Hohe Investitionen

Altenstadts Etat erstmals über zehn Millionen Euro

Ganze 245 Seiten umfasst der von Kämmerer Sebastian Ostenrieder (links) erstellte und gemeinsam mit Bürgermeister Andreas Kögl präsentierte Haushaltsplan 2021.
+
Ganze 245 Seiten umfasst der von Kämmerer Sebastian Ostenrieder (links) erstellte und gemeinsam mit Bürgermeister Andreas Kögl präsentierte Haushaltsplan 2021.

Altenstadt – Bürgermeister Andreas Kögl hatte den Gemeinderat in der zurückliegenden Woche zur Beratung des Haushaltsplans 2021 in den Pfarrsaal im Gebäude des Kindergartens geladen. Der von Kämmerer Sebastian Ostenrieder nach den bestehenden Vorgaben erstellte komplexe Plan umfasst mit 245 Seiten, drei Seiten mehr als im vergangenen Jahr. Der sich darin ergebende Haushalt in Höhe von 10.484.699 Millionen Euro für die gemäß statistischem Landesamt derzeit 3.280 Einwohner zählende Gemeinde ist um über eine Million Euro höher als im Jahr 2020 und beträgt erstmals über zehn Millionen Euro.

Trotz des hohen Investitionsvolumens bestehen für Andreas Kögl keinerlei Zweifel an der Solidität des Plans. Zur Bestreitung der vorgesehenen Investitionen müssen zwar über 50 Prozent der Summe aus den Rücklagen entnommen werden, angesichts der dann immer noch verbleibenden mehr als zwei Millionen Euro sollte die Gemeinde dies jedoch leicht verschmerzen. Somit sind auch keine Kreditaufnahmen für Investitionen und Investitionsförderungsmaßnahmen geplant.

Einnahmen

Die Hebesätze für die Grundsteuer A (land- und forstwirtschaftliche Betriebe) und die Grundsteuer B (sonstige Grundstücke) bleiben unverändert zum Vorjahr bei 400 Prozent. Bei der Gewerbesteuer sind es ebenfalls weiterhin 320 Prozent. Geldlich kann die Gemeinde wie bereits im Jahr zuvor mit Steuereinnahmen bei der Grundsteuer A und B mit etwa 22.300 Euro beziehungsweise 430.000 Euro und bei der Gewerbesteuer dem Hinweis von Sebastian Ostenrieder in Bezug auf mögliche – durch die Coronapandemie bedingte – Rückzahlungen zufolge bei einem „vorsichtigen Ansatz“ mit rund 1.100.000 Euro rechnen.

Die größte Summe bei den Einnahmen bildet der voraussichtliche Gemeindeanteil an der Einkommensteuer in Höhe von 2.120.760 Euro. Die Schlüsselzuweisung, ein Mittel der Gemeindefinanzierung im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs als zweckfreie Zuweisung zur allgemeinen Finanzierung der Ausgaben des Verwaltungshaushaltes liegt bei 1.096 Euro je Einwohner. Je höher die Einnahmen der Gemeinde, desto geringer fallen die Schlüsselzuweisungen aus. 2019 waren es 533.896 Euro, 2020 hingegen nur noch 310.052 Euro und heuer sind es 331.476 Euro.

Betrug der Schuldenstand am 31.12.2018 noch fast 1,5 Millionen Euro, ist dieser trotz der in den letzten beiden Jahren vorgenommenen Investitionen von knapp 1,2 Millionen Euro im Jahr 2019 auf nunmehr 1.009.360 Euro mit Stand am 31.12.2020 gesunken. Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 443,40 im vorletzten, 351,79 Euro im letzten sowie 307,73 Euro im aktuellen Jahr. Hier lohnt sich auch ein noch weiterer Blick in die Vergangenheit auf das Jahr 2005. Seinerzeit lag bei einer geringfügig größeren Einwohnerzahl die Pro-Kopf-Verschuldung mit 1.048,44 Euro um das weit mehr als dreifache höher.

