Inneminister warnt vor "Enkel-Trick"

Bei Anruf Betrug

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Bei Anruf Betrug: Vor allem ältere Bürger geraten immer mehr in den Fokus von dreisten Kriminellen.

Schongau – Während in Bayern die Zahl der Telefon-Betrugsfälle im vergangene Jahr dramatisch stieg, blieb die Region Schongau davon verschont. Ganz sorgenfrei lebt es sich aber auch hier nicht. 

Sie heißen Gertrude, Waltraud oder Willibald? Dann sollten Sie bei Telefonanrufen besonders vorsichtig sein. Innenminister Joachim Herrmann warnte jüngst höchstpersönlich vor der zunehmenden Zahl an Betrügern, die mit vorgetäuschten Geschichten versuchten, ältere Bürger um ihr Erspartes zu erleichtern. In Bayern stieg die Anzahl derartiger Fälle von Januar bis November 2012 um 370 Prozent auf 1618 Fälle massiv an. Ob „Enkeltrick“ oder „Schockanruf“: Um die Region Schongau scheinen die Täter bislang allerdings glücklicherweise einen Bogen zu machen. Laut Polizeichef Rudolf Fischer registrierte seine Dienststelle im vergangenen Jahr keinen einzigen derartigen Fall. Ganz vor Betrügern gefeit, ist man jedoch auch hierzulande nicht. 

Auf drei Millionen Euro belief sich der Schaden durch die Telefon-Betrüger bayernweit, was Herrmann im Dezember veranlasste, an alle Senioren zu appellieren, bei verdächtigen Anrufen sofort die Polizei zu verständigen. Der Schockanruf-Trick der Betrüger funktioniert wie folgt: Unter Vortäuschung einer aktuellen Notlage oder einer günstigen Gelegenheit zum Auto- beziehungsweise Immobilienkauf bittet der Anrufer zumeist um Bargeld, Schmuck und andere Wertgegenstände. Gleichzeitig sichert er eine kurzfristige Rückzahlung zu. Außerdem bittet der Täter um absolute Verschwiegenheit. Das Geld wird anschließend von einer anderen Person abgeholt. Bis dahin werden die Geschädigten teilweise noch mehrmals angerufen, um den Druck noch weiter zu erhöhen. 

Beim Enkel-Trick würden die Täter dagegen vorgeben, das Opfer zu kennen, erklärt Fischer. „Da wird dann beispielsweise gesagt, dass der Vater gemeinsam mit dem Angerufenen im Krieg war.“ Auch hier laufe es auf die Bitte um Geld wegen einer Notlage hinaus. „Glücklicherweise hatten wir im vergangenen Jahr weder das eine noch das andere hier im Schongauer Raum. Das scheint es eher in der Großstadt zu geben.“ 

Zu schaffen machten Fischer und seinen Kollegen dagegen andere Betrugsarten. Der Wechsel-Trick etwa, bei dem dem hilfsbereiten Opfer während dem Geldwechseln unbemerkt in das Portemonnaie gegriffen wird, oder das Sammeln von Spenden für einen vermeintlich guten Zweck. Gerade rumänische Banden seien hier sehr aktiv, sagt Fischer. „Da werden die Spender anschließend vor lauter Dankbarkeit umarmt und währenddessen der Geldbeutel gestohlen.“ Insgesamt 79 Betrugsfälle registrierte die Polizeiinspektion Schongau 2012. chpe

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