Anlage an der Föhrenstraße in Peiting

Drei Gebäude für Flüchtlinge und sozial Schwache

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So soll der Neubau ausschauen: Die Skizze zeigt die nördliche Ansicht.

Peiting – In drei Gebäuden werden elf Einheiten errichtet, 60 Personen können dort untergebracht werden: Das ist die Planung für eine Anlage an der Föhrenstraße in Peiting, die 2017 realisiert werden soll. Die Gemeinderäte haben am Dienstag einmütig zugestimmt. Bei der Belegung kommen anerkannte Asylbewerber ebenso zum Zug wie sozial schwache Familien aus der Marktgemeinde.

Das Vorhaben ist Bestandteil des staatlichen Sofortprogrammes mit dem Namen Wohnungspakt Bayern. Eingereicht hat den Antrag das Staatliche Bauamt in Weilheim. Zweimal wurde er im November von der Tagesordnung genommen, nun stellte Wolfgang Eichner vom Bauamt die Planungen für den Komplex im Marktgemeinderat vor.

Es werden 2017 drei Gebäude in Holzständerbauweise errichtet. Der Platz dafür befindet sich auf einem Grundstück zwischen dem Eisstadion und dem Parkplatz im Norden sowie zwischen dem Betreuten Wohnen im Süden. Zwei Wohnanlagen verlaufen in Nord-Süd-Richtung. Ein Riegel wird quer auf der Südseite platziert. So soll verhindert werden, dass Lärm aus dem Innenhof, wo auch ein Kinderspielplatz vorgesehen ist, nach Süden zu den Häusern des Betreuten Wohnens gelangt.

Noch immer steht ein Schallschutzgutachten dazu aus, wie sich die Lärmemissionen aus dem nahen Eisstadion auf die neue Wohnanlage auswirken. Dadurch ist aber nicht das ganze Projekt in Frage gestellt. Eventuell müssten aber einige Zimmer mit Schallschutzfenstern versehen werden, sagte Eichner auf Anfrage des Kreisboten.

Die Wohnungen befinden sich im Erdgeschoss und im ersten Stock. Sie sind unterschiedlich groß. Bereits in Apartments mit 50 Quadratmetern werden bis zu vier Personen untergebracht. Die Laubengänge im Innenhof werden mit drei Außentreppen erschlossen. Im Gebäude auf der Südseite werden im Erdgeschoss die Energieversorgung, Abstellflächen und zwei Gemeinschaftsräume platziert. Einen Keller gibt es nicht.

Autos und Fahrräder können nahe der Föhrenstraße östlich der Wohnanlage abgestellt werden. Dort sind bisher 13 Stellflächen für Pkw vorgesehen. Auf Drängen mehrerer Marktgemeinderäte soll diese Zahl erhöht werden. Bei der bisherigen Berechnung ist das Bauamt von einem Stellplatz je Wohnung sowie zusätzlich zwei Parkplätzen für Hausmeister und Betreuer ausgegangen.

Offen ist noch, wie die Wohnanlage energetisch versorgt wird. Das Bauamt sieht eine Gasheizung vor. Doch am Eisstadion befindet sich ein Blockheizkraftwerk. Ob ein Anschluss möglich ist, muss erst geprüft werden.

Bei der Nutzung der Immobilie wird von zehn Jahren ausgegangen. Das Grundstück vergibt die Gemeinde auf Erbpachtbasis an den Bauherrn. Drei oder vier Wohnungen können mit Interessenten aus der Gemeinde belegt werden. Die Bauqualität sei durchaus für einen Zeitraum von 20 Jahren ausgelegt.

Zu wenig Wohnraum

„Wenn wir hier anfangen, dann haben wir die erste Not gelindert“, sagte Bürgermeister Michael Asam. Weitere Maßnahmen seien die bis zu 60 Sozialwohnungen in Herzogsägmühle sowie die 50 Sozialwohnungen, die 2018 an der Bahnhofstraße in Peiting errichtet werden sollen. Asam sprach von einem „Notstand“. Da müssen alle ein Stück weit näher zusammenrücken. Die Gemeinde suche händeringend nach Wohnungen für Bewerber, kriege aber zurzeit keine.

Sorgenfalten bereitet dem Rathauschef vor allem die Information, dass auch bei unbegleiteten Minderjährigen im Fall der Anerkennung die Familien nachziehen dürfen. Da ebenfalls für Unterkünfte zu sorgen, sei „nicht mehr handhabbar“, sagte Asam, zumal sich in der Marktgemeinde zirka 30 unbegleitete Minderjährige aufhalten.

Johannes Jais

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