Den Standort stärken

IHK-Hauptgeschäftsführer zum Antrittsbesuch in Schongau

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Der IHK-Regionalausschuss Weilheim-Schongau zu Gast bei Hoerbiger Antriebstechnik in Schongau, ganz rechts im Bild Geschäftsführer Dr. Ansgar Damm.

Schongau – Gemeinsam mit Vertretern der Kommunalpolitik diskutierte der IHK-Regionalausschuss Weilheim-Schongau auf seiner Sitzung bei Hoerbiger Antriebstechnik Themen, die den Unternehmen aktuell unter den Nägeln brennen. „Die Note 2,0 in der neuen IHK-Standortumfrage zeigt, dass unser Landkreis auf einem guten Weg ist und sich die Betriebe hier wohl fühlen. Sich auf dem Erreichten auszuruhen, wäre jedoch fatal“, eröffnete Klaus Bauer, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses, das Treffen.

Ob gesicherte Energieversorgung im Zuge der Energiewende, effizienter Umgang mit Flächen oder die Bewältigung von Strukturwandel und Digitalisierung – zahlreiche Wortmeldungen zeigten die Brisanz der Themen. Gäste der Sitzung waren IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl, der den Ausschuss zum ersten Mal besuchte, sowie Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman.

Den Einstieg gab IHK-Chef Manfred Gößl, der den Unternehmern Aufgaben und Ziele der IHK vorstellte. Betriebe mit weniger als 20 Mitarbeitern machen mit 90 Prozent den größten Anteil unter den IHK-Mitgliedsunternehmen aus – auch im Landkreis. „Bayerns Wirtschaftskraft und Wohlstand gründen sich auf diese Betriebe, auf Soloselbstständige beziehungsweise Einzelunternehmer und Kleinbetriebe. Für uns stehen deshalb deren Interessen im Fokus unserer Arbeit und Services“, so Gößl. Allein wenn es um den Bürokratieabbau gehe, wäre es ein großer Wurf, wenn Kleinst- und Kleinunternehmer künftig von deutlich mehr Regelungen ausgenommen werden könnten, so seine Überzeugung.

Zum Stichwort Energiepolitik sagte der IHK-Chef mit Blick auf Ausstieg aus Kohlestrom und Atomkraft: „Unsere Betriebe brauchen die Gewissheit, dass ihre Versorgung gesichert und vor allem bezahlbar bleibt. Bayerns Wirtschaft benötigt außerdem dringend wettbewerbsfähige Strompreise. Der Bau der beiden Stromtrassen von Nord nach Süd steht deshalb außer Frage.“ Gößl verwies auf eine aktuelle ifo-Studie, die mit einer Verteuerung des Strompreises in Bayern gegenüber Norddeutschland um fünf Prozent rechnet, sollten die Trassen nicht kommen. „Für unsere energieintensiven Betriebe geht es damit um ihre Existenz“, so der IHK-Chef.

Ein weiteres Brennpunktthema, das Gößl zur Sprache brachte, war der Umgang mit Flächen. Starre Flächenkontingente lehne die IHK ab, so der IHK-Hauptgeschäftsführer. „Das bedeutet einen Eingriff in die kommunale Planungshoheit und beschwört Konflikte zwischen den Nutzungsarten auf.“ Stattdessen plädierte Gößl für eine effizientere Nutzung insbesondere bereits bebauter Flächen.

In Anwesenheit zahlreicher Ausbildungsbetriebe äußerte er sich erfreut über den erfolgreichen Start der IHK AzubiCard, einem Ausbildungsnachweis für Azubis, den Auszubildende seit September erhalten. Rund 70 Unternehmen bieten inzwischen Vergünstigungen an, so Gößl. Landrätin Jochner-Weiß sagte, dass der Landkreis die Initiative gern unterstütze, indem Azubis künftig von denselben Vergünstigungen profitieren können, die auch Inhabern der Ehrenamtskarte zuteilwerden.

Die Sitzung des IHK-Regionalausschusses fand bei Hoerbiger Antriebstechnik in Schongau statt. Geschäftsführer Ansgar Damm gab den Unternehmern bei einer Betriebsbesichtigung Einblick in die Produktionsabläufe und das Produktionsprogramm.

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