Streitpunkt Bergstraße

Straßenausbau-Missstimmung in Hohenfurch

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Die derzeitige Ansicht der Bergstraße in Richtung Norden. Bei 200 Metern Länge ist sie lediglich drei Meter breit. Eine seitliche Begrenzung gibt es erkennbar nicht. Im August 2020 soll das Erscheinungsbild nach dem Willen der Gemeinde ein augenscheinlich anderes sein.

Hohenfurch – Gleich mehrfach stand bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats in Hohenfurch die Bergstraße auf der Tagesordnung. Bürgermeister Guntram Vogelsgesang berichtete, dass die seit Ende der 1960er Jahre bestehende Straße noch nicht fertig gestellt ist. Die Gemeinde sehe deshalb jetzt die bereits im Mai beschiedene Ersterschließung der Bergstraße vor. Er machte auch keinen Hehl daraus, dass es aus Sicht der Gemeinde allerhöchste Zeit dafür ist. Die zu erwartenden Bruttokosten in Höhe von rund 245.000 Euro können nämlich nur noch bis zum März 2021 den Anliegern in Rechnung gestellt werden.

Diese Frist gilt für die Fertigstellung von Straßen, mit deren erstmaliger Herstellung vor 25 Jahren oder mehr begonnen wurde. Die im äußeren Osten der Ortschaft befindliche Berg­straße ist bei 200 Metern Länge derzeit gerade einmal drei Meter breit. Trotz vorhandener Beleuchtung verfügt sie weder über eine Entwässerung noch über eine seitliche Begrenzung. Da auch der dort verlaufende Abwasserkanal mehrere Mängel aufweist, soll er nach dem Willen des Bürgermeisters parallel zum Straßenausbau instand gesetzt werden. Bleibt es bei den drei bereits festgestellten Stellen, die zwingend repariert werden müssen, belaufen sich die aus den Mitteln des Kanalunterhalts zu bestreitenden Kosten auf etwa 15.000 Euro.

Die Planungen zur Ersterschließung wurden den elf betroffenen Eigentümern der Grundstücke, von denen sechs noch unbebaut sind, etwa zwei Wochen vor der Gemeinderatssitzung bei einer Anliegerversammlung vorgestellt.

Obwohl die Gemeinde beabsichtigt, die Entsorgung des alten Teerbelags in Höhe von weiteren rund 20.000 Euro selbst zu übernehmen, erwarten die Anlieger nun eigene Kosten in Höhe von jeweils 14.000 bis 29.000 Euro. Insbesondere wohl daher zeigten sich diese mit der Fertigstellung der Straße zu ihren Lasten nicht einverstanden. Sie forderten in einem 13 Punkte umfassenden Antrag, die Straße nicht auszubauen. Unter anderem bezweifelten sie darin, dass die Straße noch nicht ersterschlossen sei. Auch würden die hohen Kosten finanzielle Ruine verursachen.

In diesem Punkt aber konnte Guntram Vogelsgesang Entwarnung geben und versprach, dass man Lösungen im Sinne der Betroffenen finden werde. „Wir müssen einigermaßen gerecht bleiben”, so der Bürgermeister anlässlich der Abstimmung mit Blick auf die Gleichbehandlung zu den Bürgern, für die in der Vergangenheit auch derlei Kosten entstanden sind. Der Gemeinderat bestätigte nach diesen Ausführungen einstimmig den von Bürgermeister Guntram Vogelsgesang vorgeschlagenen Ausbau der Bergstraße.

Weitere Maßnahmen

Die durch den Bürgermeister vorgestellte Planung des beauftragten Ingenieurbüros sieht unter anderem eine Verbreiterung der Straße von derzeit drei auf über fünf Meter vor. Die bei den ersten Planungen beabsichtigten Inseln an beiden Einfahrten zur Bergstraße sind obsolet. Stattdessen sollen mit Bäumen bepflanzte Einbuchtungen den Straßenverlauf auflockern. Kostendämmend kommt hinzu, dass die Wasserleitung im öffentlichen Grund verlegt wird. Um weitere Kosten zu sparen, habe man das Baufenster mit der vorgesehenen Fertigstellung bis August 2020 weit gefasst, so Guntram Vogelsgesang.

Der Gemeinderat bestätigte mehrheitlich die Beauftragung des vorgesehenen Ingenieurbüros und die weiteren Leistungen durch dieses.

mel

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