Sein Anliegen deshalb: Neueste Technologie erleben, mehr Praxis­anteile im Unterricht – und zwar nicht jene, die heute aktuell sind, „sondern die von morgen und übermorgen“. Das unterstützen die CT-Tage an seinem Campus in den Ferien für alle Schulen, bei einem dreitägigen Seminar dort in den Faschingsferien waren auch Schüler der Pfaffenwinkel-Realschule dabei.

Die Übergabe der Roboter biete einen „riesigen Mehrwert“ nicht nur für die Schule, sondern auch die Unternehmen und die Region, so Bremauer. Denn er beobachte, dass die junge Generation bisweilen mit frischen Ideen von Schule und Uni kommen, um dann beim Arbeitgeber keinen fruchtbaren Boden vorzufinden. „Lebenslanges Lernen in kleinen Häppchen“ sei in der Wirtschaft wichtig. Der Wahl­unterricht, in dem UR3e und Panda seit den Herbstferien zum Einsatz kommen, sei Anlaufstelle für jene, „die nicht User, sondern Kreierer sein wollen“.

Dass es eine Realschule sei und darüber hinaus jene in Schongau, die nun in eine Pionier-Rolle schlüpfe, sei kein Zufall, schätzte der Ministerialbeauftragte Ernst Fischer ein. „Die Realschulen sind schon immer gut im Erkennen, was die Zeit verlangt“: Ob das Maschineschreiben oder die Einführung von IT-Unterricht – die Realschulen seien in der Umsetzung stets am schnellsten gewesen. Jene in Schongau genieße darüber hinaus seit Jahren hohes Ansehen für ihre exzellenten MINT-Projekte (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik).

Das jetzige „große vorweihnachtliche Weihnachtsgeschenk“ komme also an der richtigen Stelle an. Dahinter stecke eine „mutige Entscheidung, die sehr sehr viel Geld kostet“, richtete er sich an Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Kreiskämmerer Norbert Merk. Das wusste auch Eder zu schätzen – insbesondere vor dem Hintergrund eines schrumpfenden finanziellen Handlungsspielraums des Sachaufwandsträgers. „Wir sparen die Kosten an anderer Stelle ein“, schilderte er.

„IT an der Schule ist ein wichtiges Thema“, fand Jochner-Weiß. Um die Anschaffung in eine gewinnbringende Umsetzung einzubetten, brauche es auch die richtigen Lehrer. Alboni von Universal Robots versprach, diese mit Support und Materialien bei ihrer „Pionier-Erfahrung“ zu unterstützen. „Wir Lehrer wissen nicht immer alles besser“, erklärte Ministerialbeauftragter Fischer. „Es gibt da draußen Experten, die man fragen kann und die sich dann gerne einbringen.“ras

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