"Mehl, Brot und ein Sparbuch"

Peitinger Sparkasse feiert 100-Jähriges

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Die Vorstände der Sparkasse Oberland Michael Lautenbacher, Thomas Orbig und Alexander Schmitz sowie Filialleiter Thomas Geiger (v. links) feierten am Mittwoch in der Peitinger Sparkasse, die genau an diesem Tag vor 100 Jahren gegründet wurde.

Peiting – Am 11. April 1918 war der erste Geschäftstag der Sparkassen-Filiale in Peiting und somit konnte sie am Mittwoch auf den Tag genau ihr 100-Jähriges feiern. Seinen Anfang machte das Geldinstitut in den schwierigen Zeiten des ersten Weltkrieges in einer Mehl- und Kolonialwarenhandlung.

Damals konnten die Kunden „Mehl, Brot und ein Sparbuch“ bekommen, wenn sie die Peitinger Filiale besuchten, sagt Vorstandsmitglied Alexander Schmitz. Denn damals war die Bank – heute kaum noch vorstellbar – in der „Mehl- und Kolonialwarenhandlung Brandl“ untergebracht. Zwischen den Lebensmitteln konnte der frühe Bankkunde also auch Bargeld bekommen.

Die Peitinger Filiale war von Beginn an Teil der Bezirkssparkasse Schongau. Und damit früh dran: Eigentlich war es erst seit den 50er Jahren üblich, Filialen zu gründen, weiß Vorstandsmitglied Michael Lautenbacher.

Trotz schwieriger Zeiten und Kriegswirren, behauptete sich die junge Filiale, laut Schmitz, ganz gut und rettete sich erst mal so durch, bis ab 1924 eine Stabilisierung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lage eintrat. Sieben Jahre später führte das dazu, dass ein eigenes Sparkassen-Gebäude in der Füssener Straße 111 erworben werden konnte.

Im Verlauf der folgenden „dunklen Jahre“ in Deutschland, wisse man nur wenig über die Peitinger Filiale, sagt Schmitz. Doch mit der Einführung der D-Mark ging es schließlich wieder bergauf. Zu verdanken hatte die örtliche Zweigstelle das vor allem dem Bergbau. Mit ihm gingen nämlich die ersten bargeldlose Lohnzahlungen einher, so Lautenbacher. Peiting gehörte damit nur kurz nach Peißenberg (1956) zu den ersten Filialen in Deutschland überhaupt. „Peiting ist damals geradezu explodiert“, sagt der Sparkassen-Vorstand.

1960 stand für die Filiale der erste Umzug an. Die Bank baute am Sparkassenplatz „die Blaue Sparkasse“, die heute noch als Selbstbedienungs-Filiale in Betrieb ist. Es war die Zeit des beginnenden Wirtschaftswunders – davon profitierten auch die lokalen Banken. „Die Errichtung von neuen Gebäuden mit mehr Platz war nur logisch“, sagt Schmitz.

Eine Zweigstelle am Hauptplatz – dort wo heute der Maschinenring Oberland beheimatet ist – wurde 1977 eröffnet. „Damit ist die Sparkasse seit 40 Jahren hier am Hauptplatz präsent“, betonen die Vorstandsmitglieder. Ende der 1980er Jahre stand das Gelände des ehemaligen Hirschvogel-Hauses zum Verkauf und wurde von der Sparkasse erworben. Ein Architektenwettbewerb zur Bebauung der Fläche brachte allerdings nicht das gewünschte Ergebnis. Schlussendlich wurde ein Entwurf des heimischen Architekten Martin Baab in den Jahren 1995 bis 1997 umgesetzt.

Gefeiert wird das Jubiläum der Peitinger Zweigstelle, welche die siebtgrößte innerhalb der Sparkasse Oberland ist und derzeit rund 6.600 Kunden betreut, noch die ganze Woche. Es gibt ein spezielles „Jubiläums-Produkt“ mit Sonderkonditionen, für jeden Kunden eine süße Überraschung sowie einen Frühlingsgruß in Form von ein paar Blümchen. 

Astrid Neumann

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