Bebauungsplan: »Zwischen Amsel- und Drosselstraße«

Anwohner der Amselstraße fordern Lösung der Verkehrssituation

Auf dem Gelände der Autolackiererei Langhammer soll künftig Wohnbebauung entstehen.
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Auf dem Gelände der Autolackiererei Langhammer soll künftig Wohnbebauung entstehen.

Schongau – Um den bestehenden Wohnflächenbedarf zu decken, soll das Gelände der Lackiererei Langhammer zwischen Amsel- und Drosselstraße überplant werden. Dazu hat der Bau- und Umweltausschuss am vergangenen Dienstag einen Bebauungsplan auf den Weg gebracht. Einwände kamen aus der Nachbarschaft vor allen Dingen bezüglich der dortigen Verkehrssituation.

Die Flächen zwischen Amsel- und Drosselstraße werden frei, da der Lackierbetrieb in das Gewerbegebiet „Ehemaliges Deponiegelände“ umgezogen ist. Bereits im Juni 2019 hat der Schongauer Stadtrat daher beschlossen, für das Gelände einen Bebauungsplan aufzustellen. Das derzeitige Mischgebiet wird nun zum allgemeinen Wohngebiet. Der Bauausschuss beschäftigte sich nun in seiner jüngsten Sitzung mit den eingegangenen Stellungnahmen der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange.

Auf dem ehemaligen Gewerbegrundstück sollen etwa 22 Wohnungen entstehen (wir berichteten). Drei Gebäude inklusive Tiefgarage sind vorgesehen, wie Stadtplaner Dietmar Hörner bereits Anfang des Jahres erläuterte.

Einige Einwendungen seien aus der Nachbarschaft eingegangen, so Hörner am Dienstag. Diese betreffen vor allem die Park- und Verkehrssituation in der Amsel- und Drosselstraße. Hier fahren nicht nur Anwohner, es ist auch ein Schulweg. Zudem sind dort die Firmen Gustav Klein und Hoerbiger ansässig. In den ersten Entwürfen für den ehemaligen Lackierbetrieb ist die Tiefgaragenausfahrt des Neubaus auf die Amselstraße vorgesehen. Das Thema stieß auf großes Interesse, so war der Zuschauerraum während der Sitzung voll besetzt.

„Viel zu gefährlich“, lautete das Urteil von Gregor Schuppe (ALS) im Bauausschuss. Die Kreuzung sei ohnehin schon unübersichtlich und eng. Er sehe die Tiefgaragenausfahrt in der Drosselstraße als geeigneter an, so Schuppe weiter. Dem konnte Stephan Hild (UWV) nicht zustimmen, denn dann müssten die künftigen Bewohner und Besucher des Gebäudekomplexes ja trotzdem auf die Amselstraße fahren. „Ein beidseitiges Parkverbot in der Amselstraße wäre dort für alle Beteiligten am besten“, so Hild.

Als Stadt müsse man auch mit Hoerbiger und Gustav Klein sprechen und diese in die Pflicht nehmen, befand Ilona Böse (SPD). Bezüglich der Parksituation müsse man das Gespräch mit den beiden Unternehmen suchen, pflichtete auch Gregor Schuppe bei. Bettina Buresch (Grüne) könnte sich hier auch eine Fahrradstraße vorstellen, vor allem weil die Amselstraße ja auch als Schulweg dient. „Wir sollten nicht warten mit dem Parkverbot“, so Schuppe. Stadtbaumeister Sebastian Dietrich versicherte, diese Anregungen aufzunehmen.

Weitere Einwendungen betrafen beispielsweise die wohl zu erwartende Kontamination des Bodens, denn es ist das Gebiet des ehemaligen Fliegerhorstes Schongau. Auf dem Gelände der Lackiererei Langhammer seien noch Fundamente von militärischen Gebäuden zu erkennen, wie der Schongauer Werner Schmitt in einem Vortrag im Sommer erläutert hatte. Eine große Fläche südlich der Marktoberdorfer Straße gründe zudem auf einer alten Abfall- und Kiesgrube. Zudem entstand in diesem Bereich auch noch die erste öffentliche Tankstelle in Schongau West.

Dass hier dennoch keine großen Schwierigkeiten zu erwarten seien, versicherte Stadtplaner Dietmar Hörner. Im Falle einer Kontamination müsse der Aushub entsprechend entsorgt werden. Der Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 91 „Zwischen Amsel- und Drosselstraße“ stimmte der Bauausschuss schließlich einmütig zu.

Astrid Neumann

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