Ausgaben

Als Gemeinde mit einer hohen Steuerkraft wird Altenstadt bei der Kreisumlage mit 2.092.000 Euro zur Kasse gebeten. Trotz der unter anderem auch aufgrund der um 48 Personen geringeren Einwohnerzahl um annähernd 100.000 Euro niedrigeren Summe als im Vorjahr bleibt die Umlage der größte Ausgabenposten, mit dem sich Altenstadt arrangieren muss.

Im Vermögenshaushalt sind Ausgaben in Höhe von 4.093.719 Euro vorgesehen. Allein über 20 Prozent dieser investiven Ausgaben sind für die „Elektrizitätsversorgung, Zuschuss LEW Erdverkabelung“ mit 590.000 Euro und die Neugestaltung des Marienplatzes mit 500.000 Euro vorgesehen. Die Gestaltung der Spiel- und Sportanlagen in Schwabniederhofen schlägt mit weiteren 330.000 Euro zu Buche und auf die Baukosten zur Abwasserbeseitigung entfallen 320.000 Euro. Exakt die gleiche Summe ist für den Erwerb von Gewerbegrundstücken vorgesehen. Für den Breitbandausbau und erforderliche Tiefbaumaßnahmen wurden 135.000 Euro veranschlagt. Addiert man die insgesamt 61 Haushaltsstellen, ergeben sich Ausgaben in Höhe von genau 4.093.719 Euro.

Anregungen und Aussichten

Die vor der abschließenden Abstimmung von Bernhard Lieber ergangene Anregung hinsichtlich einer Erhöhung des Hebesatzes für die Gewerbesteuer auf einen Wert über die derzeitigen 320 Prozent wurde durch alle anderen Ratsmitglieder abgelehnt. Die Gewerbetreibenden im Ort dürfte das freuen. Nicht ganz so erfreulich verhält es sich bei der Wasserversorgung. Aufgrund der kompletten Entnahme der hierfür vorhandenen Sonderrücklage in Höhe von 30.014 Euro wird wohl ab dem kommenden Jahr mit einer Gebührenerhöhung zu rechnen sein. Angesichts der nachweislich sehr guten Wasserqualität befand Bürgermeister Andreas Kögl hierzu, dass „1,15 Euro für 1.000 Mineralwasserflaschen ein sehr guter Preis“ sei.

Für ihn war die Beratung des Haushaltsplans 2021 die erste in seiner Amtszeit als Bürgermeister. Genauso wie er zeigten sich auch die Mitglieder des Gemeinderats von der Verlässlichkeit des von Kämmerer Sebastian Ostenrieder in gewohnter Weise sehr detailliert vorgestellten Plans überzeugt und billigten diesen einstimmig.

Manfred Ellenberger

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Abkochgebot für Schongaus Leitungswasser
Schongau
Abkochgebot für Schongaus Leitungswasser
Abkochgebot für Schongaus Leitungswasser
Signaletikkonzept für die Schongauer Altstadt: Extrarunde für ersten Konzeptvorschlag
Schongau
Signaletikkonzept für die Schongauer Altstadt: Extrarunde für ersten Konzeptvorschlag
Signaletikkonzept für die Schongauer Altstadt: Extrarunde für ersten Konzeptvorschlag
Sperrungen auf der Schongauer Umgehung bis in den Herbst
Schongau
Sperrungen auf der Schongauer Umgehung bis in den Herbst
Sperrungen auf der Schongauer Umgehung bis in den Herbst
Luftreinigungsgeräte für die Grundschule: Schongau will sich an Kreistag halten
Schongau
Luftreinigungsgeräte für die Grundschule: Schongau will sich an Kreistag halten
Luftreinigungsgeräte für die Grundschule: Schongau will sich an Kreistag halten

Kommentare