Böbing als Vorbild

Urnenbestattungen unter Bäumen in Apfeldorf?

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Wäre eine Option für die Urnenbestattung unter Bäumen: der alte Friedhof in Apfeldorf.
  • vonKlaus Mergel
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Apfeldorf – In Apfeldorf erwägt man die Möglichkeit von zusätzlichen Urnenbestattungen. Im Gemeinderat diskutierte man die Möglichkeiten eines weiteren Urnenfeldes unter Bäumen.

Der Hintergrund war eine Informationsfahrt nach Böbing. Bürgermeister Georg Epple hatte sich dort am Friedhof umgesehen und die alternative Bestattungsmethode zum traditionellen Begräbnis genauer angesehen. „Das hat recht ordentlich ausgesehen“, sagte er in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Warum sollte man, so Epple, die Urnenbestattung unter Bäumen nicht auch in Apfeldorf ermöglichen? Mit dem Vorschlag liegt Epple sicherlich im Trend: Überall im Schongauer Land löst die Urnenbestattung die traditionelle Erdbestattung ab. Auch in Landsberg, Weilheim und Schongau ist die naturnahe Bestattung unter Bäumen möglich. Epple stellte einige Möglichkeiten vor, wie es in anderen Gemeinden üblich ist: Entweder wird die Urne unter Bäumen beigesetzt und an einer zentralen Steinstele können Namensschilder angebracht werden. Dabei ist es auch möglich, Kerzen aufzustellen: So praktiziert man es in Böbing.

Ebenfalls unter Bäumen, jedoch in einem Rohsystem, auf dessen Abdeckungen die Namen kommen, bestattet man in Vilgertshofen. Ebenfalls in Vilgertshofen, so Epple, sei eine ganz schlichte, anonyme Beisetzung unter Bäumen, ohne Gestaltungsmöglichkeit und nur mit Raseneinsaat.

Weil natürlich die katholische Kirche da auch ein Wörtchen mitzureden hat, hatte Epple bereits im Vorfeld mit Pfarrer Michael Vogg geredet. „Der ist sowohl dafür als auch dagegen, das sollen wir entscheiden“, berichtet Epple. Aber die Sache, so fügte der Rathauschef hinzu, sei natürlich ebenso mit Kosten verbunden, etwa für den Winterdienst.

„Wir haben dabei zwei Alternativen, entweder am Alten oder am Neuen Friedhof “, sagte Heinrich Keller. Robert Frühholz konnte dazu berichten, dass er bereits mit mehreren Leuten gesprochen habe: Die fänden es super, wenn das am alten Friedhof möglich wäre. Rein theoretisch würde dort bald wieder Platz entstehen: „Die letzte Beerdigung war 1995, die Liegefrist beträgt 25 Jahre.“

Auch der zweite Bürgermeister Gerhard Schmid, wie gewohnt humorig, zeigte sich sich bei dem Vorschlag vom alten Friedhof bei der Kirche angetan: „Besser als neben der Kirche kannst du gar nicht begraben sein.“ Man solle, so Schmid, auf jeden Fall mit der Kirchenverwaltung reden: ob man vielleicht Grund kaufen oder pachten könne.

Die Gemeinderatsmitglieder einigten sich darauf, das Thema Urnenbestattungen unter Bäumen zu vertagen: Laut Epple werde man bis Ende des Jahres hier einen Beschluss verwirklichen können.

km

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