Abstimmung im Gemeinderat

Altenstadt bewirbt sich um Fairtrade-Siegel

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Gemeinderätin Katrin Herz und Gemeinderat Bernhard Schöner – beide mit Fairtrade-Produkten – hatten nach der zurückliegenden Sitzung Grund zur Freude.

Altenstadt – Gemeinderat Bernhard Schöner (UWV/FW) hatte den Antrag zur Bewerbung der Gemeinde Altenstadt als „Fairtrade-Gemeinde“ im Rahmen der Internationalen Kampagne „Fairtrade-towns“ von Transfair als Tagesordnungspunkt bei der zurückliegenden Gemeinderatssitzung eingebracht. In dem gemeinsam mit Gemeinderätin Katrin Herz (ebenfalls UWV/FW) gehaltenen Informationsvortrag warben beide dafür, dass sich die Gemeinde für die Vergabe des Fairtrade-Siegels bewirbt.

Beide wussten sehr genau um die wirtschaftlichen Lebensumstände vieler Menschen in südlichen Ländern. Im Jahr 2017 waren Bernhard Schöner als Gemeindereferent und Katrin Herz als Begleiterin gemeinsam mit 16 Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus der Pfarreiengemeinschaft Altenstadt, Schwabniederhofen, Hohenfurch, Schwabbruck und Schwab­soien für drei Wochen in der Kageraregion im Nordwesten im afrikanischen Tansania auf Reisen gewesen.

In ihrem teils mit Bildern aus Tansania gut visualisierten Powerpoint-Vortrag stellte Katrin Herz die fünf Kriterien zum Erhalt des Siegels vor.

Kriterium 1 hierfür ist ein Ratsbeschluss, mit dem die Kommune die Unterstützung des fairen Handels verabschiedet.

Kriterium 2 ist die Bildung einer Steuerungsgruppe, die auf dem Weg zur Fairtrade-Town und darüber hinaus die Aktivitäten vor Ort koordiniert. Diese Gruppe besteht aus mindestens drei Personen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft. Diese Steuergruppe ist in Altenstadt de facto schon existent.

Das Kriterium 3 ist erfüllt, wenn mindestens zwei Fairtrade-Produkte im Sortiment der lokalen Einzelhandelsgeschäfte, aber auch bei Floristen sowie in Cafés und Restaurants, angeboten werden. Richtwert ist die Einwohnerzahl.

Das Kriterium 4 sieht die Zivilgesellschaft in der Verantwortung. Öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Vereine und Kirchen-/Glaubensgemeinden setzen Informations- und Bildungsaktivitäten zu fairem Handel um und bieten Produkte aus fairem Handel an.

Letztlich geht es im Kriterium 5 darum, dass die Steuerungsgruppe Öffentlichkeitsarbeit über die Aktivitäten zum Thema Fairtrade in der Kommune macht und die lokalen Medien über die Ereignisse vor Ort berichten.

Bernhard Schöner war die Aussage wichtig, dass auch nach dem erbetenen Ratsbeschluss keine Kosten entstehen. Mit dem Hinweis „Wir werden die Welt nicht verändern, aber kleine Schritte würden den Bauern helfen“, nahm er auch eine Einordnung des Ansinnens vor. Wohl aber könnten sich seinen Worten nach als Effekte eine Leistungserhöhung und damit ein besseres Leben einstellen.

Christoph Zidek (SPD) hielt den Aufwand für überschaubar und die Teilnahme für eine „gute Sache“. „Wir sollten das machen“, meinte auch Helmut Horner (UWV/FW). Neben diesen und weiteren Befürwortern gab es aber auch mehrere kritische Stimmen. Diese richteten sich ganz und gar nicht gegen die Unterstützung eines fairen Handels.

Michael Dulisch fragte, ob man sich mit Alternativen zu Fairtrade beschäftigt habe. Er gab zu bedenken, dass das Siegel umstritten sei und er deshalb dagegen wäre. Auch Bürgermeister Andreas Kögl äußerte die Ansicht, dass man auch auf anderem Wege aktiv sein könnte. Diesen Auffassungen wurde entgegengestellt, dass nur mit dem Siegel eine echte Kontrolle möglich sei. Letztlich war es wohl auch die bei der Präsentation vermittelte Überzeugung, etwas Sinnvolles zu tun, die die Mehrheit des Gremiums dazu animiert haben mag, dem Antrag zuzustimmen.

Katrin Herz teilte mit, dass die Vorstellungen zur Umsetzung in der Gemeinde seien, fair gehandelten Orangensaft beim Stehempfang bei Feierlichkeiten der Gemeinde und fair gehandelten Kaffee im Bürgerzentrum auszuschenken. Verschiedene Firmen hätten schon signalisiert, Produkte aus fairem Handel anbieten zu wollen. Ein landwirtschaftlicher Betrieb sei auch schon im Boot. Ideen würden nun noch bis zum nächsten Treffen des befassten Arbeitskreises Ende September gesammelt.

mel

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