Nachverdichten im Westen

An der Schönlinder Straße in Schongau sollen »bezahlbare Wohnungen« entstehen

Schönlinder Straße Schongau Nachverdichtung Wohnungsbau
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Dort wo sich derzeit noch ein Garagenhof befindet, soll ein Wohngebäude mit Tiefgarage entstehen.
  • Astrid Neumann
    VonAstrid Neumann
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Schongau – An der Schönlinder Straße sollen neben der Sanierung eines Bestandsgebäudes weitere Geschosswohnungsbauten inklusive Tiefgarage errichtet werden. Der Stadtrat hatte sich im September aber gegen die dafür erforderliche Änderung des Bebauungsplanes ausgesprochen. Nun setzte sich der Bauausschuss am vergangenen Dienstag erneut mit dem Thema auseinander. 

Die Wohnbauten an der Schönlinder Straße 9, 11 und 13 sollen saniert werden. Gleichzeitig will der Eigentümer daneben – dort wo sich derzeit ein Garagenhof befindet – weitere errichten. Die Stellplätze für beide Gebäude sind in einer Tiefgarage geplant. Die Planung sieht eine dreigeschossige Wohnbauzeile mit einer Länge von rund 46 Metern vor, so Stadtbaumeister Sebastian Dietrich in der Sitzung. Vorgeschlagen wurden zwei Varianten: entweder mit Satteldach oder alternativ mit einem Staffelgeschoss mit Flachdach.

Der erforderlichen Änderung des Bebauungsplanes hatte der Stadtrat jedoch Mitte September nicht zugestimmt. Mit Verweis auf den vorhandenen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum und dem vom Stadtrat gefassten Grundsatzbeschluss über die Einführung einer Sozialgerechten Bodennutzung (SoBoN) wurde angeregt, noch einmal mit dem Grundstückseigentümer in Verhandlungen zu treten, um Maßnahmen für eine Stärkung des Wohnungsmarktes zu vereinbaren.

Tobias Rössle aus Ingenried war deshalb am Dienstag in den Bauausschuss gekommen. Als Ingenieur übernimmt er die Planung, Ausführung und auch die Bewirtschaftung des Gebäudes. Rössle hat vor, dort „energetisch hochwertige Wohnungen in verschiedenen Größen“ zu verwirklichen. Zusätzlich sollen diese, wenn es nach Rössle geht, bezahlbar sein, wie er in der Sitzung hervorhob.

„Wohnungen für alle sollten es sein“, machte Ilona Böse (SPD) deutlich und fragte auch bezüglich der Barrierefreiheit der Wohnungen nach. Zudem wollte sie von Rössle wissen, ob er sich nicht vielleicht doch vorstellen könnte, beispielsweise eine Wohnung pro Stockwerk als Sozialwohnung vorzusehen. Das sei allerdings nicht empfohlen, so Dietrich, da dadurch womöglich Spannungen im Haus entstehen könnten.

Dass es sich bei seinem Vorhaben nicht um Luxuswohnungen handele, machte Rössle erneut deutlich. Er sei sehr daran interessiert, das Mietergefüge, wie es jetzt auch schon im Bestandsbau vorherrsche, aufrecht zu erhalten. Schließlich hätten andere auch nicht solche Auflagen, so Rössle weiter. Bezüglich der Barrierefreiheit könnte er sich vorstellen, dass die Erdgeschosswohnungen diese erfüllen. Für den Rest wollte er noch nicht sprechen, „so weit ist die Planung noch gar nicht“, betonte er. Auch das sei wiederum eine Frage des Mietpreises, den er ja bezahlbar halten wolle.

„Eine bessere Stelle für Nachverdichtung gibt es nicht“, war die Meinung von Bettina Buresch (Grüne) zu dem Projekt. Sie hat jedoch Sorge, dass die großzügige Grüngestaltung und der Baumbestand auf dem Grundstück durch den Bau einer Tiefgarage leiden. Weg soll nur, was nötig ist, versicherte Rössle, der auf dem Areal auch wieder möglichst viel Grün schaffen will. Schließlich handele es sich bei den Grünflächen ja auch um Sozialraum für die Mieter. Die Tiefgarage komme zudem nicht nur den Mietern der neuen Wohnungen zugute, sondern auch denen im älteren Gebäude. „Der Bestand darf nicht abgehängt werden“, so Rössle.

Am Ende dieser Aussprache waren die Bauausschussmitglieder einverstanden. Einstimmig sprach das Gremium die Empfehlung für den Stadtrat aus, einen Beschluss für die Änderung des Bebauungsplans „Zwischen Franz-Schubert- und Altenstadter Straße“ zu fassen. Damit beschäftigt sich der Stadtrat dann in seiner nächsten Sitzung am kommenden Dienstag, 26. Oktober.

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