Frage nach Statik deckt Klärungsbedarf auf

Altes Dach derApfeldorfer Mehrzweckhalle wird gecheckt

+
Davon, dass das alte Dach (hinterer Gebäudeteil) bleiben kann, war man bisher im Gemeinderat ausgegangen. Doch womöglich ist das zu revidieren.

Apfeldorf – Das alte Dach der Apfeldorfer Mehrzweckhalle könnte beim geplanten Dorfgemeinschaftshaus zur Kostenfalle werden. Nun wurden ein Statiker und eine Brandschutzsachverständige beauftragt, um es zu prüfen.

Das alte Dach ist noch in Ordnung und soll bleiben – davon war man bei den Planungen bislang ausgegangen. Doch in einer der vergangenen Sitzungen warf Heinrich Keller die Frage auf, wie es denn eigentlich um die Statik des Dachs stehe? Die sollte man bei dem Bau doch unbedingt abklären. Ein berechtigter Einwand: Im Winter 2018/19 hatte die Gemeinde aus Sorge um das Dach vorsorglich Schnee abräumen lassen.

Um das zu klären, waren in der jüngsten Sitzung der Tragwerksplaner Peter Kraus und die Brandschutzsachverständige Sabine Rigotti aus Fuchstal zu Gast. Kraus machte gleich klar, dass es vielleicht besser gewesen wäre, wenn er und die Kollegin etwas früher mit eingebunden worden wären. Gemeinderat Robert Frühholz fragte leicht irritiert nach dem Sinn und Zweck dieser Einladung – und entfachte dabei eine größere Diskussion. Die Antwort von Kraus: „Wir sind hier um Empfehlungen auszusprechen, wo die Gesamtplanung hingehen soll; auch, und um Mehrkosten zu vermeiden.“

Der Statiker äußerte sich zur gesetzlichen Lage: Wenn der Dachtragwert nicht verändert werde, habe das Dach, das 1952 erbaut wurde, Bestandsschutz. Rigotti ergänzte: „Sobald aber eine Baugenehmigung für Veränderungen erteilt wird, erlischt diese. Mit einer Halle, die künftig locker über hundert Leute fassen soll, unterliegen wir der Versammlungsstättenverordnung. Und damit muss ein Brandschutznachweis erfüllt werden.“

Damit fangen auch die statischen Probleme an, so Kraus: „Wenn der Brandschutz Bekleidungen fordert und unten dran hängt, steigt die Dachlast. Und nebenbei: Was ist mit der Dämmung geplant?“ Diese erhöht nämlich das Eigengewicht erheblich. Dann müsse man das Dach verstärken – also Ausschreibungen machen. Was Zeit kostet, denn am Ende werde es ohnehin durch einen Prüfstatiker berechnet. Abgesehen davon: Unterlagen über den damaligen Bau existierten, so Kraus, nicht. Was, wenn die Halle eines Tages unter Schneelast einbricht und Menschen zu Schaden kommen? Hier müsse die Gemeinde haften. Ein Gedanke, bei dem manchem mulmig wurde. Seine klare Botschaft: „Die Entscheidung, ob das Dach runter kommt oder nicht, muss jetzt stattfinden, um später Mehrkosten zu sparen!“

Jedem Apfeldorfer Gemeinderat war nun die Dringlichkeit dieser Aufgabe klar. Im Gremium kam die Frage auf, ob Kraus und Rigotti nicht gleich das „Gesamtpaket“ schnüren sollten: Denn nicht nur beim Hallendach müssen die Berechnung der Statik und die Beratung zum Brandschutz durchgeführt werden, sondern auch beim neuen Anbau. Der Gemeinderat entschied aber letztlich, die beiden Experten zuerst bezüglich des alten Hallendachs auf Stundenbasis zu beauftragen, um die Gesamtplanung nicht noch mehr zu verzögern: Allein dafür kalkulierte Kraus sechs bis acht Wochen. Allerdings machte der Tragwerksplaner klar: Sollten die Berechnungen ergeben, dass das Dach nicht mehr der Norm entspricht, ist es auch mit dem Bestandsschutz vorbei.

Klaus Mergel

Auch interessant

Meistgelesen

Tradition hoch zu Ross in Rottenbuch
Tradition hoch zu Ross in Rottenbuch
Bratwurst to go am Marienbrunnen?
Bratwurst to go am Marienbrunnen?
Gewinnen Sie einen Erlebnisaufenthalt im Europa-Park für die ganze Familie
Gewinnen Sie einen Erlebnisaufenthalt im Europa-Park für die ganze Familie
Es riecht was faul im Schongauer Westen
Es riecht was faul im Schongauer Westen

Kommentare