950 Kilometer Kabel zu verlegen

Masterplan fürs Peitinger Internet

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Peiting und das Glasfasernetz: Karl Manstorfer gibt Erklärungen zum Ausbau.

Peiting – In Sachen Digitalisierung fällt – ob in Berlin, in München oder vor Ort – häufig der (Mode-)Begriff Masterplan. Einen solchen gibt es auch für Peiting. Er sieht vor, dass mittel- und langfristig 3.575 Gebäude in Peiting, Herzog­sägmühle und Birk­land mittels Glasfasertechnik ans schnelle Internet angeschlossen werden können.

Karl Georg Manstorfer und Dr. Reiner Graßberger von der Firma IK-T aus Regensburg (Innovative Kommunikations-Technologien) haben den Masterplan neulich im Gemeinderat vorgestellt. Demzufolge sind in der flächengroßen Kommune 28 Millionen Euro erforderlich, um den Anschluss für alle Haushalte zu ermöglichen. Dafür müssten 950 Kilometer Kabel verlegt werden.

Bei den Investitionen entfallen laut Karl Manstorfer 5,4 Millionen Euro auf das Kabelnetz. Das meiste Geld müsse freilich für Tiefbauarbeiten in die Hand genommen werden. Allein für Eingriffe auf öffentlichem Grund seien 9,4 Millionen Euro zu veranschlagen. Diese Kosten ließen sich deutlich reduzieren, wenn das Verlegen der Leerrohre gemeinsam mit anderen Baumaßnahmen (z.B. Straße, Wasser, Kanal) erfolge. Fürs Verlegen auf privatem Grund seien knapp vier Millionen Euro notwendig, so der IK-T-Geschäftsführer.

Bei den 3.575 Hausanschlüssen sind künftige Bauplätze wie z.B. auf der Basili-Wiese mitgerechnet. Dabei gibt es in der Marktgemeinde Peiting mehr Haushalte, nämlich zirka 5.000. Zu bewerten ist dabei, dass in unterschiedliche Anschlusstypen eingeteilt wird: nämlich in Gebäude bis zu fünf Wohnungen, bis zu elf Einheiten, bis 23 Einheiten und noch größere Wohn- bzw. Gewerbekomplexe.

Das Gebiet der Marktgemeinde wird beim Glasfaserausbau in mehrere Cluster eingeteilt. Die zwei größten sind Peiting-Süd und Peiting-West, wo 1.127 bzw. 1.025 Anschlüsse versorgt werden können. Dies geschieht über Stationen an der Langwand- und Münchner Straße.

Ein Gesamtkonzept

Der Masterplan, den der Experte im Gemeinderat präsentierte, ist ein Gesamtkonzept, stellt aber noch keine Ausführungsplanung dar. Dazu müsse für jede Baumaßnahme im Ort eine detaillierte Planung folgen. Wichtig sei eine exakte Dokumentation, wo wann welche Leerrohre eingebracht werden. Für eine spätere Vermietung oder für einen Verkauf des Netzes sei so ein Verzeichnis wie eine „Schatzkarte“.

Netz verkaufen

Eine Empfehlung gab Mans­torfer den Gemeinderäten mit. Er plädierte für einen Verkauf des Netzes an künftige Betreiber wie Telekom oder andere Anbieter. Erstens weil die Miet­erlöse nur gering seien (aktuell zirka 30 Cent im Jahr für den laufenden Meter). Zum anderen müsste die Gemeinde bei einem Verkauf keine Wartungskosten übernehmen bzw. für Störungen aufkommen.

Bürgermeister Michael Asam sagte zum Schluss nur, die Gemeinde Peiting müsse „konsequent an das Thema rangehen“ und bei allen Tiefbaumaßnahmen im Ort das Thema Glasfasernetz mitbedenken. Gemeinderat Norbert Merk (CSU) lobte den „hochkompetenten“ Fachvortrag Manstorfers.

Ziel des Netzausbaues sowie der Förderprogramme des Landes Bayern und des Bundes ist schnelles Internet für jedes Haus. Die Telekom hat ihr Netz in Peiting ertüchtigt. Heuer wird an den Rändern gearbeitet. 2019 soll es mit dem Ausbau in mehreren Weilern losgehen. Zu bedenken ist, dass beim Ausbau im Ort trotz moderner Techniken oft noch das Kupferkabel verwendet wird – zumindest auf der Wegstrecke vom letzten Verzweiger bis zu den Häusern. Dadurch sinkt die Übertragungsrate ab. Dort wird früher oder später der Umstieg auf die effiziente Glasfasertechnik folgen. 

jj

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