Doppel- und Mehrfamilienhäuser vermarkten

Am Peitinger Starenweg: Bauträger einbinden

Das Baugebiet zwischen Starenweg (unten) und Unterfeldweg (rechts, gelb markiert).
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Das Baugebiet zwischen Starenweg (unten) und Unterfeldweg (rechts, gelb markiert).

Peiting – Andere Wege beschreitet die Gemeinde, was die Vermarktung der zehn Doppelhaushälften und der zwei Mehrfamilienhäuser auf den gemeindlichen Grundstücken im Baugebiet am Starenweg betrifft. Sie bindet einen Bauträger aus der Region ein. Für Doppelhäuser anstelle freistehender Wohngebäude hat man sich entschieden, weil die Preise für Grundstücke und Immobilien zuletzt deutlich gestiegen sind.

Wer den Zuschlag für eine der zehn Doppelhaushälften auf gemeindlichem Grund bekommt, wird im Rathaus nach einem Punktesystem entschieden. Interessenten gibt es genug. 320 sind es aktuell, sagte Geschäftsleiter Stefan Kort am Mittwoch dem Kreisboten.

Im Corona-Ausschuss des Marktgemeinderates schilderte Kort, Grundstücke für Einfamilienhäuser seien „fast nicht mehr bezahlbar“. Im Baugebiet am Hochweg liege der Quadratmeterpreis bei gemeindlichen Grundstücken bei 290 Euro. Auf dem freien Markt sei er auch in Peiting meist noch deutlich höher. Das sei der Grund, warum die Gemeinde mehr Doppelhaushälften anbieten wolle.

Doch sei es für den Markt Peiting nicht einfach, solche Doppelhaushälften zu veräußern. Die Punktevergabe unter den Bewerbungen nach sozialen Kriterien, die vor allem Familien mit Kindern fördern möchte, bleibe freilich weiterhin in den Händen der Verwaltung.

Aber bei Doppelhäusern habe man immer zwei Partner, die zueinander gebracht werden müssen. Die Gebäude sollten ziemlich zeitgleich hochgezogen werden und wenig Abweichung in Vorgaben wie zur Dachneigung oder zur Garage haben. Da würden verschiedene Vorstellungen oft aufeinander prallen, fügte der Geschäftsleiter hinzu.

Im Geschosswohnungsbau auf der Südseite (24 Wohnungen) arbeitet die Gemeinde eh mit Bauträgern zusammen. Das wolle man nun auf die Doppelhäuser ausweiten. Demnächst wird die Gemeinde für dieses Projekt Kontakt mit Bauträgern im Bereich Peiting/Schongau aufnehmen.

Der Bauträger, der ausgewählt wird, soll die Doppelhaushälften als so genannte Holz-Ausbauhäuser samt Keller errichten und an die Bewerber veräußern, die von der Gemeinde zuvor ausgesucht werden. Auch sollte der Bauträger schon die Heizungsanlage mit Wärmepumpentechnologie installieren. Danach gibt es für den Käufer mehrere Alternativen. Er kann den Ausbau in Eigenleistung vornehmen, das Haus durch den Bauträger fertig stellen lassen oder damit auch andere Firmen beauftragen.

Ein Doppelhaus und zwei Mehrfamilienhäuser der Gemeinde befinden sich auf der Südseite am Starenweg. Vier weitere Doppelhäuser werden auf der Ostseite entlang des Unterfeldweges errichtet. Ein fünftes schließt auf der Nordseite an; es gehört aber schon zu den Grundstücken, die der bisherige Eigentümer der Wiese privat verkauft. Der vermarktet sonst vorwiegend Einzelhäuser zur Drosselstraße hin.

Der Gemeinde ist es wichtig, dass die Doppelhäuser entlang des Unterfeldweges ziemlich schnell und in einem Zug realisiert werden. Denn ihnen kommt eine Riegelfunktion zu (Wandhöhe bis sechs Meter); sie sollen das restliche Baugebiet von der nahen Bahnlinie abschirmen, auf der von fünf Uhr früh bis kurz vor ein Uhr jede Stunde zweimal ein Zug fährt. Laut Kort ist davon auszugehen, dass 2022 zahlreiche Häuser am Starenweg und Unterfeldweg bezogen werden können.

Nach längerer Diskussion mit zahlreichen Beiträgen ergriff Andreas Barnsteiner von der Bürgervereinigung das Wort und warb speziell darum, die Sache nicht zu verkomplizieren oder mit Bedenken zu versehen. Er empfahl einen Blick nach Schongau. Dort habe ein Bauträger in der Lechvorstadt Doppelhäuser errichtet. „Das hat wunderbar funktioniert.“

Zum Bebauungsplan

Der Bebauungsplan heißt zwar „Nummer 83a, Drosselstraße, Teil 2“; aber das Baugebiet reicht gar nicht bis zur Drosselstraße im Westen. Vielmehr bleibt dazwischen (noch) eine Wiese frei. Begrenzt wird das neue Baugebiet im Süden vom Starenweg und auf der Ostseite vom Unterfeldweg.

Nach einer erneuten Abwägung und einem Beschluss im Gremium muss der Bebauungsplan wegen neu aufgenommener Änderungen jetzt noch einmal ausgelegt werden. Bis Februar sind verschiedene Hinweise von Behörden und einem Peitinger Bürger vorgebracht worden.

Ein Anwohner hat in einer ausführlichen Stellungnahme Bedenken zur Verkehrssituation auf dem engen Unterfeldweg geäußert, der von der Münchner Straße nach Norden in das neue Baugebiet führt. Besonders unübersichtlich sei eine enge Kurve. Die Straße sei nur fünf Meter breit – ohne Gehweg und ohne Ausweichmöglichkeiten. Es sollte alles unternommen werden, den Verkehr von der Schongauer Straße her ins Baugebiet zu leiten. Die Anbindung an die Schongauer Straße sei auch Anliegen der Gemeinde, hieß es. Dazu werde eine Verbindung auf der Nordseite des neuen Baugebietes geschaffen, die vom Unterfeldweg zur Drosselstraße und zur Schongauer Straße hinaufführt.

Das Landratsamt verwies darauf, dass die Tore zu den Tiefgaragen der Mehrfamilienhäuser dem Stand der Lärmminderungstechnik entsprechen müssen. Die Ein- bzw. Ausfahrt sei als „geschlossenes Rampenbauwerk fugendicht zu errichten“, so der Hinweis.

Mit Blick auf die Bahnlinie im Osten wurde eine schalltechnische und eine erschütterungstechnische Untersuchung vorgenommen. Den zehn Doppelhaushälften entlang des Unterfeldweges kommt die Funktion eines Schallriegels zu. Schlafzimmer seien dort nach Westen auszurichten.

Johannes Jais

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