Ammerlechland-Ticket:

Einfache Bustarife

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An 98 Haltestellen werden die Schilder erneuert und mit größeren Tafeln versehen. Ralf Kreutzer vom RVO (links) mit den Bürgermeistern Michael Asam aus Peiting, Falk Sluyterman aus Schongau und Albert Hadersbeck aus Altenstadt.

Peiting – Nicht kompliziert gestaltet, sondern einfach zu merken sein sollen die Tarife für Busfahrten im Mittelzentrum am Lech. Eine Tageskarte für den Wohnort kostet ab Januar 2018 zwei Euro; eine Tageskarte für die Orte Peiting, Schongau, Altenstadt und Hohenfurch vier Euro. Kinder bezahlen die Hälfte. Künftig ist vom Ammerlechland-Ticket die Rede.

Peitings Bürgermeister Michael Asam bezeichnet das neue Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gar als „revolutionär“. Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman erwartet sich einen „Schub“ und hofft darauf, dass ein „Umdenken stattfindet“. Albert Hadersbeck, Rathauschef in Altenstadt, freut sich darüber, dass künftig schon ein Flyer als komplette Info zum Thema ausreicht und nicht wie bisher in einem dicken Fahrplanheft geblättert werden muss.

Ralf Kreutzer vom Regionalverkehr Oberbayern (RVO) verwies bei einer Präsentation der neuen Schilder und künftigen Tafeln in Peiting auf das Beispiel Wielenbach. Dort habe sich die Zahl der Fahrgäste Richtung Weilheim und zurück verdreifacht, nachdem mit Unterstützung der Gemeinde die Tarifstrukturen vereinfacht worden sind.

Der RVO erfährt bei dem neuen, einfachen Tarifsystem im Mittelzentrum Peiting/Schongau/Altenstadt die Unterstützung der drei Kommunen. Eingebunden in das System ist auch der Stadtbus von Schongau, den Enzian Reisen betreibt.

Finanziell wird es am meisten die Marktgemeinde Peiting treffen, prognostiziert Kämmerer Christian Hollrieder, der mit einem jährlichen Zuschussbedarf von 14.000 Euro rechnet. Denn aus dem Markt nutzten deutlich mehr Kinder, Jugendliche und Erwachsene den Bus Richtung Schongau als umgekehrt aus der Lechstadt bzw. Altenstadt Richtung Peiting. Abgerechnet wird zwischen RVO und den Kommunen nach der tatsächlichen Zahl an Fahrgästen.

Ralf Kreutzer vom RVO – er ist selbst in Schongau zu Hause – kündigt auch an, dass in den Bussen künftig WLAN verfügbar ist. Vor Einführung der neuen, überschaubaren Tarifstruktur soll im Dezember an alle Haushalte im Ammer-Lech-Land ein Flyer verteilt werden.

98 Haltestellen

In den vier Kommunen Peiting, Schongau, Altenstadt und Hohenfurch gibt es 98 Haltestellen. Dort werden die Tafeln komplett erneuert. Die meisten Schilder sind zwischen 20 und 30 Jahre alt. Verschwinden soll die alte kleine Schrift, die für einige Leute nur schwierig zu lesen ist. An jeder Haltestelle, so ergänzt Kreutzer, werde ein Kasten mit drei Fächern aufgestellt.

Die Hoffnung ist, dass ab 2018 mehr Fahrgäste in den Bussen sitzen. Dann soll so ein Bild wie neulich in der Mitte von Peiting künftig wirklich eine große Ausnahme darstellen. Als Kreutzer und die drei Bürgermeister mit der Präsentation an der Haltestelle Azamstraße begannen, fuhr ein roter RVO-Bus vorbei. Am Steuer saß der Fahrer – aber sonst war niemand drinnen. 

Johannes Jais

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