Mehr Platz

Zweiter Standort für Wohnmobile in Peiting

Camping Peiting Eisstadion
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Die ersten, die mit ihren Wohnmobilen am neuen Peitinger Stellplatz beim Eisstadion vorgefahren sind (auf Wunsch des Reporters), kommen aus Schongau: Tom und Anne Schuster sowie Andreas Ritter (rechts).
  • vonJohannes Jais
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Peiting – Mehr Platz für Wohnmobile wird in Peiting geschaffen. Auf der Südseite des Eisstadions werden drei Stellflächen an der Alfons-Peter-Straße ausgewiesen. Und am Parkplatz beim Wellenfreibad wird die Zahl von drei auf fünf erhöht. Für diese Neuerung gab’s eine deutliche Mehrheit im Gemeinderat.

Mit den zusätzlichen fünf Stellplätzen möchte der Markt Peiting einerseits dem Trend hin zu mehr Camping Rechnung tragen, wie Kämmerer Christian Hollrieder schilderte. Andererseits solle die Sache in geordnete Bahnen gelenkt werden.

Die Zulassungszahlen für Wohnmobile sind im vergangenen Jahr in Zeiten von Corona deutlich angestiegen. Doch schon in der Zeit davor sind die bislang drei Wohnmobil-Stellplätze vor dem Wellenfreibad gut frequentiert gewesen. Und das, obwohl es dort keine Sanitäranlagen und keine Möglichkeit der Entsorgung gibt.

Kritisch ist es in der Vergangenheit immer dann geworden, wenn an heißen Sommertagen viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene ins Wellenfreibad strömten. Häufig waren zur selben Zeit mehr als die drei ausgewiesen Parkplätze belegt; teilweise sind bis zu sieben Wohnmobile dort gestanden.

Die Zahl der Stellflächen am Wellenfreibad (Ammergauer Straße 20a) wird nun auf fünf erhöht. Außerdem wird das Areal, wo die Camper parken können, besser gekennzeichnet. Es soll klar erkennbar sein, wann der Platz, der für diesen Zweck zur Verfügung steht, voll ist.

Das bayerische Innenministerium hat zusammen mit dem Ministerium für Wohnen, Bau und Verkehr bei den Gemeinden eine so genannte Nutzungssatzung für Wohnmobilstellplätze angeregt. Damit soll dem Wild-Camping in Tourismusregionen Einhalt geboten werden. Besonders betroffen ist davon das südliche Ostallgäu.

Weil Campingplätze regelmäßig überfüllt sind, werden Wohnmobile und andere Fahrzeuge am Ausflugsort oft unerlaubt abgestellt. Das ist innerorts genauso festzustellen wie außerhalb. Gern wird dort Halt gemacht, wo es landschaftlich schön ist. In Peiting ist dies etwa an der Schnalz, in der Niederwies oder am Grubsee festzustellen.

Die beiden Stellplätze in Peiting können ganzjährig angefahren werden. Die Aufenthaltsdauer ist je Wohnmobil auf drei Nächte beschränkt. In einem weiteren Satz erfolgt der Hinweis, dass außerhalb der ausgewiesenen Stellflächen im gesamten Gemeindegebiet das Abstellen von Wohnmobilen zu touristischen Zwecken verboten ist.

In der Satzung ist nun vermerkt, dass auf den Wohnmobilstellplätzen keine Anlagen zum Bezug von frischem Wasser und von Strom vorgehalten werden. Ferner ist es nicht möglich, nahe am Eisstadion bzw. beim Wellenfreibad Abwasser einzuleiten oder Abfälle zu entsorgen.

Für ein besseres Angebot in puncto Wasser, Strom und Abwasser wird auf das benachbarte Schongau verwiesen. Dort befinden sich die Wohnmobilstellplätze auf dem Volksfestplatz nahe am Lech und nahe zur Altstadt.

Marion Gillinger (ÖDP) war dafür, am Wellenfreibad genauso wie am Eisstadion vier Stellplätze zu markieren. Während der Badesaison sei der Platz für Fahrräder und Autos knapp. Alfred Jocher (Unabhängige) schlug vor, einen Parkplatz für Wohnmobile hinter der Schloßberghalle auszuweisen – mit Blick zum Hohenpeißenberg. Den Platz auf der Südostseite des Eisstadions findet er wenig attraktiv. Nur 15 Meter entfernt steht eine Wertstoffsammelstelle, was mit Insektenflug einhergehe.

Bürgermeister Peter Ostenrieder blickte voraus, dass sich ab dem Jahr 2022 die Situation vor dem Wellenbad entspanne. Die Gemeinde habe da ein Grundstück erwerben können, das direkt an den Parkplatz des Bades anschließt.

Andreas Schmid (Bürgervereinigung) sagte, über die Jahre habe man mit Wohnmobilcampern „mehr als positive Erfahrungen“ gemacht. Urlauber und Gäste brächten Geld in den Ort. Man geht da von 50 Euro pro Person und Tag aus, ergänzte Schmid, der beim Tourismusverband Pfaffenwinkel beschäftigt ist.

Claudia Steindorf (SPD) sprach ebenso wie Hermann Mödl (Bürgervereinigung) das Thema Entsorgung an. Doch da wird der Markt Peiting in nächster Zeit kaum was ändern. Bürgermeister Ostenrieder verwies auf den nahe gelegenen Standort mit Anschlüssen und Entsorgung in Schongau. Falls in Peiting in Ver- und Entsorgung investiert werde, könne man die Stellplätze wohl nicht mehr ohne Gebühr anbieten.

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