Arbeitsreiche Pause

Alles muss raus: Die alten Duschen im Plantsch werden derzeit abgerissen. Foto: Peters

Der Sommer hatte am vergangenen Mittwoch kein Einsehen mit dem Schongauer Freibad. Just zum letzten Öffnungstag goss es wie aus Kübeln, sodass die wenigen Badegäste mit dem Hallenbad vorlieb nehmen mussten. Andreas Kosian blieb allerdings keine Zeit, mit dem Wetter zu hadern. Der Leiter des Plantsch saß in seinem Büro und brütete über der bevorstehenden Revision. Denn die hat es in diesem Jahr in sich: In den kommenden anderthalb Monaten soll das Freizeitbad umfangreich saniert werden.

Seit Kosian Anfang der Woche nach seinem Urlaub wieder an seinen Arbeitsplatz zurückgekehrt ist, bleibt dem Badleiter kaum noch eine ruhige Minute. Da müssen Baufirmen koordiniert, der Zeitplan überprüft und die eigenen Leute informiert werden. „Der Urlaubseffekt ist ziemlich schnell verpufft“, sagt Kosian augenzwinkernd. Tatsächlich wartet auf den Badleiter und sein Team eine Mammutaufgabe. Binnen sechs Wochen soll nicht nur wie jedes Jahr üblich das Bad auf Vordermann gebracht, sondern gleichzeitig an verschiedenen Stellen grundlegend verbessert werden. Während die Sauna bereits am 22. September wieder öffnet, bleibt das Hallenbad deshalb bis 1. November geschlossen. Nur bei optimalem Verlauf der Bauarbeiten könne man vielleicht schon zum Beginn der Herbstferien den Betrieb wieder aufnehmen, sagt Kosian. Wenn ein Badleiter auf Einnahmen von Feriengästen verzichtet, geschieht das in aller Regel nicht freiwillig. So auch im Plantsch. Die geplanten Maßnahmen sind umfangreich und brauchen Zeit. Das größte Projekt sind dabei die Duschen, die komplett erneuert werden sollen. „Meistens bekommen die Badegäste gar nicht mit, was bei der Revision alles gemacht worden ist. Diesmal ist das anders“, sagt Kosian. Die Sanierung der Männer- und Frauenduschen ist längst überfällig. Planungfehler beim Bau haben laut Kosian dazu geführt, dass die „Bodenstruktur komplett abgesoffen ist“. Immer wieder habe man deshalb in der Vergangenheit Bereiche wegen abfallender Fließen sperren müssen. Damit soll nun Schluss ein. „Wir reißen von Fußboden bis Decke alles heraus“, erläutert der Badleiter. Netter Nebeneffekt: Die neuen Duschen werden moderner und „nicht mehr so zweckmäßig“. Außerdem können Wünsche, die die Badegäste in der Vergangenheit äußerten, umgesetzt werden. „Die Frauen wollten immer eine Dusche mit Flügeltüren“, nennt Kosian ein Beispiel. Auch die anfälligen Duschamaturen werden erneuert. Enden sollen zudem die Probleme mit der Heizung, die häufig für kaltes Wasser beim Duschen sorgten. Schon während der Sommermonate wurde dazu die Brauchwasseranlage überarbeitet, nun ist der Fernwärmeanschluss an der Reihe. Nicht nur die Duschen erscheinen ab November in neuem Glanz. Im Erlebnisbecken wird in den kommenden Wochen die Beleuchtung getauscht. Hier sollen LEDs in Zukunft farbige Lichteffekte ermöglichen und gleichzeitig durch ihre höhere Haltbarkeit den Wartungsaufwand verringern. Ähnliches gilt für die schwarzen Bahnmarkierungen im Schwimmerbecken, die bislang mit Spezialfarbe auf den Edelstahl aufgetragen wurde. „Das hat aber nie lange gehalten, weshalb wir nun schwarze Blechstreifen einschweißen“, so Kosian. Gearbeitet wird auch hinter den Kulissen. Der Kombiblock, das zentrale Filtersystem für das Hallenbad, welches aus verschiedenen Betonkammern besteht, muss neu beschichtet und versiegelt werden. Allein hierfür belaufen sich die Kosten laut Kosian auf rund 100000 Euro. Hinzu kommen noch einmal 80000 Euro für die Sanierung der Duschen. Für die Mitarbeiter des Plantsch bedeuten die Vorhaben vor allem eines: viel Arbeit. Um alles möglichst günstig zu erledigen, greifen Kosian und die übrigen Festangestellten selbst zum Vorschlaghammer. Samstag und Sonntag werde zudem durchgearbeitet, um den straffen Zeitplan einhalten zu können, erklärt der Chef: „Für uns ist die Revision mit die arbeitsintensivste Zeit.“ Die Arbeit wird Kosian, so viel ist jetzt schon sicher, auch nach den sechs Wochen nicht ausgehen. Schon in einer der nächsten Stadtratssitzungen will der Badleiter die neuen, überarbeiteten Pläne für die Erweiterung der Saunalandschaft vorstellen. Diese sehen – anders als noch bei der ersten Präsentation vor einem Jahr – nun zusätzliche Parkplätze auf dem bislang zum benachbarten Tennisverein gehörenden Grünstreifen sowie einen neuen Eingangsbereich samt getrenntem Zugang zur Sauna vor. Stimmt der Rat zu, worauf Kosian hofft, könnte im nächsten Jahr mit dem Bau begonnen werden.

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